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Donnerstag, 4. November 2021

Frühstück zu Mittag

 Das Wochenende steht vor der Tür! Ausschlafen, gemütlich im Pyjama frühstücken, am besten Pancakes oder Waffeln, dazu zuerst eine große Tasse Tee, dann einen guten Kaffee, am liebsten von Meister Zenger, die Füße stecken in dicken Wollsocken, eine kuschelige Jacke wärmt mich, Kerzenschein, draußen ist es november-nebelig, mein Mann und ich lesen Zeitung, die Herren Koko, Knopf und Zwiebale spielen.

Nett, oder? 

Die Realität sieht anders aus. Während es unter der Woche durchaus vorkommen kann, dass man einen der jungen Herren um 7 Uhr wecken muss, sind sie am Wochenende und in den Ferien spätestens um 6 Uhr wach, allerspätestens um 5 nach 6. Man könnte ja etwas versäumen. Ein Bruder könnte ja schon Nutella naschen oder ...

Bis ich um 8 Uhr aufgestanden bin, haben die Männer der Familie H. also schon gefrühstückt, sind voller Tatendrang und die Buben laut, wild und in Streitlaune, weil nicht ganz klar war, wer heute den blauen Becher bekommt, weil es nur Schwarzbrot gab, weil fürs Müsli kein Obst gereicht wurde, weil das Müsli fälschlicherweise mit Milch zubereitet wurde (Koko), weil man das Müsli nicht mit Joghurt haben will (Zwiebale), weil der orange Luftballon nicht da ist und der andere orange Luftballon aus irgendwelchen uns Erwachsenen nicht einsichtigen Gründen nicht in Ordnung ist (Knopf),...

Da ich mich weigere, um 5 Uhr morgens aufzustehen, um fluffige Pancakes, Breakfastmuffins & Co zu backen, gibt es bei uns einfach Frühstück zu Mittag. Und von der herrlichen Szene am Eingang dieses Berichts, träume ich weiter...


Dieses Rezept habe ich vom wundervollen Blog von Lisbeths. Für schönes Styling und tolle Fotos und immer tolle Rezepte besucht unbedingt ihren Blog. Meine "Foodfotografie" sieht so aus, dass ich während das Waffeleisen in Betrieb ist, ich mir schnell die ersten fertigen schnappe, mit dem aufgeschnittenen Kürbis unterm Arm in den ersten Stock hetze, dort alles auf die Truhe "schmeiße", hinunterlaufe, schaue, ob die Waffeln eh noch nicht verbrennen, sie schnell raus nehme, neuen Teig einfülle, mit dem Staubzucker hinauf eile, schnell drei Fotos mache, die Waffeln wieder mit runter nehme und irgendwann nachmittags aufräumen will und mich wundere, wo der ganze Staubzucker verschwunden ist. Sherlock B (=ich) hat verräterische Fingerspuren gefunden!)

Zutaten für ca. 18 Waffeln

240 g Kürbispüree

250 ml Buttermilch

100 ml Milch

3 Eier

300 g Mehl

2 TL Backpulver

1 Prise Salz

50 g Zucker

(Muskatnuss und Ingwer, wie Lisbeths vorschlägt, habe ich weggelassen)


glutenfreie Version: 150 g Hafermehl, 150 g Reismehl, 1 TL Johannisbrotkernmehl und nur 30 g Zucker, da das Hafermehl eine natürliche Süße besitzt


Kürbis in Würfel schneiden (Hokaido muss nicht geschält werden) und in der Mikrowelle oder in einem Topf weich garen. Anschließend pürieren.

Kürbispüree, Buttermilch und Milch verrühren.

In diese Mischung nun die Eier nach und nach verquirlen.

Mehl, Backpulver, Salz, Zimt in einer Schüssel gut vermischen.

Trockene Zutaten zu den flüssigen geben und gut verrühren.

Waffeln herausbacken.

Wer mag, isst ein Apfelkompott oder etwas Joghurt mit Früchten dazu; zum Frühstück, Mittagessen, Jause am Nachmittag oder auch abends!



Montag, 23. November 2020

Bananenbrot, die 2te

 Bananenbrot, eigentlich besser gesagt Bananenkuchen, gab es bei uns schon immer. Denn ab einem gewissen Reifestadium isst bei uns niemand mehr Bananen. Und irgendwann habe ich eben die Möglichkeit entdeckt, die braunen Bananen in herrlichen Kuchen zu verwandeln.

Dann kam im Frühling der 1. Lockdown und plötzlich tauchten auf Instagram und Co. Fotos und Rezepte  von Bananenbroten auf. Bei uns? nope. 5 Leute, die alle gerne Bananen essen, ständig Zuhause? Da bleibt nichts für Kuchen übrig. Aber gut, bei schönem, sonnigen, heißen Wetter brauch ich eh keinen Bananenkuchen, eher wenn's draußen kühl wird, nebelig und kalt. Dann ist eine dicke Scheibe vom Kastenkuchen gerade recht.

Und so habe ich 4 Bananen mit einem Post-it versehen und darauf stand: "Nicht essen!" (weil wieder 5 Leute immer Zuhause = 2. Lockdown). Ein paar Tage später gab es dann endlich wieder Bananenbrot und zwar gleich 8 unterschiedliche! Mit diesen Kastenformen klappt das ziemlich leicht.


(Die Form ist von Birkmann und ich bin sehr begeistert - und das ist ganz ehrlich meine Meinung, bekomme nix dafür und habe mir die Form auch selber gekauft)

Rezept für 1 große Kastenform oder 8 kleine (+4 Muffins)

240 g Mehl

1/2 TL Backpulver

Prise Salz

100 g Zucker, weiß

100 g Zucker, braun

4 sehr reife Bananen

2 Eier

150 g Nüsse (gerieben oder gehackt oder beides, Haselnüsse, Pekannüsse....)

170 g Butter

1 TL Vanilleextrakt

1/2 TL Zimt


glutenfreie Version: 100g Hirsemehl, 100 g Buchweizenmehl, 40 g Kartoffelstärke


Backrohr auf 180 Grad vorheizen

Butter schmelzen und abkühlen lassen.

