Samstag, 4. April 2020

Ausgelöffelt

Start der Osterferien! Und ich kann es gar nicht glauben, dass wir nun schon seit 3 Wochen daheim sind. Monsieur Koko findet die Coronaferien inzwischen nicht mehr cool. Sein Verhalten lässt uns einen kleinen Einblick zu, was wir in seiner Pubertät erleben dürfen. ;-) Heute in der Früh musste der arme Koko duschen und war daraufhin so grantig, dass er sein Zimmer nur mehr zu den Mahlzeiten verließ und auch da blickte er sehr mürrisch.

Aber auch sonst war der heutige Tag eher so.... Denn der süße Knopf und s'Zwiebale haben im Garten die riesige Regentonne entleert, um die darin entdeckten Steine zu retten. Wovor? Keine Ahnung - vermutlich vorm Ertrinken. ;-) ;-)
Die beiden fanden es auf jeden Fall sehr lustig - ich weniger. Alles war nass, gatisch und dreckig und ich einfach nur genervt.

Zum Glück hatte ich meine Nervennahrung im Glas parat. Fix ausgelöffelt, einen Kaffee dazu und meine Welt war schon wieder rosiger. Und nachdem in dem Kuchen Eierlikör drinnen ist, gehörte er nur mir und dem Besten ganz alleine. :-)

Heuer gibt es den Kuchen im Glas als Ostergeschenk. Ziemlich praktisch - er wird im Glas gebacken, Deckel drauf und dann kann man ihn hübsch verpackt den Nachbarn vor die Tür stellen oder lieben Freunden schicken. Kontaktlos, virenfrei und lange haltbar: perfekt für die Coronazeit. ;-)





Für 2 Kuchen im Glas




1 Ei

37 g Zucker

63 ml geschmacksneutrales Öl

65 ml Eierlikör 

75 g Mehl

1 TL Backpulver



Glutenfreie Version: 30 g Hirsemehl, 30 g Reismehl, 15 g Kartoffelstärke, 1/2 TL Johannisbrotkernmehl



2 Marmeladegläser mit Schraubdeckel, ca. 250 ml Fassungsvermögen





Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Eier mit Zucker in einer großen Rührschüssel hellcremig aufschlagen (ca. 3-4 Minuten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine). 
Öl und Eierlikör dazu gießen und gut verrühren. 
Mehl mit Backpulver vermischen und mit Hilfe einer Teigspatel unter die Masse heben.

Auf beide Gläsergleichmäßig verteilen und ca. 20 Minuten backen. 
Aus dem Backrohr nehmen und sofort den Deckel hinauf schrauben. (Achtung: die Gläser sind heiß ;-) )





Und für die Kinder gibt es dieses Rezept in Gläsern gebacken.




Dienstag, 31. März 2020

Vorfreude

Heute war ein mieser Tag. Ich habe wieder schlecht geschlafen, weil ich mir Sorgen um meine "Leut" in Tirol machte, Monsieur Koko brach beim täglichen Turnunterricht in Tränen aus, weil er seine Freunde so vermisst, s'Zwiebale war wie immer ungestüm und voller Energie und bereit, diese überschüssige Energie in Form von Bruderärgern los zu werden und die Rechnung ging voll auf: denn Koko hoch sensibel x Zwiebale hoch garstig = Bruderzwist = grantige Mama. Da konnte nicht mal mehr der stets ausgeglichene Knopf diese Rechnung ausbalancieren. Der war nämlich heute selbst neben der Spur, denn während er motiviert rechnete, hörte der jüngere Bruder Drache Kokosnuss, Schwarzer Ritter. Und das geht gar nicht, denn der Knopf wollte Drache Kokosnuss im Weltraum hören. So schluchzte der süße Knopf herzerweichend, während er mit tränenerstickter Stimme versuchte, die Ergebnisse der Rechnungen zu sagen. 

Ich war also schon ziemlich genervt, als mich der Anruf einer sehr lieben Journalistin erreichte. Sie fragte an, ob sie ein Rezept aus meinem Backbuch "Kuchenparty. Süße Feste feiern" verwenden dürfte. Denn Ostern dürfe doch nicht ausfallen, oder?

Nein! Ganz sicher nicht! Wir plauderten ziemlich lange und waren uns einig, dass auch (oder gerade speziell) in Zeiten von Corona gefeiert werden müsse. Nicht nur Kindern tut dieses Stück Alltag gut, auch uns Erwachsenen.

