Sonntag, 17. September 2017

Herbstharmonie

Hüstl, es gibt so Tage, die sind vom Wetter her perfekt für ein gutes Buch - gerne auch zum 100. Mal Superwurm vorlesen - eine Tasse Tee und Kuchen. Es regnet draußen, ist kühl, herbstelt so richtig - genau meins!
Und dann ist so ein gemütlich-feiner Tag einfach nur anstrengend, weil die Herren Koko, Knopf und Zwiebale bei der gemütlichen Stimmung nicht mitmachen und speziell Herr Knopf und s'Zwiebale nur in Streitlaune sind und herum sumsen.
Aber Kuchen gab es trotzdem und was für einen!!



Ich weiß wirklich nicht, wie andere Blogger es schaffen, wundervolle Fotos von ihren Backwerken zu machen. Vermutlich wartet da nicht eine hungrige Meute von Kindern. Ich konnte einen Muffin retten ... und das auch nur, weil ich ihn in diesen "Eisenpanzer" steckte. ;-) (siehe Foto oben)

Da drin versteckt sich ein wundervoller Apfel-Zimt-Muffin.


Rezept abgewandelt nach smittenkitchen.com
für ca 11 kleine Muffins

60 g Vollkornmehl
65 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
Prise Salz
1/2 TL Zimt
55 g zimmerwarme Butter
50 g Zucker (weiß)
20 + 20 g brauner Zucker
1 kleines Ei
100 ml Buttermilch
1 großer Apfel

Für die glutenfreie Variante: 60 g Buchweizenmehl, 30 g Maismehl, 30 g Reismehl, 10 g gemahlene Flohsamenschalen, 1/2 TL Johannisbrotkernmehl

Backrohr auf 200 Grad vorheizen
Mehle mit Backpulver, Natron, Zimt, Salz mischen und beiseite stellen
Butter mit Zucker (weiß und 20 g braun) schaumig rühren
Ei dazu mixen, bis sich alles gut verbunden hat
Buttermilch kurz einrühren
Apfel in kleine Stücke schneiden
Mehlmischung und die Apfelstückchen zum restlichen Teig geben
kurz mixen und auf die Förmchen aufteilen
die restlichen 20 g braunen Zucker auf die Muffins verteilen
ca 20 min backen (Stäbchenprobe!!!)
auskühlen lassen (wobei lauwarm schmecken sie auch gut - siehe hungrige Meute, die wartet)





Der braune Zucker obendrauf ist so herrlich knusprig, leicht karamellig und das Haus duftete herrlich nach Zimt und Apfel; ziemlich perfekt. Und Koko und s'Zwiebale waren auch kurz besänftigt und ruhig. :-)

Samstag, 19. August 2017

Ferientage und Kindheitserinnerungen





Ich schwelge gerade im ziemlichen Ferienglück und Sommergenuss. Abgesehen von der Woche Urlaub, wo wir weg waren und die Kinder sich wie die Hottentotten aufführten, haben wir grad echt eine feine Zeit. Tage im Schwimmbad mit Freunden, Spaziergänge, Nachtwanderungen, mittags einen Espresso (ich) und ziemlich oft ein Eis (die Buben), schnelle easy peasy Küche, das Haus voller Kinder, Wassermelone, Grillerei, Zeit bei den Großeltern und Verwandten ... genau so sollen Sommerferien sein! Und für meine deutschen Leserinnen: wir haben 9 (NEUN!!!!) Wochen Sommerferien.
Genau so waren meine Sommerferien als Kind auch. Ein bisschen später, so im späten Teenageralter wurde ich dann flügge und verbrachte die Ferien mit Reisen, zuerst zu Verwandten nach Paris und Neapel, quasi als Einstieg und dann ganz allein mit Conny nach London (2 Wochen lang, der pure Luxus) und mit Tanja Interrail nach Paris, London, Newcastle, Normandie und im Jahr drauf mit Conny nach Italien und Griechenland, mit Stefan mit dem Motorrad nach Florenz und Pisa. 