Mehl, Salz, Backpulver in einer kleinen Schüssel vermischen

2 Bananen mit einer Gabel zergatschen und mit dem Zucker + Zimt zu einer cremigen Masse aufschlagen (2-3 Minuten mit dem Mixer)

Butter, Vanilleextrakt und Eier hinzufügen und mixen.

Mehlmischung unterrühren, anschließend die Nüsse dazu geben und verrühren.

2 Bananen grob zerdrücken und unter den Teig mixen.

Teig in Form füllen und backen: große Kastenform: ca. 80 min; kleine Förmchen: ca. 20 min



Bei den kleinen Förmchen kann man je nach individuellen Vorlieben jedes Küchlein besonders machen, indem man

1 TL Nutella in den Teig rührt oder

1/2 Banane drauf legt oder

1/2 EL Haferflocken unterrührt oder

etwas gehackte Zartbitterschokolade oder Schokodrops hinzufügt oder

oder....

Bleibt gesund und lasst es euch schmecken!




Dienstag, 26. Mai 2020

Mission: Steckbrief

Monsieur Koko ist nun schon die zweite halbe Woche in der Schule; die letzten Züge der 4. Klasse Volksschule. Ich frage mich gerade, wo die Zeit geblieben ist. Viel zu gut habe ich seinen ersten Schultag in Erinnerung und bald ist sein 1. Schultag am Gymnasium und s'Zwiebale kommt in die Volksschule. 
Er bringt jetzt schon viele Hefte und Bücher mit, die sie nicht mehr brauchen und da wir immer noch im Corona-Aufräum-und-Aussortier-Modus sind, blättere ich sie durch, bevor sie in die Erinnerungskiste wandern.
Die erste Schularbeit in Deutsch war eine Personenbeschreibung und Kokos Lehrerin hat ihnen wirklich viel Rüstzeug mitgegeben. Statt "ich bin sportlich" … "Ich trage gerne T-Shirts und Jeans und das unterstreicht meinen sportlichen Körperbau." … oder "Mein schlanker Körperbau zeigt wie sportlich ich bin"...
Eine der ersten Übungen war es, die Mama oder den Papa zu beschreiben. Koko wählte mich und so saß ich also habacht, um seinen Fragebogen zu beantworten. Aus diesem Steckbrief wurde dann eine Personenbeschreibung.

Also, ich sag's euch, bei Monsieur Koko werden reihenweise Herzen schmelzen. 

Nachdem er mich lange betrachtet hatte, schrieb er: "Ihr freundliches Lächeln, ihre weiche Haut und ihr rundlicher Körperbau machen sie zur besten Kuschelmama."

Ganz, ganz ehrlich? Ein schöneres Kompliment habe ich noch nie bekommen. Einfach wundervoll, mein Koko.



Diese Erdbeerküchlein sind auch wundervoll, ursprünglich von Zucker, Zimt und Liebe als Blechkuchen gebacken, habe ich sie in einer Mini-Kastenformen (ich habe diese hier verwendet) gebacken und letzte Woche gleich 2 Mal nachproduziert, so gut haben sie uns geschmeckt.
Und es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man einen Kuchen nur für sich hat. ;-)

Hier meine Variante:

Erdbeer-Buttermilch-Küchlein

Zutaten für 8 Mini Kuchen 

200 g Mehl
1 TL Backpulver
eine Prise Salz
150 g blanchierte, gemahlene Mandeln (gibt es in Österreich beim Lidl)
200 g Zucker und etwas zum Bestreuen des Teiges
175 g Butter, zimmerwarm
150 ml Buttermilch
3 Eier
8 große Erdbeeren
    optional: 125 g Erdbeeren, kleingeschnitten
2 EL gehackte Pistazien

glutenfreie Version: Coronabedingter Einkaufskrise sind mir meine reinen Mehle ausgegangen und ich habe für diesen Kuchen eine fertige Mehlmischung von Spar verwendet. Im Normfall hätte ich
80 g Hirsemehl, 80 g Reismehl, 40 g Kartoffelstärke und 1 TL Johannisbrotkernmehl verwendet.

optionale Erdbeeren: Wir sind eine Familie, die Teig gerne mag. Natürlich aus der Teigschüsseln beim Zubereiten genascht, aber auch im Kuchen braucht es bei uns nicht viel Obst, damit wir glücklich sind. Wer es gerne fruchtiger hat, mischt bitte die kleingeschnittenen Früchte unter den Teig.



Backrohr auf 180 Grad vorheizen, Formen vorbereiten (fetten und mehlen)
Mehl, Backpulver, Salz, Mandeln und Zucker in einer großen Rührschüssel mischen.
Butter, Buttermilch und Eier dazugeben.
Alles mit dem Mixer zu einem glatten Teig rühren.
Optional die Früchte unterheben.
Teig gleichmäßig in die Formen (bis eine Fingerbreit unter den Rand) füllen
Die 8 Erdbeeren halbieren und jeweils 2 Stück mit der Schnittfläche nach oben in das Küchlein drücken. (nur ganz sanft; sie sollen gut sichtbar sein)
Mit Pistazien und etwas Zucker bestreuen und für ca. 25 Minuten (Stäbchenprobe) backen.

Auskühlen lassen, aus der Form holen und am besten ganz frisch genießen.






Freitag, 22. Mai 2020

So ist das halt....

In den letzten Tagen hatte s' Zwiebale großen Kommunikationsbedarf. Alles war wichtig und interessant und musste bis ins letzte Detail besprochen werden. Sehr wichtige Fragen, wie zum Beispiel, ob ich noch Dinosaurier gesehen hätte, ob 1000 mehr ist als 10000 und welche überhaupt die größte Zahl sei usw.
Sein Mündchen plapperte in einer Tour. Irgendwann gestand er mir dann, dass Emil gerade so eine lustige Geschichte erzählt habe, dass er sich fast angemacht hätte. "Das war so lustig Mimi (seine sehr zärtliche Form für Mama), ich musste so lachen, ich habe mich fast angepieselt", flüsterte er ganz leise und es war ihm sichtlich ein bisschen peinlich.
Super Pädagoge wie ich halt bin, meinte ich: "Ach, das ist doch nicht schlimm. Das passiert mir auch manchmal." Große Kinderaugen blickten mich an. "Wirklich?" Nachdem ich ja weiß, dass geteiltes Leid halbes Leid ist, schummelte ich munter weiter. "Ja, wirklich. Wenn ich ganz fest lachen muss, kommt auch ein Tropfen Piesel raus." "Aber nur ein kleiner, oder?", fragte der Jüngste. "Ja, nur ein ganz kleiner. Das ist egal", beruhigte ich s'Zwiebale.
"Bei mir auch, Mama. So ein kleiner!" Dabei zeigte er mit seinen Händen ungefähr 10 cm lang und machte sich auf ins Bad. "So ist das halt", stellte er mit einer trockenen Weisheit fest, wie sie einfach nur 5 Jährige haben können und wechselte die Unterhose.