Und so haben ich mich gleich nachmittags  mit dem Zwiebale hingestellt und Osterkekse gebacken. Die Ergebnisse gibt es zu einem späteren Zeitpunkt, denn die Kekse werden erst morgen verziert - freut euch auf Unmengen an Zuckerstreudekor! ;-) Und hier sind sie zu bewundern: Klick

Etwas klassischer die Kekse aus meinem Buch.

Foto: Bernd Tschakert


Die Zutaten dafür gibt es sicher noch in jedem Supermarkt. Auch Rollfondant ist in den meisten größeren Märkten erhältlich; optional kann man auch Marzipan verwenden.
Da der Teig zimmewerwarm verarbeitet wird, ist der Backspaß auch mit kleinen Kindern garantiert und hübsch verpackt eignen sich die Kekse hervorragend als kleines Ostergeschenk. (Unter Beachtung der Hygienerichtlinien kontaktlos vor die Tür gestellt)


Foto: Bernd Tschakert


Mürbteigkekse zu Ostern


230 g zimmerwarme Butter

160 g Staubzucker

1 Prise Salz

1 Ei (Größe M)

475 g Mehl

2 TL Backpulver
optional: Abrieb einer Bio-Zitrone für frühlingshafte Frische






Backrohr auf 190 Grad vorheizen, Backbleche mit Backpapier belegen.

Butter mit Zucker, Salz zu einer hellen cremigen Masse mixen. 
Ei unter rühren und zum Schluss das mit Backpulver vermischte Mehl hinzu fügen. 
Teig mit den Händen zu einer glatten Masse kneten, bis er geschmeidig und nicht mehr klebrig ist. Je nachdem, wie groß das verwendete Ei war, ist es möglich, dass noch etwas Mehl benötigt wird.

Teig 5 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ausrollen. 
Tipp: Ich drücke ihn immer mit der Hand etwas flach und lege ein Backpapier darauf. Mit dem Ausrollstab mit Abstandshalter (ca 5 mm dick) rolle ich jeweils von der Mitte auf dem Backpapier aus.

Mit den gewünschten Keksformen Kekse ausstechen. Mit Hilfe der mittleren Palette die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Kekse 7-10 Minuten (das hängt von der Größe der Kekse ab) backen.

Vor der Weiterverarbeitung Kekse bitte vollständig auskühlen lassen.



Foto: Bernd Tschakert


Glutenfreie Kekse

100 g Reismehl

100 g Maismehl

50 g Kartoffelstärke

1 TL gemahlene Flohsamenschalen

125 g Staubzucker

1 Ei

150 g Butter, kühlschrankkalt


Mehlsorten, gemahlene Flohsamenschalen und Staubzucker in einer Schüssel mischen. Kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und diese zusammen mit dem Ei zur Mehl-Zuckermischung geben.

Masse rasch mit den Händen zu einem glatten Teig kneten diesen in einer Frischhaltefolie eingewickelt 2 Stunden im Kühlschrank rasten lassen.
Die weitere Verarbeitung ist gleich wie bei den herkömmlichen Keksen.



Die Ostereier sind „gefüllt“ mit einer dünnen Schicht aus gelben oder grauen Rollfondant, die Häschen sind „eingekleidet“ – einmal elegant mit bedrucktem Esspapier und einmal schlicht in gelb, weiß und grau. Die großen Hasen haben sich mit einer Masche ausgehfein gemacht.


Und so wurde es dann doch noch ein feiner Tag. Passt auf euch auf!





Freitag, 20. März 2020

18 Uhr

Seit ein paar Tagen stellen sich um 18 Uhr Menschen auf ihren Balkon und musizieren - weniger erfolgreich als in Italien, was vielleicht am eher kühleren Temperament der Österreicher liegt oder daran, dass unsere Anti-Corona-Maßnahmen noch recht frisch sind - oder applaudieren. Mit dem Applaus sagen wir Danke an alle MitarbeiterInnen im Handel, den Apotheken,... die für uns da sind und weiterhin arbeiten. Wir sagen Danke an das ganze medizinische Personal, im Krankenhaus, Einsatzwägen, Arztpraxen. Wir sagen danke an die LehrerInnen, die unseren Kindern ihre Lernunterlagen so gut aufbereitet haben.