Und bevor wir die weite Welt erkundeten, war Zelten, ganz allein hoch angesagt! ;-) Der Schrebergarten meiner Eltern bot die perfekten Bedingungen: 1 km von der elterlichen Wohnung entfernt, aber doch mit Infrastruktur (Kloanlage, ein mini-Gartenhäuschen) und die Nachbarsburschen, die uns beim Zeltaufbau halfen und dann auch noch gemeinsam mit uns grillten. was sehnten wir den Zeitpunkt herbei bis wir endlich allein waren und es uns im Zelt gemütlich machen konnten. Da wurde noch Schokolade geknuspert und geplaudert und geträumt, in den buntesten Farben malten wir unser Leben in Metropolen wie New York oder Paris oder London aus (es wurde dann - immerhin eine City - Wels und eine kleinere City - Berndorf). Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf wieder aufzuwachen. Es regnete. Es schüttete. Unser Zelt war undicht. Triptropf nass machten wir uns irgendwann barfuß (die damals so angesagten Jogging High - alle Kinder der 70er und 80er erinnern sich - waren klitschnass) auf der Straße auf den Heimweg. Ernüchternd.

Im nächsten Jahr wählten wir den Garten von Tanja. Praktischerweise lag die Grünfläche direkt vor dem Wohnblock von Tanja. Wieder knusperten wir Schokolade, Kekse und planten Reisen, plaudeten und lachten. Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf von Tanjas älterem Bruder mit einem lauten TAGWACHE geweckt zu werden. Der war gerade beim Bundesheer und fand das ziemlich witzig. Wir weniger und somit war mal unsere Zeltkarriere fürs erste beendet. Im nächsten Jahr durften wir nämlich auf Interrail fahren und ich denke, wir hatten das Zelt zwar mit, aber nie gebraucht. Ich weiß noch, dass mein Rucksack 27 Kilo wog und ja, ich war noch mobil. Also vom Bahnhof zur Jugendherberge schaffte ich es. Auch bei den Pfadis (Pfadfindern) wurden wir der Zeltpartie untreu und WiWö Führer und somit Hausschläfer. 
Aber mit Conny wagte ich es wieder - Interrail nach Italien und Griechenland und in Griechenland zelteten wir am Campingplatz. War das wunderschön!

Meinen ersten richtigen Kuss habe ich beim Zelten am Berg bekommen. Das Zelten und ich ... sind also mit ganz vielen wundervollen Erinnerungen verbunden und heuer war es endlich soweit. Monsieur Koko und ich schlugen unser Zelt im Garten auf. Hui, hui, war das aufregend. Wobei mein liebster Ehemann ganz schön aufgeregt ware, uns mit Stirnlampe und guten Tipps ausstattete und der Koko immer nervöser wurde. Aber dann packte ich was zum Knuspern aus, wir kuschelten uns in die Schlafsäcke und plauderten und planten und der Koko war ziemlich bald im Reich der Träume und ich war munter. Ui, ui, so unbequem hatte ich es gar nicht in Erinnerung. Es war steinhart, meine super duper Isomatte irgendwie zu dünn, dabei hatte ich bei den Pfadis doch sogar noch eine dünnere... Na gut, also von rechts nach links gedreht. Ui, ui, am Rücken ging gar nicht. Es ist zu heiß, also Schlafsack auf, es ist zu stickig, also Zelt auf, es wird kühl, ich finde den Reißverschluss vom Schlafsack nicht, der Koko klebt an mir (wir stehen leicht abschüssig), das Zelt ist definitiv zu klein, auf jeden Fall zu kurz, ausstrecken geht nicht, ich finde meinen Kopfpolster nicht mehr - was für ein Luxus! Den gab es früher nicht! Ich finde die Straßenbeleuchtung extrem hell, ich sollte aufs Klo, mag mich aber nicht rausschälen, ich schlafe ein, wache auf, schlafe ein, wache auf.

ABER: der Herr Koko schlummert selig neben mir, kuschelt sich glücklich an micht, lächelt im Halbschlaf und ist am Morgen so, so stolz, dass er sich getraut hat, draußen zu schlafen. Und ich bin gerädert, mir tut jeder Knochen weh, ich bin hundemüde und so, so glücklich. Was für ein schönes Erlebnis, das ich mit dem Koko teilen durfte.