Die Geschichte hat absolut nichts mit diesem "Törtchen" zu tun und Übergang fällt mir auch keiner ein, also genießt einfach den Schwank aus meinem Leben und diese herrliche Pavlova.

Das Rezept stammt aus meinem Buch "Kuchenparty. Süße Feste feiern", erschienen im Kral Verlag. Fotos sind von Bernd Tschakert und die Gestaltung von Kathi Zenger (Designkostprobe).


Pavlova mit Rhabarbercurd und Erdbeer-Rahm: Zart knusprig und cremig weich – eine Pavlova ist ein himmlisches Dessert und vereint viele Glücksmomente.

Für den Curd
25 g Butter
150 g Rhabarber
85 g Zucker + 2 EL
1 Ei
 

Rhabarber gründlich waschen, nicht schälen und in dünne Scheiben schneiden.
Diese Scheiben in einen Topf geben, mit 2 EL Zucker bestreuen und 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend 1 EL Wasser hinzugeben und bei mittlerer Hitze weich kochen. 
Masse in einen hohen Rührbecher füllen und mit einem Stabmixer fein pürieren. 
50 g des Rhabarberpürees weiterverarbeiten, den Rest dieses Fruchtpürees in ein Glas füllen und im Kühlschrank bis zur späteren Verwendung aufbewahren.
Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. 
Wenn sie vollständig geschmolzen ist, 50 g Rhabarberpüree und Zucker hinzufügen und verrühren. 
Ei verquirlen und durch ein Sieb in den Topf streichen. 
Mit einem Schneebesen verrühren und warten, bis der Rhabarber Curd eindickt; ähnlich wie ein Pudding. Dabei immer wieder einmal umrühren.

Die Mischung darf nicht zu heiß werden, sonst beginnt das Eiweiß fest zu werden und man hat unschöne weiße Bröckchen im Curd. Sollte es trotzdem passieren, die gestockten Eiweißstücke mit einer Gabel herausfischen oder den fertigen Curd durch ein Sieb streichen.
Den Rhabarber Curd in ein sauberes Gefäß füllen und im Kühlschrank lagern. Er lässt sich auch sehr gut einfrieren.




Für die Pavlovas 

Zutaten für 4 Stück mit einem Durchmesser von 10 cm

2 Eiweiß ( Größe M)

100 g Staubzucker, gesiebt

½ TL Zitronensaft und etwas mehr zum Reinigen der Rührschüssel



Spritzsack, Tülle, Lebensmitelfarbe (optional)



Backrohr auf 100 Grad Umluft vorheizen.

Etwas Zitronensaft auf ein Stück Küchenrolle geben und damit Rührschüssel und Quirler reinigen. Damit Baiser gelingt, müssen die Geräte fettfrei sein.

Eiweiß in einer Rührschüssel mit dem Mixer (oder in der Küchenmaschine) aufschlagen. 
Zitronensaft hinzufügen, Staubzucker langsam einrieseln lassen und weiter schlagen, bis die Masse dick und glänzend ist und feste Spitzen stehen bleiben. 
Das kann bis zu 10 Minuten dauern.

Eischnee bei Wunsch nun mit einer Lebensmittelfarbpaste färben. 

Baisermasse viermal in einer Kreisform (ca 10 cm Durchmesser) auf das mit Backpapier belegte Blech streichen, in der Mitte eine Mulde formen.

Das Backblech in die Mitte des Rohrs schieben und eine Stunde bei leicht geöffneter Tür (einen Holzkochlöffel in die Tür klemmen) trocknen lassen. 
Die Hitze ausschalten und die Baisers/Pavlova im Ofen auskühlen lassen – dabei den Kochlöffel in der Backrohrtür belassen.


Für die Fertigstellung

100 ml Schlagobers

1 EL Staubzucker

etwas gehackte Pistazienkerne
frische Erdbeeren
Rhabarber-Curd
Pavlovas

Obers mit Staubzucker steif schlagen. 
Etwas Rhabarber-Curd in die Mulde der Pavlova streichen, Obers darauf verteilen und mit frischen Erdbeeren in Stückchen geschnitten garnieren. Darauf etwas vom Rhabarberfruchtpüree träufeln und abschließend mit ein paar gehakten Pistazienkernen dekorieren.

Tipp: Die Pavlovas können auch ein paar Tage im Vorhinein gebacken und luftdicht verpackt an einem trockenen Ort gelagert werden.








Freitag, 8. Mai 2020

Jetzt aber wirklich....


Der Muttertag steht nun wirklich vor der Tür und bei uns hat doch glatt noch ein bisschen geheimnisvolles Treiben eingesetzt. Via Schoolfox bzw. der Schulpost (an bestimmten Tagen bekommen wir via Vorraum zur Garderobe der Volksschule die korrigierten Arbeiten oder neue Arbeitsblätter) sind Bastelarbeiten eingetroffen und während ich heute laufen war, muss irgendetwas aus Schokolade entstanden sein. :-)

Wem Kekse oder Torte zu aufwändig sind, schafft vielleicht dieses kleine Tiramisu? Ich lass mal ganz zufällig Seite 92 meines Buches aufgeschlagen. Die Zutaten kann man ja morgen noch besorgen... :-)

Foto: Bernd Tschakert


Erdbeer-Tiramisu: Tiramisu war die erste Nachspeise, die ich selbst zubereitet habe. Die Biskotten hatte ich grasgrün eingefärbt und die Mascarponemischung pink. Und niemand aß von dem herrlichen Dessert. Damals fand ich es lustig, mit Lebensmittelfarben zu experimentieren. Jetzt liebe ich es natürlicher und diese süßen kleinen Gläser waren sehr rasch ausgelöffelt.