Heute um 18 Uhr stelle ich mich am Balkon und klatsche für: MICH und all die anderen Mütter.

Neben Mama bin ich nämlich jetzt noch Volksschullehrerin, Sonderschullehrerin, Kindergärtnerin und Religionslehrerin. Durch unsere tägliche Turnstunde glatt auch Turnlehrerin. Ich bin oberste Proviant-und Verpflegungsmeisterin und versuche mit dem was im Haushalt ist, gut und abwechslungsreich zu kochen. Ich bin noch mehr Mediatorin als sonst und versuche, den Bruderzwist im Hause H. gering zu halten.

Mir ist es ein Rätsel, wie Mütter mit Kleinkindern es schaffen, neben Home-Office noch ihre Kinder gut zu betreuen, womöglich noch in einer Wohnung. Wir haben hier nämlich den Luxus, dass ich einfach wie immer für die Kinder da bin und unsere Nachmittage unterscheiden sich kaum von den "Vor-Corona-Zeiten". Wir haben den Luxus eines großen Hauses und großen Gartens mit Baumhaus, Flying Fox, Sandgrube, Bungee-Trampolin und Trampolin in der Garage, damit es auch bei Regenwetter genutzt werden kann. Unsere finanzielle Existenz ist nicht bedroht. Und trotzdem finde ich, habe ich mir jetzt ein Lob, eine Runde klatschen verdient.

Und damit der Beitrag noch etwas lustiger wird, darf ich die Idee aus einer Facebookgruppe aufgreifen. Dort wird der Alltag zu Hause geschildert, nur die Kinder werden Kollege oder Mitarbeiter genannt:
Voilà, viel Vergnügen:

Meine Mitarbeiter sind hoch motiviert um 5 Uhr in der Früh aufgestanden und da ohne chefliche Beaufsichtigung haben sie kollegiale Revierkämpfe aufgeführt. Chef P war zum Glück rasch munter, konnte das Schlagzeugspiel aber auch nicht verhindern. Chef M (=ich) stellte sich erfolgreich schlafend. Um 7 Uhr hat Chef M dann die Führung übernommen und Chef P ist für den Rest des Tages im Chefbüro verschwunden.
Mitarbeiter 1 war mit seiner Arbeit so fristgerecht fertig, dass sich Chef M fragt, warum das sonst immer Stunden dauert. Chef M überlegt, ob Corona nicht als Motivator für den Rest des Jahres angestellt werden kann, verwirft die Idee aber sofort. Mitarbeiter 2, unser Integrationskollege, arbeitet folgsam und motiviert, braucht aber permanente Beisitzertätigkeit von Chef M. Mitarbeiter 3 malt hingebungsvoll Bilder und plaudert in einer Tour, was Mitarbeiter2 massiv stört.
Das Firmenturnen wird von Mitarbeiter 1 nur aufgrund angedrohter Zusatzstunden murrend absolviert; Mitarbeiter 2 und 3 sind hochmotiviert und wesentlich fitter als der Teamkollege mit 10 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Dafür erklärt Mitarbeiter 1 den Wunsch, den Betrieb zu wechseln. Er möchte zukünftig als Koch arbeiten. Chef M findet die Idee gut und organisiert sofort eine Weiterbildung. Zum Glück ist Chef M auch auf diesem Gebiet geschult. ;-)

Wir haben Cakepops gemacht. Eine perfekte Beschäftigung für Kinder: sie dürfen Kuchen zerkrümeln, gatschen, Kugeln rollen,...





Cakepops sind kleine Kuchen am Stiel. Sie lassen sich toll verzieren und in allerlei Formen herstellen. Man braucht lediglich Kuchenkrümel und etwas Mascarpone. 



Zutaten für 7-8 Stück

145 g Kuchen (am besten geeignet sind die Reste eines Rührkuchens ohne Rand. Weniger Arbeit und auch ein hervorragendes Ergebnis liefern zum Beispiel gekaufte Madeleines oder Tortenböden)

30 g Mascarpone (es klappt auch mit Creme fraiche oder Frischkäse)

Kuchenglasur

oder Candymelts + Pflanzenfett (z.B.: Kokosfett)

Candysticks, alternativ Holzspieße

nach Wunsch Zuckerstreudekor, …



Kuchen fein zerbröseln und die Kuchenbröseln in den Kühlschrank stellen und gerne ein paar Tage dort stehen lassen. So gelingen die Cakepops perfekt, man kann diesen Schritt auch auslassen oder die Brösel für 30 Minuten in das Gefrierfach stellen.