Und was gibt es Schöneres, als so ein Erlebnis mit etwas Süßem zu beschließen? Eine rustikale, unkomplizierte Galette. Wenn man es etwas besser planen würde, könnte man sie sogar ofenwarm vorm Zelt genießen, oder dann halt am Nachmittag. ;-)


Ich habe mir im Urlaub ein Kochbuch gekauft und es gelesen wie ein richtiges Buch. Es ist fantastisch und die Rezepte allein vom Lesen her ein Genuss. (Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York. berlin Verlag)
Galette wollte ich schon immer mal machen und habe zwei Rezepte von Deb Perelman kombiniert und natürlich in glutenfrei umgewandelt, damit auch der süße Knopf mit naschen konnte.

Rezept für eine große Beerengalette

für den Teig:
315 g Mehl ( und für die glutenfreie Variante: 100 g Hirsemehl, 200 g Buchweizenmehl, 15 g Kartoffelstärke, 2 TL Flohsamenschalen)
1/2 TL Salz
225 g Butter
120 g griechisches Joghurt (10 % Fett)
80 ml Eiswasser
(im Originalrezept war ein TL Weißweinessig drinnen, den habe ich vergessen, aber es hat auch gut funktioniert)

für die Füllung:
250 g Heidelbeeren
500 g Ribisel
(ergab bei mir 700 g geputzte Früchte)
120 g Zucker
40 g Maisstärke




Mehl (bzw. Mehle) und Salz in einer Schüssel vermischen.
Butter (sehr kalt)  in Stückchen dazugeben
zu einem krümeligen Teig vermischen (Teigmischer, Handmixer, Hände)
Joghurt, Eiswasser (und Essig, wenn man ihn nicht vergisst) dazugeben
kneten bis ein Teig (keine Krümel mehr) entstanden ist
Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen, auch über Nacht ist möglich und dann könnte man fast gleich nach dem Aufstehen den Kuchen genießen. 
Wenn man so wie ich knapp dran ist, tun es auch 30 min im Gefrierfach)

Alle Zutaten der Füllung vermischen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Teig nach Rastzeit auf einer bemehlten zu einem großen Kreis (Durchmesser ca 40 cm) ausrollen.
Diesen Kreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
Die Früchte auf der Galette verteilen, dabei einen Rand von ca 5 cm frei lassen
Diesen Rand übereinander klappen und falten, so dass diese typische Form der Galette entsteht. Keine Sorge, das muss nicht perfekt aussehen!
Ca 30 - 40 min backe  und dann ganz wichtig, etwa 10 min auskühlen lassen.
Mit Staubzucker bestreuen und servieren. Schmeckt lauwarm wundervoll!


Wie es andere schaffen, die Galette auf einer Servierteller zu bringen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe sie am Blech in Stücke geschnitten und dann auf Tellern serviert. Und wie es andere Blogger schaffen, da noch tolle Fotos zu schießen, bleibt mir auch ein Rätsel. Ich hatte nach 3 Bildern schon die Finger vom kleinen Zwiebale drauf. Länger hätte ich das gute Stück nicht mehr zurückhalten können. ;-)


Tipp: Diese Galette kann auch mit anderen Früchten gebacken werden. Marillen stelle ich mir auch toll vor. Dabei müsst ihr vielleicht ein bisschen mit der Zuckermenge in der Füllung variieren. Ribisel sind ja eher sauer und vertragen diese Menge und der Kuchen ist trotzdem nicht zu süß) Man kann diese Galette auch pikant füllen - z.B. mit Kürbis und Speck oder...