Zutaten für 8 kleine Portionen (wirklich kleine Gläser)




100 g Butter, zimmerwarm

100 g Zucker, extrafeiner Kristallzucker

2 Eier (Größe M)

100 g Mehl

1 TL Backpulver

1 Prise Salz



Viereckiger Backrahmen



Glutenfreie Version: 40 g Hirsemehl, 40 g Reismehl, 20 g Kartoffelstärke,  1/2 TL Johannisbrotkernmehl



Backrohr auf 175 Grad vorheizen. 
Den Backrahmen auf ein mit Backpapier belegtes Blech stellen und zur Größe ca. 15 x 15 cm ausziehen. Die Seiten fetten und mit Mehl bestäuben.

Butter, Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben und kräftig mixen bis eine luftige, helle Creme entsteht.

Das Mehl mit dem Backpulver in einer Schüssel vermischen.

Ein Ei nach dem anderem unter die Butter-Zuckermischung schlagen. Wenn die Masse gerinnt, 2-3 EL Mehl untermischen, bis sie wieder homogen ist. Sind alle Eier gut eingearbeitet, das Mehl hinzufügen und gerade so lange rühren, bis sich die Masse zusammengefügt hat.

20 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

50 g Staubzucker

2 Eigelbe (M)

1 Eiweiß (M)

250 g Mascarpone

8 -10 sehr große Erdbeeren



8 kleine Gläser



Eigelbe, Staubzucker, Mascarpone cremig rühren. 
Eiweiß steif schlagen und unter die Mascarponemischung heben. 
Ausgekühlten Teig in so kleine Kreise ausstechen, dass diese in das Glas passen. 
Einen Kuchenkreis als Boden in das Glas geben.
Erdbeeren sehr dünn aufschneiden und am Glasrand platzieren. 
Mit etwas Mascarponecreme füllen, darauf Kuchenstückchen platzieren, eine Erdbeerescheibe darauf geben und mit Mascarponecreme auffüllen. (Dieser Vorgang kann natürlich wiederholt werden)

Bis zur Verwendung kühl lagern.


Foto: Bernd Tschakert



Tipp: statt des Kuchens kann man natürlich auch Biskotten (bei Bedarf glutenfreie) verwenden.
Die hübschen kleinen Erdbeeren auf den Holzlöffeln sind gestempelt und von Casa di Falcone.

Samstag, 4. April 2020

Ausgelöffelt

Start der Osterferien! Und ich kann es gar nicht glauben, dass wir nun schon seit 3 Wochen daheim sind. Monsieur Koko findet die Coronaferien inzwischen nicht mehr cool. Sein Verhalten lässt uns einen kleinen Einblick zu, was wir in seiner Pubertät erleben dürfen. ;-) Heute in der Früh musste der arme Koko duschen und war daraufhin so grantig, dass er sein Zimmer nur mehr zu den Mahlzeiten verließ und auch da blickte er sehr mürrisch.

Aber auch sonst war der heutige Tag eher so.... Denn der süße Knopf und s'Zwiebale haben im Garten die riesige Regentonne entleert, um die darin entdeckten Steine zu retten. Wovor? Keine Ahnung - vermutlich vorm Ertrinken. ;-) ;-)
Die beiden fanden es auf jeden Fall sehr lustig - ich weniger. Alles war nass, gatisch und dreckig und ich einfach nur genervt.

Zum Glück hatte ich meine Nervennahrung im Glas parat. Fix ausgelöffelt, einen Kaffee dazu und meine Welt war schon wieder rosiger. Und nachdem in dem Kuchen Eierlikör drinnen ist, gehörte er nur mir und dem Besten ganz alleine. :-)

Heuer gibt es den Kuchen im Glas als Ostergeschenk. Ziemlich praktisch - er wird im Glas gebacken, Deckel drauf und dann kann man ihn hübsch verpackt den Nachbarn vor die Tür stellen oder lieben Freunden schicken. Kontaktlos, virenfrei und lange haltbar: perfekt für die Coronazeit. ;-)





Für 2 Kuchen im Glas




1 Ei

37 g Zucker

63 ml geschmacksneutrales Öl

65 ml Eierlikör 

75 g Mehl

1 TL Backpulver



Glutenfreie Version: 30 g Hirsemehl, 30 g Reismehl, 15 g Kartoffelstärke, 1/2 TL Johannisbrotkernmehl



2 Marmeladegläser mit Schraubdeckel, ca. 250 ml Fassungsvermögen





Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Eier mit Zucker in einer großen Rührschüssel hellcremig aufschlagen (ca. 3-4 Minuten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine). 
Öl und Eierlikör dazu gießen und gut verrühren. 
Mehl mit Backpulver vermischen und mit Hilfe einer Teigspatel unter die Masse heben.

Auf beide Gläsergleichmäßig verteilen und ca. 20 Minuten backen. 
Aus dem Backrohr nehmen und sofort den Deckel hinauf schrauben. (Achtung: die Gläser sind heiß ;-) )





Und für die Kinder gibt es dieses Rezept in Gläsern gebacken.




Donnerstag, 21. November 2019

111 - Einhundertelf

Monsieur Koko und s'Zwiebale haben aus Pölstern ein Fuhrwerk gebaut. Koko lenkt, s'Zwiebale liegt auf der Ladefläche.
Einigkeit über die Art des fahrbaren Untersatzes herrscht anscheinend nicht. Aber es tuckert und brummt eine Zeitlang vor sich her. Da lässt sich s'Zwiebale plötzlich auf den Boden rollen und ruft: "Hilfe, ich bin ins Meer gefallen" und zur gleichen Zeit schreit Koko: "Hilfe, wir stürzen ab. Das Flugzeug stürzt ab. Hilfe!"
Einigkeit herrschte nur, dass die süße Jause gut schmeckte.



Diese Kekse passen nicht nur für eine nachmittägliche Jause, sie sind auch ziemlich perfekt für jeden Proviant, passen perfekt in die Jausenbox, sind stabil genug für gewagte Klettermanöver mit Rucksack, schmecken nicht nur im Advent und sind zudem auch noch ziemlich hübsch.