20 g Mascarpone zu den Bröseln kneten und nach und nach die restlichen 10 g Mascarpone dazu geben, sodass eine feste Masse entsteht, die gut zusammenhält. Je nach "Saftigkeit" des Ausgangskuchens braucht es hierfür etwas mehr oder weniger Mascarpone. Masse zu Kugeln formen und in den Kühlschrank geben.

Kuvertüre erhitzen. Beim Erhitzen von Candymelts bedarf es immer etwas Pflanzenfett, sonst werden die Candymelts nicht flüssig genug.

Candysticks etwa 1 cm tief in die Kuvertüre tauchen und trocknen lassen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn sonst rutschen die Kuchenkugeln vom Stiel. Anschließend die Kugeln aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Kugel nach der anderen auf einen Candystick stecken und in die Kuvertüre tauchen, drehen und die überschüssige Glasur abtropfen lassen.

Kurz bevor die Glasur trocknet, das Streudekor anbringen bzw. die Dekorelemente auf die getrocknete Glasur mittels Zuckerkleber fixieren.



Glutenfreie Version: glutenfreie Kuchenbrösel verwenden. In der Regel sind Kuchenglasur, Candy melts und Rollfondant glutenfrei. Bitte aber vor Verwendung immer die Zutatenliste der Packung lesen. Zuckerperlen sind meistens mit Weizenmehl gemacht, also nicht glutenfrei. 


Und hier noch ein paar frühere Oster-Cakepops als Inspiration







Donnerstag, 19. März 2020

Langeweile

Seit Freitag haben die Kinder unser Heim nicht mehr verlassen. Zuerst war beim Koko die Freude überwiegend. Ferien! Coronaferien! Cool! Doch spätestens am Samstag machte sich die Ernüchterung breit, weil ihm gerade so richtig bewusst wurde, dass er keine Freunde besuchen kann.

Inzwischen haben wir die erste Woche fast geschafft und nach der furchtbaren Langeweile am Wochenende ist Monsieur Koko nun nicht mehr fad. Er hat nach 4 vergebenen Jahren festgestellt, dass Lesen am e-book cool ist und hat sich freiwillig dazu aufgerafft. Allerdings nur am Tag 1. Ansonsten ist er mit seiner Aufgabe immer so rasch fertig, dass ich mich ernsthaft frage, warum das sonst Stunden dauert.
Der süße Knopf ist wie immer sehr anpassungsfähig und ruft: "Schule daheim. Juhuu!" Er hat massig zu tun und ich bin mir ziemlich sicher, dass das reguläre Programm nicht so tough ist.
S'Zwiebale produziert ein Ausmalbild nach dem anderen, findet die Coronaferien einfach genial, denn er geht gar nicht gerne in den Kindergarten. Doch heute kam ihm glatt einmal aus, dass er seine Freunde vom Kindergarten vermisst.

Wir schreiben morgens immer ein Tagesprogramm, die tägliche Turn"halb"stunde wird von den Herren Knopf und Zwiebale begeistert aufgenommen, dafür hat Monsieur Koko seine Liebe zum Kochen entdeckt und sich bitterlich beschwert, dass er so einfache Sachen nicht kochen mag, weil er dann nicht viel zu tun hat. Daraufhin gab es am nächsten Tag Kartoffel-Zucchinipuffer, eine Küchenreinigung danach und nachmittags eine sehr gepflegte Teejause mit Scones und stilecht Tee mit Milch im besten Porzellan serviert. (Rezept folgt, sobald wir sie nachgebacken haben, denn ich kam nicht zum Fotografieren, so schnell waren sie weg)

Heute haben wir Osterschokolade gemacht.


Ein sehr nettes Beschäftigungsprogramm, nicht allzu kompliziert und wer es noch einfacher mag, lässt die Füllung weg. Rollfondant gibt es derzeit beim Billa, Spar,... zu kaufen oder man nimmt Marzipan oder einfach Zuckerstreusel, Smarties,...


Das Rezept der Osterschokolade stammt aus meinem Buch Kuchenparty. Süße Feste feiern.