Tanja und Conny und Robert, das ist für Euch in Erinnerung an unsere Zeltnächte. ;-)




Donnerstag, 3. August 2017

Mengenlehre nach Zwiebale



Wir sind komplett im Ferienmodus. Schon die 5. Woche und 4 liegen noch vor uns. Bei diesem Sommer aber wirklich ein Genuss. Die Herren Koko, Knopf und Zwiebale waren anfangs auch tiefenentspannt und spielten harmonisch miteinander. Manchmal habe ich mich innerlich schon gefragt, ob jemand die Kinder ausgetauscht hätte. Kein Streit, keine Hänselei und ich konnte vormittags sogar mal meine Nase in ein Buch hinein stecken!

Dann kam die große Hitze und die Harmonie war nicht mehr so präsent. Vorallem im Freibad, wo wir unsere Tage verbringen ist der Stress groß. "Wasser", brüllt der Eine und will sofort mit Gewand ins kühle Nass. "Wurstsemmel" brüllt der andere und der dritte "Eis". Am besten alles gleich, sofort und in rauen Mengen.

Und s'Zwiebale zählt zwar schon ganz brav fünf, sechs, sieben, acht, neun, aber davor geht es eher so eins, drei, fünf,.... Und beim Essen kennt er sowieso nur zwei Mengen. "Eins" ist ein Stück, "zwei" bedeutet viele! Und nachdem heute der Tag der Wassermelone ist, gab es "zwei" ;-) Wassermelonenkekse!



Einen schönen Sommer wünschen wir!



Donnerstag, 27. April 2017

Singing in the snow...

Dass der April macht was er will, ist ja irgendwie allen bekannt. Regen, Sonne, Hagel, auch ein bisschen Schnee... alles okay - die ständige Reimlektüre mit dem Knopf färbt wohl ab. ;-)

Aber 50 cm Neuschnee innerhalb von 24 Stunden, zweigeschößiges Iglo und Schlittenfahrt ins Café, das gab es noch nie! Monsieur Koko war ziemlich grantig, weil er in die Schule musste, der süße Knopf war ziemlich froh, dass er im Kindergarten sein durfte (der mag den Schnee nicht so gern) und das Z'wiebale war ziemlich selig. Er hatte vormittags den Papa ganz allein und dann ging es noch auf der Rodel (=Schlitten) ins Café.




Nur, um es für alle Ewigkeiten fest zu halten. Das war am 20. April. ZWANZIGSTER!!! Ganz schön verrückt. Das Z'wiebale saß also hinten auf der Rodel und sang lautstark und ich meine wirklich lautstark (das kann er) Popo Meister. Und ehrlich gesagt klang es ziemlich bald nach Popel Meister. Popel Meister, Popel Meister. Zum Glück war bei dem Schneetreiben sonst niemand unterwegs und sonst wäre es mir wohl auch egal gewesen; irgendwann wird man als Mutter ziemlich abgebrüht.

Quietschvergnügt kam er also in Dagmars Greißlerei an. Die Dagmar ist eine ganz Liebe und hat die Greißlerei bei der Schule/Kirche übernommen und liebevollst umgestaltet. (Für alle Berndorfer und Umgebungsleute: man kann hier auch Kaffee trinken und Süßes oder Pikantes essen) Und was ich wirklich genial finde, ist ihre Theke mit bunten Gläsern voller Lutschern, Zuckerln & Zuckerwerk. Und da liegen auch unter einer Glasglocke so riesige Kekse, rund und groß und voller Schokostückchen. Die sind herrlich, obwohl von einer Fabrik hergestellt schmecken sie einfach wundervoll. Und ganz besonders gut bei so einem Schneetreiben.



Der Koko war dann am Nachmittag selig, hat er doch mit seinem Papa und einen Freund das genialste Iglo aller Zeiten gebaut; mit 2. Stock.


Und ich war ziemlich selig, weil ich bei so einem Schneegestöber noch lieber backe und es einfach herrlich finde, wenn es draußen stürmt und schneit und es drinnen so verführerisch duftet.
Und was gibt's Schöneres, als draußen im Schnee an einem riesigen Schokokeks zu knabbern und einen heißen Tee oder einen Kakao zu trinken?