Einig sind sich die Herren auch, dass wir diese Kekse zum 1. von 111 Ausflügen mitnehmen. Ich habe nämlich ein tolles Buch bekommen, das ausnahmsweise einmal nichts mit Backen und Kochen zu tun hat.
111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss. Von Bernadette Németh, erschienen im emons Verlag.

Trotz 20 Jahre in Wien sind viele der Ausflugtipps mir noch unbekannt und wir freuen uns darauf, viel davon entdecken zu können. Tolle Spaziergänge, unbekanntere Museen, Outdooraktivitäten, Kultur und natürlich auch Tipps für kulinarische Pausen.

Wir starten übrigens mit Punkt 21. Da sind sich Koko, Knopf und s'Zwiebale ganz einig!


Das Rezept für diese Kekse habe ich von smittenkitchen, leicht abgewandelt

225 g Butter, Raumtemperatur
135 g Zucker
2 sehr große Eigelb (ich habe 3 mittlere verwendet)
1 TL Vanille Extrakt
Prise Salz
260 g Mehl
Marmelade
Kuvertüre
Streudekor
Spritzsack, Sterntülle

glutenfreie Version: 100 g Maismehl, 100 g Reismehl, 60 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl

Backrohr auf 175 Grad vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.
Butter und Zucker zu einer hellen Creme aufschlagen.
Eigelbe, Vanilleextrakt und Salz hinzufügen und gut vermischen.
Mehl hinzufügen und nur solange mixen, bis der Teig homogen ist.
Etwas von der Masse in den Spritzsack füllen (nur nicht alles, lieber erst die Hälfte und dann weiter - sonst könnt ihr die Kekse nicht heraus spritzen)

Teig in großen (!!!das ist wichtig) Abständen, ca 5 cm lange "Würste" spritzen. Das Ende etwas hochziehen und wenn das nicht gelingt, kann man den Teig auch einfach mit dem Messer abschneiden und mit den Fingern in Form bringen.
11-13 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen.

Mit Marmelade immer 2 Kekse aneinander kleben und nach Lust und Laune mit Schokolade (Kuvertüre dazu schmelzen) und Streudekor verzieren.

Und jetzt auf zu 111 Orten für Kinder in Wien!



PS: Nummer 21 ist das Feuerwehrmuseum







Donnerstag, 9. Mai 2019

Muttertag

Am Sonntag ist hier Muttertag und ganz ehrlich.... ich fürchte mich schon etwas. ;-)

Vor ein paar Tagen kam nämlich s'Zwiebale freudestrahlend vom Spielen draußen herein, schmiss sich in meine Arme und rief lautstark: "Du bist einfach wunderbar!".
Noch ahnte ich nichts und freute mich einfach so. Wenig später kuschelte er sich in meine Arme und meinte: "Es ist einfach, du bist einfach wunderbar." Und dann erzählte er mir vom Muttertag und dass er im Kindergarten ein Geschenk bastle, dies aber ja nicht verraten dürfe (hat er bis jetzt tatsächlich noch nicht) und ich am Sonntag lang schlafen müsse (was ich dank meines besten Ehemanns immer darf; also so bis halb 8, er ist dann mit den Burschen schon 2 Stunden wach) und dann müsse ich das Geschenk suchen.
Am nächsten Tag teilte s'Zwiebale mir dann schon eifrig Details mit. Ich dürfe am Muttertag gar nichts machen. Er mache alles. In mir stieg langsam Panik hoch und ich fragte mich ernsthaft, ob es sehr verwerflich sei, sich zum Muttertag zu wünschen, dass alle außer Haus sind und man diesen Tag einfach in Ruhe verbringen darf.
Angesteckt von der Unruhe des Jüngsten, beeilte sich auch der Älteste, Monsieur Koko, seinen Senf zu dem Thema dazu zu geben. Selbstverständlich bereite er auch eine Überraschung vor und er würde das Geheimnis nie und nimmer verraten und sein jüngster Bruder hätte ja schon das Gedicht ("es ist einfach, du bist einfach wunderbar - ich vermute, s'Zwiebale hat da ein paar Passagen ausgelassen) verraten. Der jüngste schrie darauf: "Ich verrate nichts. Du gibst immer an!" "Nein, du gibst an"

Ein Wort gab das andere und ein erbitterter Streit entstand. Nachdem ich den einen in sein Zimmer und den anderen in den Garten schickte, herrschte kurz Ruhe. Wenig später kam das s'Zwiebale herein und hielt zwei Grasbüschel in der Hand. "Welche Blumen magst du lieber?" Leider konnte ich mich nicht rasch genug zwischen Grasbüschel in der linken Hand und Grasbüschel in der rechten Hand entscheiden, da kam auch schon der Koko dazu und lachte: "Das sind doch keine Blumen, das ist nur Gras." "Das sind schon Blumen. Mamaaaa, der lacht mich aus. Das ist unfair!" war die heulende Antwort des Jüngsten.

Dem süßen Knopf, dem dieser Trubel um den Muttertag zum Glück ganz egal ist, schaltete sich nun auch ein: "unfair", brüllte er, wobei nicht ganz eindeutig war, für wen er Partei ergriff und ganz ehrlich: er findet dieses neu erlernte Wort einfach so toll, dass er es ständig verwendet. Er muss ins Bett - unfair. Wir gehen Fußballspielen - unfair. Es gibt Kuchen - unfair. Es gibt keinen Kuchen - unfair.

Bis jetzt hat keiner sein Geschenk verraten, einig sind sie sich, dass ich erst zum gedeckten Frühstückstisch zu erscheinen habe, noch unklar ist, was es zum Essen geben wird - der eine ist für Spaghetti - der andere für Pizza und der Mittlere findet alles unfair. Ganz und gar nicht geklärt ist, wer den Kuchen für die Nachmittagsjause bäckt: also stell ich mich zur Sicherheit am Samstag wohl selbst in die Küche...

An alle Mamas: genießt diesen Tag! Ihr seid 356 Tage einfach wunderbar!
An alle Papas: Danke, dass ihr die Vorhaben der Sprösslinge so tatkräftig unterstützt und schon frühmorgens Grasbüschel dekorativ in Vasen drapiert.
An die Herren Koko, Knopf & Zwiebale: DANKE ...
… und übertreibt es vielleicht nicht ganz so.