Osterschokolade: Kleine Tafeln Schokolade sind ein nettes selbstgemachtes Ostergeschenk. Diese hier sind mit etwas Krokant gefüllt, aber man kann sie auch mit einer Schicht getrocknete Erdbeeren, Zuckerstreuseln,… füllen. Auch mit kleinen süßen Ostereiern bestreut, schauen diese Täfelchen hübsch aus. Meine drei Buben produzierten diese Osterschokolade in Serie, weil sie so viel Spaß daran hatten.



Zutaten für 6 Tafeln Schokolade

200 g Kuvertüre

Zitronen-Thymian Krokant

Rollfondant in weiß, hellgelb

Hasenausstecher mini

Schokoladentafel-Form (im Tortenfachhandel erhältlich. Alternativ kann man Silikonmuffinformen verwenden und runde Schokoladentaler produzieren, aber Achtung; nicht zu hoch befüllen, sonst kann der Osterhase vor lauter Bauch nicht mehr weiterhoppeln)



Zutaten für den Zitronen-Thymian Krokant

50 g gehackte Mandeln

40 g Zucker

2 EL Wasser

2 EL frischer Thymian , am besten eine Sorte mit Zitrusnote

1 EL Zitronenöl (Olivenöl mit ZItrusgeschmack), alternativ Olivenöl mit Abrieb einer halben Zitrone



Zucker in einer Pfanne mit dem Wasser verrühren und zum Schmelzen bringen. Die Mandeln hinzufügen, sobald die Masse leicht bräunlich geworden ist. Hitze reduzieren und gut verrühren, bis alle Mandeln mit einer Zuckerschicht überzogen und karamellisiert sind. Zitronenöl und Thymian hinzufügen und gut umrühren. Krokant auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen und trocknen lassen. Abschließend in einem Multizerkleinerer grob mahlen.



Kuvertüre schmelzen (in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad), eine dünne Schicht Schokolade in die Formen gießen, etwas abkühlen lassen. Jeweils 1 Teelöffel Krokant in die Form streuen. Kuvertüre eventuell erneut erwärmen und das Krokant mit einer weiteren Schicht Schokolade bedecken. Vollständig auskühlen lassen. Am besten über Nacht an einem trockenen Ort rasten lassen. Schokoladentafeln aus der Form lösen und hübsch verpacken. 

Foto: Bernd Tschakert


Tipp: Übrig gebliebenes Krokant in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren. Über Vanilleeis gestreut und mit frischen Erdbeeren schmeckt es einfach himmlisch!


Mein Buch ist im Kral Verlag erschienen und kann hier online gekauft werden, selbstverständlich ebenso bei jedem anderen Buchhändler. Bitte unterstützt in diesen Zeiten lokale Buchhändler! Danke.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Gehirnstorys





Zutaten für ca. 28 Sweater
230 g zimmerwarme Butter
160 g Staubzucker
1 Ei (Größe M)
455 g Mehl
20 g Backkakao
2 TL Lebkuchengewürz (gerne auch mehr)
2 TL Backpulver

Backrohr auf 190 Grad vorheizen, Backbleche mit Backpapier belegen.
Butter mit Zucker zu einer hellen cremigen Masse mixen
Ei unterrühren
Mehl, Kakao, Lebkuchengewürz mischen und zur Masse geben
Mit dem Mixer kurz verrühren, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Bei Bedarf etwas Mehl hinzufügen.
Teig 5 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen
Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, Kekse ausstechen und je nach Größe
7-10 Minuten backen.
Komplett auskühlen lassen und nach Lust und Designlaune verzieren.



Mein "ugly Sweater" Ausstecher stammt von Tschibo, der kleine Elch ist ein Teil eines Ausstecher-Sets von Dr. Oetker (beide 2019 gekauft). Mini Herz, Mini-Lebkuchenmann, Mini Christbaum sind Teile aus meinem Ausstecher-Depot. Die Schablone stammen von thecookiecountess.com

Was denkt ihr? Christmas Sweater for all oder lieber nicht?
















Donnerstag, 21. November 2019

111 - Einhundertelf

Monsieur Koko und s'Zwiebale haben aus Pölstern ein Fuhrwerk gebaut. Koko lenkt, s'Zwiebale liegt auf der Ladefläche.
Einigkeit über die Art des fahrbaren Untersatzes herrscht anscheinend nicht. Aber es tuckert und brummt eine Zeitlang vor sich her. Da lässt sich s'Zwiebale plötzlich auf den Boden rollen und ruft: "Hilfe, ich bin ins Meer gefallen" und zur gleichen Zeit schreit Koko: "Hilfe, wir stürzen ab. Das Flugzeug stürzt ab. Hilfe!"
Einigkeit herrschte nur, dass die süße Jause gut schmeckte.



