Donnerstag, 9. Mai 2019

Muttertag

Am Sonntag ist hier Muttertag und ganz ehrlich.... ich fürchte mich schon etwas. ;-)

Vor ein paar Tagen kam nämlich s'Zwiebale freudestrahlend vom Spielen draußen herein, schmiss sich in meine Arme und rief lautstark: "Du bist einfach wunderbar!".
Noch ahnte ich nichts und freute mich einfach so. Wenig später kuschelte er sich in meine Arme und meinte: "Es ist einfach, du bist einfach wunderbar." Und dann erzählte er mir vom Muttertag und dass er im Kindergarten ein Geschenk bastle, dies aber ja nicht verraten dürfe (hat er bis jetzt tatsächlich noch nicht) und ich am Sonntag lang schlafen müsse (was ich dank meines besten Ehemanns immer darf; also so bis halb 8, er ist dann mit den Burschen schon 2 Stunden wach) und dann müsse ich das Geschenk suchen.
Am nächsten Tag teilte s'Zwiebale mir dann schon eifrig Details mit. Ich dürfe am Muttertag gar nichts machen. Er mache alles. In mir stieg langsam Panik hoch und ich fragte mich ernsthaft, ob es sehr verwerflich sei, sich zum Muttertag zu wünschen, dass alle außer Haus sind und man diesen Tag einfach in Ruhe verbringen darf.
Angesteckt von der Unruhe des Jüngsten, beeilte sich auch der Älteste, Monsieur Koko, seinen Senf zu dem Thema dazu zu geben. Selbstverständlich bereite er auch eine Überraschung vor und er würde das Geheimnis nie und nimmer verraten und sein jüngster Bruder hätte ja schon das Gedicht ("es ist einfach, du bist einfach wunderbar - ich vermute, s'Zwiebale hat da ein paar Passagen ausgelassen) verraten. Der jüngste schrie darauf: "Ich verrate nichts. Du gibst immer an!" "Nein, du gibst an"

Ein Wort gab das andere und ein erbitterter Streit entstand. Nachdem ich den einen in sein Zimmer und den anderen in den Garten schickte, herrschte kurz Ruhe. Wenig später kam das s'Zwiebale herein und hielt zwei Grasbüschel in der Hand. "Welche Blumen magst du lieber?" Leider konnte ich mich nicht rasch genug zwischen Grasbüschel in der linken Hand und Grasbüschel in der rechten Hand entscheiden, da kam auch schon der Koko dazu und lachte: "Das sind doch keine Blumen, das ist nur Gras." "Das sind schon Blumen. Mamaaaa, der lacht mich aus. Das ist unfair!" war die heulende Antwort des Jüngsten.

Dem süßen Knopf, dem dieser Trubel um den Muttertag zum Glück ganz egal ist, schaltete sich nun auch ein: "unfair", brüllte er, wobei nicht ganz eindeutig war, für wen er Partei ergriff und ganz ehrlich: er findet dieses neu erlernte Wort einfach so toll, dass er es ständig verwendet. Er muss ins Bett - unfair. Wir gehen Fußballspielen - unfair. Es gibt Kuchen - unfair. Es gibt keinen Kuchen - unfair.

Bis jetzt hat keiner sein Geschenk verraten, einig sind sie sich, dass ich erst zum gedeckten Frühstückstisch zu erscheinen habe, noch unklar ist, was es zum Essen geben wird - der eine ist für Spaghetti - der andere für Pizza und der Mittlere findet alles unfair. Ganz und gar nicht geklärt ist, wer den Kuchen für die Nachmittagsjause bäckt: also stell ich mich zur Sicherheit am Samstag wohl selbst in die Küche...

An alle Mamas: genießt diesen Tag! Ihr seid 356 Tage einfach wunderbar!
An alle Papas: Danke, dass ihr die Vorhaben der Sprösslinge so tatkräftig unterstützt und schon frühmorgens Grasbüschel dekorativ in Vasen drapiert.
An die Herren Koko, Knopf & Zwiebale: DANKE ...
… und übertreibt es vielleicht nicht ganz so.



Flieder-Donuts
Zutaten für ca 36 Mini-Donuts
110 g Mehl
1/2 TL Backpulver
60 g Zucker
25 g brauner Zucker (fein)
1 Ei (M)
45 ml Vollmilch
40 ml Buttermilch
15 g Butter, geschmolzen

glutenfreie Version: 50 g Maismehl, 50 g Reismehl, 10 g Kartoffelstärke, 1/4 TL Johannisbrotkernmehl

für die Glasur: 1 EL Fliedersirup, Staubzucker, Lebensmittelfarbe (Paste), Zuckerstreusel (Achtung bei der glutenfreien Variante - viele Zuckerstreusel enthalten Weizenmehl!)


Backrohr auf 160 Grad vorheizen
Backform (ich verwende welche aus Silikon) vorbereiten
Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen
Beide Milchsorten, Ei und geschmolzene Butter in einem Gefäß vermischen
Flüssige Zutaten zu den trockenen gießen und kurz mixen, bis sich gerade eben ein homogener Teig bildet
Teig in einen Spritzbeutel füllen und die Donutformen bis etwas über die Hälfte füllen
10-12 Minuten backen (Stäbchenprobe), kurz auskühlen lassen, aus der Form lösen und die nächste Tranche backen.

Fliedersirup mit Staubzucker zu einer cremigen Masse rühren, bei Wunsch einfärben und damit die Donuts glacieren. Zum Abschluss mit Zuckerstreuseln verzieren.