Flieder-Donuts
Zutaten für ca 36 Mini-Donuts
110 g Mehl
1/2 TL Backpulver
60 g Zucker
25 g brauner Zucker (fein)
1 Ei (M)
45 ml Vollmilch
40 ml Buttermilch
15 g Butter, geschmolzen

glutenfreie Version: 50 g Maismehl, 50 g Reismehl, 10 g Kartoffelstärke, 1/4 TL Johannisbrotkernmehl

für die Glasur: 1 EL Fliedersirup, Staubzucker, Lebensmittelfarbe (Paste), Zuckerstreusel (Achtung bei der glutenfreien Variante - viele Zuckerstreusel enthalten Weizenmehl!)


Backrohr auf 160 Grad vorheizen
Backform (ich verwende welche aus Silikon) vorbereiten
Mehl und Backpulver in einer Schüssel mischen
Beide Milchsorten, Ei und geschmolzene Butter in einem Gefäß vermischen
Flüssige Zutaten zu den trockenen gießen und kurz mixen, bis sich gerade eben ein homogener Teig bildet
Teig in einen Spritzbeutel füllen und die Donutformen bis etwas über die Hälfte füllen
10-12 Minuten backen (Stäbchenprobe), kurz auskühlen lassen, aus der Form lösen und die nächste Tranche backen.

Fliedersirup mit Staubzucker zu einer cremigen Masse rühren, bei Wunsch einfärben und damit die Donuts glacieren. Zum Abschluss mit Zuckerstreuseln verzieren.


PS: Das ist ein kinderleichtes Rezept - da muss man als Mama eigentlich nur als Aufsicht daneben stehen.

PPS: Meine Lieblingsblumen sind - Flieder und dann Pfingstrosen :-)









Mittwoch, 31. Oktober 2018

Geisterspuk

Heute ist es also wieder so weit. Es spukt und geistern sobald die Dunkelheit heraufzieht. Bei uns geistern nur die Grippeviren herum und so schnupft und hustet jeder herum.
Nachdem ich mich mit den verkleideten Horden noch immer nicht so recht anfreunden kann, ist das die perfekte Ausrede, nicht mit den Herren Koko, Knopf und Zwiebale um die Häuser ziehen zu müssen.
Aber backmäßig bin ich heuer schon richtig mutig geworden. Die Gespenster sind ja noch recht süß, aber die Mumie mit Säge im Kopf … gruselig.
Die Gruselbackwaren der letzten Jahre seht ihr (hier)


Die Gespenster sind ganz einfach gemacht. Sie bestehen aus Mini-Schwedenbomben (=Schokoküsse, ich habe sie beim Lidl gekauft).
Weißes Rollfondant ausrollen
einen Kreis ausstechen
die Schwedenbombe am Kopf (=höchste Stelle) mit etwas Wasser bepinseln
Rollfondant hinauflegen und etwas in Form biegen
über Nacht trocknen lassen
mit Lebensmittelfarbe aufmalen
fertig!

Die "Sägenmumien" bestehen auch aus Mini-Schwedenbomben
weißes Rollfondant ausrollen
in Streifen schneiden
diese mit Wasser bestreichen und um die Schwedenbome wickeln
über Nacht trocknen lassen
Säge mit Hilfe einer Mould formen (z.B. hier erhältlich)
auch über Nacht trocknen lassen
mit Lebensmittelfarbe bemalen und am Kopf der Mumie anbringen (ich habe hierzu einen kleines Stück Rollfondant mit ganz wenig Wasser weichgeknetet und das quasi als Kleber verwendet)


Die Geistermuffins sind aus meinen "All-time-favorite" Teig (den habe ich euch hier vorgestellt)
Die Teigmenge reicht für 16 Muffins, Backdauer 22-25 Min
Zur Befestigung der Geister habe ich eine Vollmilchganache verwendet
40 ml Schlagrahm (=Obers, Sahne)
100 g Vollmilchschokolade
Schokolade schmelzen, mit Obers verrühren, warten bis es die Masse fest genug zum Aufspritzen ist
Mit Hilfe eines Spritzsackes mit Tülle eine kleine Rosette auf den Muffin spritzen und mit einem Geist aus Rollfondant belegen.

In diesem Sinn: Süßes oder Saures! ;-)




Für die glutenfreie Variante verwendet bitte für den Muffinteig 1 Becher glutenfreies Mehl (hier habe ich die Mischung vom Spar verwendet) und es gibt auch "Schwedenbomben" ohne Boden, die sich für die Gespenster und Mumien eignen.

Sonntag, 30. September 2018

Tag des Kaffees: Eclair au Café

Gebacken nur für mich und den Liebsten und NICHT für Kinder. Denn da ist Kaffee drinnen. Zwar nur in Spuren, die sicher keine gesundheitliche Auswirkungen auf die Herren Koko, Knopf und Zwiebale hätten, aber hin und wieder darf man egoistisch sein. Vor allem wenn beim Versuch Eclairs zu backen etwas schief ging und es genau zwei (ich wiederhole nur zwei!!!!) ins füllbare Stadium gebracht haben.

Also bitte, gleich zu Beginn, beherzigt den Rat, die Ofentür NICHT vor Beendigung der Backzeit zu öffnen. Ich wusste das, aber tja,... irgendwie sahen die schon so braun aus, die Küchenuhr zeigte zwar noch 10 min an, aber der traue ich nicht immer. Beim Backen muss man sich ja auch manchmal auf Augen und Nase verlassen. ;-)
Und ja, Brandteig fällt dann einfach so zusammen. Ich hatte noch ein bisschen Brandteig übrig, spritze also nochmals 2 Eclairs auf Backblech, öffnete diesmal nicht die Tür und voilà, fast wie beim Franzosen. Tja, optisch noch nicht, aber geschmacklich! Hui, wui!

Und da morgen Tag des Kaffees ist, widme ich diese Eclairs meinem liebsten Kaffee (Meister Zenger), die hübschen Tassen habe ich beim liebsten Buch- und Schreibwarenhändler gekauft (Kral in Berndorf) und bestreut sind die Schokoladeneclairs mit einer schokolierten Kaffeebohne bzw. Tartufi in Capuccino Geschmack, gekauft im weltbesten Laden für gute Sachen (Via Nova).