Diese Kekse passen nicht nur für eine nachmittägliche Jause, sie sind auch ziemlich perfekt für jeden Proviant, passen perfekt in die Jausenbox, sind stabil genug für gewagte Klettermanöver mit Rucksack, schmecken nicht nur im Advent und sind zudem auch noch ziemlich hübsch.




Einig sind sich die Herren auch, dass wir diese Kekse zum 1. von 111 Ausflügen mitnehmen. Ich habe nämlich ein tolles Buch bekommen, das ausnahmsweise einmal nichts mit Backen und Kochen zu tun hat.
111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss. Von Bernadette Németh, erschienen im emons Verlag.

Trotz 20 Jahre in Wien sind viele der Ausflugtipps mir noch unbekannt und wir freuen uns darauf, viel davon entdecken zu können. Tolle Spaziergänge, unbekanntere Museen, Outdooraktivitäten, Kultur und natürlich auch Tipps für kulinarische Pausen.

Wir starten übrigens mit Punkt 21. Da sind sich Koko, Knopf und s'Zwiebale ganz einig!


Das Rezept für diese Kekse habe ich von smittenkitchen, leicht abgewandelt

225 g Butter, Raumtemperatur
135 g Zucker
2 sehr große Eigelb (ich habe 3 mittlere verwendet)
1 TL Vanille Extrakt
Prise Salz
260 g Mehl
Marmelade
Kuvertüre
Streudekor
Spritzsack, Sterntülle

glutenfreie Version: 100 g Maismehl, 100 g Reismehl, 60 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl

Backrohr auf 175 Grad vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.
Butter und Zucker zu einer hellen Creme aufschlagen.
Eigelbe, Vanilleextrakt und Salz hinzufügen und gut vermischen.
Mehl hinzufügen und nur solange mixen, bis der Teig homogen ist.
Etwas von der Masse in den Spritzsack füllen (nur nicht alles, lieber erst die Hälfte und dann weiter - sonst könnt ihr die Kekse nicht heraus spritzen)

Teig in großen (!!!das ist wichtig) Abständen, ca 5 cm lange "Würste" spritzen. Das Ende etwas hochziehen und wenn das nicht gelingt, kann man den Teig auch einfach mit dem Messer abschneiden und mit den Fingern in Form bringen.
11-13 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen.

Mit Marmelade immer 2 Kekse aneinander kleben und nach Lust und Laune mit Schokolade (Kuvertüre dazu schmelzen) und Streudekor verzieren.

Und jetzt auf zu 111 Orten für Kinder in Wien!



PS: Nummer 21 ist das Feuerwehrmuseum







Montag, 7. Oktober 2019

Erledigt, abgehackt, fertig. ;-)

Es gab Dinge, da wusste ich ziemlich genau, wie ich das mit den Kindern machen würde: Einführung Beikost, Impfungen,... keine Wissenschaft daraus gemacht. Erziehung, wird ohne die Lektüre von unterschiedlichsten Ratgebern betrieben. Und es gab Themen, da hatte ich keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte: Keine Windeln mehr? Ist mir immer noch ein Rätsel, wie man das Kindern beibringen soll und hat bei 2 von 3 zum Glück so geklappt. (Der süße Knopf hat sie immer noch)

Ziemlich genau wusste ich, dass ich das Thema "Aufklärung" immer offen ansprechen würde. Obwohl meine Eltern beide aus sehr konservativen Elternhäusern stammten, wurde bei uns Zuhause über Sex und Co. immer offen gesprochen.
Jetzt ist Monsieur Koko bald 10 Jahre alt und im nächsten Halbjahr steht in der Schule Sexualkunde am Programm; also ein gewisser Zugzwang, denn ich wollte, dass er es von seinen Eltern erzählt bekommt.
Kein Problem, dachte ich mir also, bei der nächsten passenden Gelegenheit rede ich mit ihm. Tja, irgendwie ergab sich diese passende Gelegenheit nicht und einmal, da hätte es so gut gepasst, aber während ich mit den zwei Kleinen an der Hand zum Fußballtraining hetzte, war mir dann doch nicht so danach.
Wie sich der Samen in die Eizelle bohrt, die sich dann teilt, wie das Baby wächst und auf die Welt gebracht wird, kein Thema. Solch "wissenschaftliche" Dinge erklärte ich gerne. Aber wie der Samen zur Eizelle kommt, das anzusprechen war dann doch schwieriger als gedacht. Innerlich musste ich ja schon über mich schmunzeln, weil Manches im Elternleben einfach doch nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. (ha, ha, Manches.... ;-) )