Rezept für 12 Schokocookies
120 g Butter
110 g weißer Zucker
40 g brauner Zucker
1 TL Vanilleessenz
1 Ei
200 g Mehl (plus etwas mehr)
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
100 - 120 g Schokodrops (ich habe Schokoflöckchen und backstabile Schokodrops verwendet)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Butter schmelzen und abkühlen lassen
dann mit beiden Zuckersorten cremig mixen
mit Ei und Vanilleessenz mixen - nur so 10 Sekunden lang
Mehl, Backpulver und Salz dazugeben und kurz mixen, bis die Masse krümelig ist und dann mit den Händen weiterkneten.
Ist der Teig zu patzig-weich, noch etwas Mehl dazu geben
Dann die Schokodrops mit den Händen unterkneten
12 gleich große Stücke zu Kugeln rollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und leicht flach drücken
9-12 min backen
Ich habe die Kugeln in eine Tarteletteform gedrückt, weil ich wollte, dass alle gleich groß sind. Funktioniert auch mit einem Muffinblech (nur das war zu weit im Kasten drin, deswegen habe meine Kekse jetzt alle einen gewellten Rand)




Die Kekse schmecken extrem gut, sind richtig schön soft und schokoladig. Hmmmm,.... und abends bin ich dann drauf gekommen, warum das Z'wiebale den ganzen Tag so fröhlich vom Popel Meister gesungen hat. Er hat Bob der Meister gemeint. ;-)  Ich erfinde jetzt lieber ein Lied über Keks-Meister ;-)



Donnerstag, 6. April 2017

Schonfrist

Und das Wort gilt mir und nicht den herumhüpfenden Waidtieren. Merkt ihr es auch? Mit beginnender Sommerzeit sind wir wieder mehr draußen und nicht nur kurz im Garten, sondern auch zum Spazierengehen. Bevorzugtes Ziel ist unsere Eisdiele. Und da marschiert man ein Stückchen an der Landstraße entlang und sieht allerlei Fahrzeuge.
Die Geschichte ist jetzt schon ein Jahr alt, aber mir fiel es jetzt grad wieder ein.
Die Herren Koko, Knopf und s'Zwiebale waren letztes Jahr so um die gleiche Zeit mit mir unterwegs zum Eisessen. Der Knopf brüllt aufgeregt Auto, ich wiederhole "Auto". Das Zwiebale brüllt noch aufgeregter Augooole (=Motorrad). Ich wiederhole: "ja genau, ein Motorrad."

Dann gebärdet der Knopf Lastwagen und ich wiederhole "ja, da ist ein Lastwagen" und überlege mir zum hundertsten Mal, ob es nicht einen Weg zur Eisdiele gäbe ohne diese für die Buben überaus interessante und für mich überaus fade Straße.

Da meint Monsieur Koko, nein Mama, das ist kein Lastwagen, das ist ein Sattelschlepper. Und es folgt eine detaillierte Erklärung, die ich mir auch beim zweiten Mal nicht gemerkt habe und jetzt ein Jahr später nicht im Ansatz wieder geben kann. Aber bei Interesse, lässt sich das sicher nachgoogeln. ;-)
Weise Mama wie ich bin, beruhige ich den Koko und erkläre ihm: "Ich sag nur zu allem Lastwagen, weil sonst ist es für die zwei Kleinen zu kompliziert." Monsieur Koko nickt verständnisvoll, ich atme erleichtert auf und dann meint er: "Okay, bis sie fünf sind, kannst Du es so machen, dann sind sie alt genug!"

Ui, ui, der Knopf ist schon fünf, s'Zwiebale wird im Sommer drei, also habe ich nur noch zwei Jahre Schonfrist!

Ich back inzwischen lieber mal eine Runde Kekse, die wir heute nachmittags ganz klassisch mit einem Glas Milch genossen haben.


Das Rezept ist ein ziemliches Zufallsglücksrezept. Ich habe für Weihnachten Linzer Törtchen gebacken und mein bestehendes Rezept in ein glutenfreies verwandelt und festgestellt, dass sich der Teig perfekt ausrollen lässt.