Ursprünglich dachte ich, ich fotografiere euch meine Stärkung an meinem Schreibtisch, aber da herrschte solch eine Unordnung, dass ich sie am "Nähtisch" schnell abstelle und ablichtete. Denn wer will schon an so einem herrlichen sonnigen Sonntag Schreibtisch aufräumen? Eben!

Kaffee-Eclairs

Rezept aus dem Buch "Himmlische Eclairs" von Alissa Poller, EMF

Anmerkungen: Laut Rezeptangabe sollten 20 Eclairs aus der Teigmasse entstehen, bei mir waren es 12. Aber ich habe die vorgeschriebenen 12 cm nicht mit dem Lineal abgemessen. Die Füllung sollte für 10 Eclairs reichen. Ich habe 2 gefüllt, ungefähr 4 Füllmengen einfach so genascht und es ist schätzungsweise noch Füllung für 20 Stück da. Also bitte Vorsicht mit dieser Angabe und einen Plan B für diese sensationelle Füllcreme im Petto haben. (pur naschen ist ein hervorragender Plan B!!)

120 ml Milch
120 ml Wasser
80 g Butter
4 g Salz
6 g Zucker
130 g Mehl
3 Eier

Spritzbeutel und Sterntülle mit mind 12 "Zähnen"; meine hatte nur 9 und es sah auch hübsch aus.

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Milch, Wasser, Butter, Salz, Zucker in einen Topf aufkochen lassen
Wenn die Butter geschmolzen ist und die Mischung kocht, den Topf von der Herdplatte nehmen
Mehl mit einem Kochlöffel unterrühren
Topf zurück auf die Herdplatte stellen und bei mittleren Temperatur unter ständigem Rühren kochen, bis sich der Teig als "Kugel" vom Topfboden löst und eine glatte, geschmeidige Textur hat.
Die Masse in eine Schüssel umfüllen
Wenn sie nur mehr etwas wärmer als handwarm ist, ein Ei unterrühren. (mit dem Kochlöffel oder der Küchenmaschine)
Erst wenn das Ei komplett im Teig verarbeitet ist, das nächste unterrühren.
Den lauwarmen Brandteig in den Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und ca 12 cm lange Eclairs auf das mit Backpapier belegte Blech spritzen.
Etwas Abstand lassen, da der Brandteig beim Backen noch aufgeht.
35 Min auf mittlerer Schiene backen und die Ofentür NICHT öffnen.
Herausnehmen und auskühlen lassen.



Für die Füllung:
500 ml Milch
4 Eigelb
120 g Zucker
45 g Maisstärke
12 g Instantkaffee (ich habe ein Café Latte Päckchen mit 12,5 g verwendet)
80 Schlagrahm (=Obers = Sahne)
70 g weiche Butter
Krapfenfülltülle

Butter aus dem Kühlschrank nehmen
Eigelbe mit Zucker cremig schlagen
Maisstärke unterrühren
Milch in einem Topf zum Kochen bringen
Sobald die Milch kocht, den Topf vom Herd ziehen und die Eiermischung unterrühren.
Topf zurück auf den Herd stellen, bei mittlerer Hitze weiterrühren 
Instantkaffeepulver unterrühren und ca 3 min ständig rühren bis die Masse puddingartig einkocht
In eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie abgedeckt mind 30 min in den Kühlschrank stellen

Schlagrahm aufschlagen
erkaltete Puddingmasse glatt rühren und die weiche (=zimmerwarme) Butter stückchenweise untermixen
Schlagrahm vorsichtig unterheben
Masse in einen Spritzbeutel mit "Krapfenfülltülle" geben und die Eclairs füllen
Am besten funktioniert es, wenn man auf der Rückseite drei Löcher sticht und beim Mittleren anfängt

Für die Glasur habe ich einfach 50 g Zartbitterschokolade geschmolzen und die Eclairs damit bestrichen. Einmal mit schokolierter Kaffeebohne verziert und einmal mit kleingeschnittenen Capuccino-Tartufi bestreut. 



Genießt einen guten Kaffee / Tee und gönnt euch einen egoistischen Moment. ;-)

Dienstag, 14. August 2018

Der ausgezogene Mann

Wie ihr wisst, schaut der süße Knopf ja ganz gerne Musikvideos auf YouTube. Und da er die Songtitel nicht kennt, gibt es Stichwörter zu den Videos und sofort ist klar, was er sehen will. Schifahren = Perfect von Ed Sheeran, Gitarre = Let her Go von Passengers, usw. S'Zwiebale schaut manchmal mit und zum allgemeinen Verständnis müsst ihr jetzt kurz mal hier rein schauen! Dann aber unbedingt wieder kommen und weiterlesen :-) Also klick HIER.

Vor ein paar Wochen am Heimweg vom Kindergarten ruft der Jüngste plötzlich ziemlich laut und ziemlich bestimmt: "Ich will den ausgezogenen Mann sehen." Es gibt kaum Peinlicheres, als einen vierjährigen Dreikäsehoch, der zornig und brüllend nach Hause stapft und dabei brüllt: "Doch. Ich will. Jetzt. Mama, den ausgezogenen Mann anschauen." Es wurde nur peinlicher, als ich total genervt versprach, dass sie beide Musikvideos schauen dürfen, solange ich koche. Denn da fing er laut jubelnd an: "Juchuu. Wir dürfen den ausgezogenen Mann anschauen." Ich bin immer noch auf der Suche nach einem unsichtbarmachenden Tarnumhang, den ich in solchen Momenten einfach um uns werfe. Eine gute Option wäre auch, wenn dieser Umhang schalldicht wäre.
Aber gut, irgendwie haben wir es nach Hause geschafft und es haben sich weder Jugendamt noch neugierige Voyeure gemeldet.

Zuhause schalte ich also Youtube ein und beide betrachten einträchtig James Blunt und immer an der gleichen Stelle brüllt der süße Knopf: "Mann springt. Wasser." Und s'Zwiebale kommentiert immer: "Er hat die Hose noch an. Das ist blöd. Jetzt wird die Hose nass." Ich meinte darauf hin recht trocken: "Dann musst Du ihm das halt mal erklären." Daraufhin griff sich s'Zwiebale sein Stofftelefon und sagte: "Du, ausgezogener Mann. Du musst Dir die Hose ausziehen. Die wird sonst nass." Ich: "Und was hat er gesagt?" S'Zwiebale: "Ja gut. Danke."