PS: Das ist ein kinderleichtes Rezept - da muss man als Mama eigentlich nur als Aufsicht daneben stehen.

PPS: Meine Lieblingsblumen sind - Flieder und dann Pfingstrosen :-)









Mittwoch, 20. März 2019

Kleines bisschen Extra - irgendwie egal

"Irgendwie anders, irgendwie normal, Kleines bisschen Extra - irgendwie egal", rappt Roger Reddich in seinem Song zum Welt-Down-Syndrom-Tag. Und irgendwie bedarf es keiner weiteren Worte, der Song ist einfach perfekt, sagt alles, was mir wichtig ist. Irgendwie ziemlich genial.

Irgendwie normal


Luis ist jetzt 7 1/2 Jahre alt. Er ist ein großer, sportlicher Schulbub geworden, der so lerneifrig und wissenshungrig ist und uns immer wieder mit seinen Leistungen überrascht. Er ist nach wie vor ein Balltalent, wirft Basketballkörbe und drippelt, dass sein älterer Bruder nur so staunt. Das Mannschaftstrikot seiner Fußballmannschaft ist ihm heilig und er trainiert jede Woche fleißig mit. Er tanzt und singt in der Musikalischen Frühförderung und er lernt Klavier spielen.
Konnte er im September gerade mal so einen halbwegs geraden Strich machen, spurt er jetzt schon alle gelernten Buchstaben nach, kann L U I S schreiben und M. Er rechnet sehr souverän im Zahlenraum 5 und liest nach der Silbenmethode jedes Wort mit ihm bekannten Buchstaben. Irgendwie normal? Irgendwie ziemlich außergewöhnlich!
Zum Erlernen des M-Schreibens haben wir 2 Wochen gebraucht. Jeden Tag nach der Hausübung habe ich mit Luis geübt, ganz intensiv und es gab etliche Momente, wo ich verzweifelte und dachte, das schafft er nie. Irgendwie anders, oder?

Irgendwie ist Vieles so viel anstrengender, mühsamer, schwieriger. Auch wenn Luis und wir so ein Glück haben, mit engagierten Lehrerinnen, unterstützender Gemeinde und einem offenen, toleranten Umfeld, so müssen wir im Hinblick auf alle Kinder mit Trisomie 21 doch viel mehr kämpfen. Für funktionierende Inklusion, für Ausbildung, für Berufschancen und Betreuung, für adäquate Freizeitbetreuung, ja oft sogar für ihr Recht zu leben. Und darum schreibe ich jedes Jahr ein paar Zeilen: denn "für Mamas und Papas sind auch Kinder mit Down Syndrom immer erste Wahl. Kleines bisschen Extra - total egal!"



Dienstag, 19. März 2019

Mengenlehre nach Zwiebale

Ein Schaustück in wenigen Akten.

Der Jüngste verlangte flehentlich nach Saft. "Bitte Mama, Saft."
Die strenge Mutter: "Nein, Du hast schon so viel Süßes getrunken. Jetzt trink doch einmal ein Glas Wasser."
"Aber Mama, vom Wasser muss ich so oft aufs Klo."
"Und vom Saft etwa nicht?", fragt die etwas genervte Mutter.
"Nein, vom Saft muss ich nicht so oft pieseln. Nur vom Wasser", argument der 4jährige Knirps.

Ende

Jetzt ist mir auch klar, warum s'Zwiebale so oft Süßes essen muss. Von Schokolade, Keksen und Co. wird man einfach nicht so satt wie von den Hauptmahlzeiten.
Vermutlich ist das auch ein Gesetz aus 1604 (Wer die Unterlage der Kekse betrachtet, kennt sich aus und lobt mich bitte wegen des tagesaktuellen, politischen Blogbeitrags): Saft und Süßen gehen immer. Und so haben wir herrliche, riesige Cookies genossen; mit Schokolade, gesalzenen Erdnüssen und Mini-Snickers im Inneren!


Für 12 mega große Cookies

240 g Mehl
3/4 Teelöffel Natron
170 g Butter
130 g cremige oder "crunchy" Erdnussbutter
220 g Zucker
2 Eier
backstabile Schokostückchen (ich habe die in XL verwendet)
12 Mini-Snickers
gesalzene, geröstete Erdnüsse

glutenfreie Version: 100 g Reismehl, 100 g Hirsemehl, 40 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl, 1/2 Tl gemahlene Flohsamenschalen

Mehl und Backnatron in einer Schüssel mischen
Butter, Erdnussbutter und Zucker in einer Schüssel mit dem Mixer cremig rühren
Eier dazu und rühren
Mehlmischung unter dreimal unterheben.
Teig und die kleinen Süßigkeiten separat für mindestens 30 min kalt (Kühlschrank) stellen. Am besten funktioniert das, wenn man den Teig schon jetzt in 12 Häufchen teilt und diese auf einem Teller in den Kühlschrank stellt.
Backrohr auf 175 Grad vorheizen
Jedes Teighäufchen zur Kugel formen und dabei das Mini-Schokostück wie bei einem Marillenknödel in die Mitte einarbeiten
Je 6 Teigkugeln mit großem Abstand auf ein mit Backpapier bestücktes Blech legen
4-5 backstabile Schokostückchen und ein paar Erdnüsse in den Cookie drücken
13-15 min backen
Achtung! Unbedingt auskühlen lassen! Frisch sind die Cookies noch zu zerbrechlich.