Vor ein paar Tagen war dann aber die perfekte Gelegenheit. Yeah! Monsieur Koko musste einen Text über Laubfrösche lesen und nach der Textpassage, dass das Männchen den Samen über die vom Weibchen ausgestreuten Eier gibt, erklärte ich dann, dass das bei Menschen ja so ähnlich ist.
Nach meiner kurzen, knappen Erklärung schaute mich der Koko groß an, schluckte und las weiter. "Der Laubfrosch lebt ungefähr 2 Monate als Kaulquappe, …"
Hä, fragte ich mich innerlich. Keine Fragen, kein weiteres darüber reden? Also machte ich nach Beendigung des Textes einen Versuch: "Magst Du noch etwas wissen? Also über die Frösche oder die Menschen?" Okay, also nicht.

Dafür brauchte ich aber ein extragroßes Stück Kuchen. Manche Gespräche, auch wenn sie so einseitig sind, können ganz schön anstrengend sein.

Foto: Bernd Tschakert


Und wieder ein Punkt abgehackt am Weg zum Erwachsenwerden. Uff.
Dieser herbstliche Kuchen ist einfach eine perfekte Nervenstärkung nach anstrengenden Gesprächen.

Foto: Bernd Tschakert

Rezept aus meinem Backbuch: "Kuchenparty. Süße Feste feiern."

Süßkartoffelkuchen mit Cheesecreamfüllung:

Zutaten für eine Torte mit Durchmesser von 15 cm

2 große Süßkartoffeln

250 g Mehl

1 ¾ TL Backpulver

½ TL Backnatron

1 TL Zimtpulver

¼ TL Ingwerpulver

Messerspitze Nelkenpulver

115 g Butter, Zimmertemperatur

190 g brauner Zucker, fein

2 Eier (L)



Glutenfreie Version: 100 g Buchweizenmehl, 100 g Hirsemehl, 50 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl


2 Backformen mit einem Durchmesser von 15 cm



Backrohr auf 190 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier belegen. 


Süßkartoffeln mit einer Gabel rundherum einstechen und ca. 1 Stunde garen. Herausnehmen, schälen und das Fruchtfleisch durch eine Kartoffelpresse drücken. 350 g davon in eine Schüssel geben und auskühlen lassen. Den Rest anderswertig verarbeiten. (Tipp: zu einer Gemüsecremesuppe verarbeiten, unter ein Kartoffelpüree mischen oder pur mit etwas Butter und Meersalz genießen – das mache ich immer und es schmeckt herrlich!)


Backrohr auf 175 Grad herunterschalten und Backformen vorbereiten.


In einer kleinen Schüssel Mehl mit Backpulver, Backnatron, Zimt, Ingwer und Nelkenpulver vermischen. In einer großen Rührschüssel Butter und Zucker ca. 3 Minuten lang cremig mixen. Eier hinzufügen und gut unterrühren. Süßkartoffelpüree ebenso unter mixen. Die trockenen Zutaten hinzugeben und mit einer Teigspatel gerade so lange vermischen, bis sich ein homogener Teig bildet. Die Masse auf die beiden Backformen aufteilen und 30 Minuten backen. Auskühlen lassen.



Für die Creme:

80 g Creme fraiche

40 g Doppelrahmfrischkäse

200 g Mascarpone

50 g Staubzucker



Alles mit dem Mixer zu einer Creme verrühren.



Fertigstellung der Torte.



Beide Tortenböden begradigen und horizontal halbieren; so hat man dann 4 Tortenböden. Einen Boden auf ein Cakeboard platzieren, mit etwas Creme bestreichen, einen weiteren Boden darauf setzen und so fortfahren, bis alle Böden aufgebraucht sind. Den letzten Tortenboden mit der Backseite nach oben auf den Tortenstapel legen. Mit der restlichen Creme einstreichen und dekorieren.