Daher gab es heute ganz gesunde, süße Kekse ;-)

150 g weiche Butter
200 g Zucker
300 g Mehl (für die glutenfreie Version: 200 g Buchweizenmehl, 50 g Reismehl, 50 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahl. Flohsamenschalen)
150 g gemahlene Mandeln  (ich verwende immer ohne Haut gemahlene)
2 EL Kakao
1 Ei, 1 Eiweiß
1/4 TL gemahlener Zimt
2-4 EL Milch

Marmelade, Karamellcreme... zum Füllen

Butter schaumig mixen
Zucker, Mehl, Mandeln, Ei, Zimt hinzufügen
alles zu einem festen Teig verkneten
Wenn der Teig zu bröselig ist, etwas Milch hinzufügen
Teig im Kühlschrank mehrere Stunden ruhen lassen oder für 30min in den Gefrierschrank geben.
Teig ausrollen, Kekse ausstechen und je nach Größe der Kekse 7-9 min backen.
Auskühlen lassen
mit Creme oder Marmelade bestreichen und zusammenfügen
Wir haben eine fantastische Karamellcreme verwendet. (die von den Sahne Muh-Muh Zuckerln). Herrlich!



Montag, 20. März 2017

Ich bin ANDERS und DU?

Am 21.3. ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Zugleich sind heuer die Special Olympics in Schladming, Österreich.
Ich bin ja eine eher realistische Mama und kann durchaus zugeben, wenn meine Kinder etwas nicht gut können oder in einem Bereich untalentiert sind. Aber bei der sehr berührenden Eröffnungszeremonie ging doch die Phantasie mit mir etwas durch und ich stellte mir vor, dass der süße Knopf da in ein paar Jahren mit einmarschiert.
   (Für meine neue LeserInnen, der süße Knopf, Luis, unser mittlerer Sohn kam im September 2011 mit einem Extrachromosom zur Welt. Das 21. Chromosom ist 3x statt nur 2x vorhanden.)

Der süße Knopf hat zwar ganz spät zu gehen angefangen, erst kurz vor seinem dritten Geburtstag, aber er ist in manchen Bereichen ein echtes Sporttalent. Gut, bei den Winterspielen werden wir ihn wohl eher nicht finden, da er Kälte und Schnee nicht so gern mag. Nichtsdestotrotz hat er heuer mit dem Schi fahren begonnen und es hat ihm riesen Spaß gemacht. Aber der Knopf ist ein echtes Balltalent! Er kann kicken, oh ja! Und den Ball werfen und fangen! Ui, ui, ui,... Also werden es vermutlich doch die Sommerspiele. ;-)

Das heurige Motto des Familiennetzwerkes Down Syndrom lautet: Ich bin Anders und Du? Jeder ist wohl besonders und hat seine eigenen Bedürfnisse. Ein paar besondere Eigenheiten bringt das Down Syndrom natürlich mit sich und es gibt ziemlich viele Sachen, die kann er mit seinen 5 Jahren noch nicht. Aber es gibt so viel, was er mit solch einer Begeisterung macht und so gut kann! Nicht nur Ball spielen. ;-)
Der süße Knopf kann inzwischen schon 115 Wörter lesen. (ganzheitliches Lesen). Er kann auch schon so tolle Sätze wie z. B: "Mama ruft: Luis komm mit Anton essen!" lesen, er kann auch einige Einzelbuchstaben lesen und damit Wörter nachschreiben. Mama, Oma, Luis, Emil, Bob. Für Bob und Luis braucht er gar keine Vorlage mehr. (wir verwenden Magnetbuchstaben, die er auf eine Tafel legt). Er kennt die Zahlen 1, 2 und 3 und findet Zahlen im Gegensatz zum Koko eher unspannend. Er malt herrliche Kritzikraztl-Bilder, er ist der beste DJ der Welt und singt ganz schüchtern "Ihr Kinderlein kommet" (auch im Hochsommer, auch im Frühling, immer!) und das "Apfelstrudellied".
Superwurm ist sein Lieblingsbuch und er weiß jedes Satzende auswendig und so lesen wir das Buch gemeinsam. Er kann kichern und lachen, dass wir gleich mit glücklich werden, er genießt seinen Schwimmkurs am Samstag mit Papa und Anna und Karl.

Anna (auch am Bild weiter unten) ist Luis große Liebe. Sie gehen Hand in Hand vom Kindergarten heim, umarmen sich, geben sich ein Küsschen und wir finden es einfach genial, dass Anna und Luis sich haben, beste Freunde sind und ihren Weg gemeinsam machen.
So anders sind sie gar nicht, oder?


Noch ein genialer Link: Besondere Bedürfnisse?

Dienstag, 7. März 2017

Von Leseanfängern und Profis


Ganz ehrlich, die Schule schafft mich. Monsieur Koko ist seit September begeisterter Erstklässler. Er findet die Schule toll, die Lehrerin sehr nett, das Extraangebot wie Chorsingen oder Frühmorgenmeditation im Advent toll, hat sehr nette neue Freunde gefunden. Nur die Hausaufgaben, tja, die sind nicht so sein Ding. Er trödelt und trödelt, jammert, sumst herum, und trödelt. Er bringt mich zur Weißglut und Verzweiflung.
Solltet ihr Kindergartenkinder Zuhause haben, GENIESST ES! Das Leben ist herrlich, unkompliziert, g'miatlich! Solltet ihr auch Schulkinder haben und an deren Hausaufgabeneinstellung verzweifeln, denkt daran: ihr seid nicht allein und gemeinsam gönnen wir uns zum Beispiel diese herrlichen Gugls.

Gewidmet ist der Gugl allerdings dem süßen Knopf. Der ist ja noch Kindergartenkind und was Buchstaben und Wörter betrifft, sehr wissbegierig. Der Knopf und ich sitzen also gerade über seinen Lesewörter (nach der Flash-Lesemethode für Kinder mit Down Syndrom), da kommt Herr Koko her spaziert und entziffert mühsam. E ... ule. Der süße Knopf schaut auf das Wort, dann seinen großen Bruder an und sagt sehr bestimmt: "Nein, Eule!"

Diese kleinen Gugl eignen sich übrigens ganz hervorragend, seinen Frust mit Süßen zu bekämpfen, denn schwupps, sind sie fast heimlich und sehr schnell im Mund verschwunden. Also auf zur nächsten Hausarbeitenrunde ;-)


Rezept für 12-48 Gugl (hängt sehr von der Größe eurer Guglform ab. Bei meiner mittleren (ca Muffingröße) sind es 12, bei den Miniguglformen ca 48 (das hängt davon ab, wie viel Teig wir schlecken)

2 Eier
125 g Zucker
125 g Mehl (ich habe das glutenfreie Mehl von Schär (farine) genommen)
1/2 TL Backpulver
125 ml Schlagrahm (=Obers = Sahne)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Eier mit Zucker schaumig rühren
Mehl mit Backpulver vermischen und unter die Masse mixen
Schlagrahm einrühren (aber nicht fest schlagen)
in die Förmchen füllen und backen.
Minigugl: 15 min
Gugl: 20 min


Und wenn ihr einen richtig großen Guglhupf backen möchte, dann verdoppelt die Mengenangaben und backt den Guglhuf 50 min.
Ich kenne das Rezept nur in der glutenfreien Variante, aber es müsste mit normalem Mehl auch funktionieren.



Und wie man diese hübsche Glasur so perfekt hinbekommt, verrate ich Euch natürlich auch. Bedingung: Silikonbackform. Sonst funktioniert es nicht.
Ihr backt die Gugl, lässt sie auskühlen, löst sie aus der Form heraus. Die Form wird gewaschen und getrocknet. Dann schmelzt ihr Kuchenkuvertüre, candy melts,... und füllt diese bis zur Hälfte mit der flüssigen Schokolade. Dann drückt ihr den Gugl wieder perfekt in die Form und lässt die Schokolade aushärten. (Das funktioniert am besten im Kühlschrank)
Schaut doch echt toll aus! Und das Rezept ist so einfach, das kann Monsieur Koko schon ganz alleine. Weil Kuchen backen findet er cool; nur Hausaufgaben nicht. ;-)