Wenig später wollten die beiden das Video nochmals sehen und der Jüngste war wirklich entrüstet, dass sich der ausgezogene Mann schon wieder nicht die Hose vorm Sprung ins Wasser auszog. Auch mehrmalige intensive Telefonate haben den ausgezogenen Mann nicht dazu bewegt, sich auch die Hose auszuziehen. Also, vielleicht kennt irgendjemand, der jemanden kennt, der James Blunt kennt und ihm doch bitte, bitte erklärt, dass das Video ein anderes Ende braucht. 
Oder es ist eine heilsame Erfahrung und s'Zwiebale erkennt, dass es ganz schön nervig sein kann, wenn man (=er) so einfach nicht und nicht folgen will.

Ich finde, der ausgezogene Mann hat sich auf jeden Fall einen Cocktail verdient und wir auch! Mein Pinacolada gibt sich die Ehre und kommt als Macaron daher. Und das ist wirklich fabulös!



Wie man Macarons bäckt, habe ich hier erklärt. In diesem Beitrag findet ihr auch das Grundrezept für weiße Ganache.  KLICK HIER

Für die Füllung der Pinacolada Macarons benötigt ihr
80 g weiße Ganache
40 g Kokoscreme (z.B. vom Spar, Luxuslinie)
getrocknete Ananaschips

Ganache und Kokoscreme mischen
in einen Spritzbeutel füllen
eine Hälfte mit einem ordentlichen Gupf befüllen
zweite Schale drauf geben, leicht andrücken
und kleinst zerbrochene Ananaschips vorsichtig am Rand der Creme andrücken.

Voilà! Cheers!







Freitag, 13. Juli 2018

Da:hoam

Monsieur Koko und ich sind ein paar Tage ganz allein beim Goa (=Großpapa = mein Papa) in Tirol. Also dahoam.
Und es ist so ein vertrautes Gefühl, ein flash-back in die Kindheit & Jugendzeit. Da werden Erinnerrungen wach, an Sandkastenspiele, "wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" auf der Wiese im Hof, an rivalisierende Bandenkämpfe zwischen den Häuserblocks, an Nachmittage im Wald auf der Suche nach dem perfekten Platz für unser neues Baumhaus, an die vergeblichen Versuche, einen verstohlenen Blick in den FKK Club zu werfen, an gemeinsame Mittagessen mit den Nachbarsbuben, an Wanderungen mit den Pfadis und den samstäglichen Spaziergängen mit Tanja. An die geselligen Runden, die meine Mama immer einlud und wie sie mit meinem besten Freund stundenlang noch aufsaß, während ich schon längst ins Bett gegangen war. An nächtliche Spaziergänge, wo wir über Gott und die Welt diskutierten und das Rad neu erfanden. An die Pläne und Realisierung von Reisen, an Tanzkurse und die weltbeste Pizza beim Stigger.

Mit einem gewissen Alter (hüstl) erkennt man, dass dies so eine prägende Zeit war, dass es die alten Freunde sind, zu denen man so viel Vertrauen hat und wenn man sich nach Jahren wieder trifft, man immer noch die halbe Nacht aufsitzen kann und man "zack, bum" nahtlos daran anschließt, wo man war.

Da ist gerade ganz viel Nostalgie in mir. Was hatte ich nur für eine schöne Kinder- und Jugendzeit! Und eine der Hauptpersonen fehlt. Auch drei Jahre nach deinem Tod fehlst Du mir so. Und ich wünsche mir so sehr, dass du von Deiner Wolke auf uns runter blickst und ein bisschen stolz bist, dass du für mich, meinen Bruder und unsere Freunde so ein wundervoller Wegbegleiter  und Wegbereiter warst. Und dass Du in mir und den Herren Koko, Knopf und s'Zwiebale weiterlebst.
Danke Mama, wir vermissen Dich!

Und Du hättest die größte Freude gehabt, wie der Koko in den Kristallwelten in Wattens gestaunt hat und ihn die Glitzerei faszinierte. Du hättest mich so ausgelacht, weil ich mich am Weg zur Blasiuskapelle drei Mal verlaufen habe. Du wärst neugierig mit uns ins Haepinest zum Frühstück gegangen, um dann doch lieber Schinken und Käse zu genießen. Du hättest gestern Abend locker mit mir bis um halb 3 nachts ausgehalten und mit Robert und Heidi Grappa getrunken und wärst heute ebenso müde durch den Tag geschlapft. Und für die morgige Wanderung zur Enzianhütte hätten wir nicht google nach dem Weg fragen müssen. Du hättest das noch gewusst. Du hättest heute dem Koko im Schwimmbad Pommes gekauft und ein Eis und ganz viele Geschichten gewusst, wie es damals war, als ich so alt war wie der Koko.

Und diese Cantuccini hätten dir auch ziemlich gut geschmeckt und uns an unsere Sommer in Frankreich und Italien erinnert.


Eine Portion Sommerglück! Für ca. 24 Stück (bei größerem Bedarf einfach Rezeptangaben vervielfältigen)

Zitronen-Lavendel-Cantuccini
50 g geriebene Mandeln ohne Haut
40 g ganze Mandeln (mit Haut)
125 g Mehl
90 g Zucker
13 g Butter
1 Ei
4 Tropfen Lavendelöl (aus der Apotheke und ACHTUNG! Nicht mehr als 4 Tropfen, es schmeckt sonst zu "seifig". Im rohen Teig schmecken die 4 Tropfen extrem, im gebackenen Zustand ist es dann perfekt)
Abrieb einer Bio-Zitrone (ich hatte ein riesiges Exemplar und habe ca die Hälfte der Schale verwendet)
1 Prise Salz

glutenfreie Version: 125 g glutenfreie Mehlmischung (unbedingt 1 Ei der Größe L verwenden) oder 60 g Hirsemehl, 65 g Reismehl, 1 TL Johannisbrotkernmehl


Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben
in der Mitte eine Mulde bilden
Butter (kleingewürfelt) und Ei dazugeben
Lavendelöl und Zitronenzesten dazugeben
alles zu einem Teig verkneten und diesen 30 min im Kühlschrank rasten lassen
Backrohr auf 200 Grad vorheizen
Teig in 2 Teile teilen und zur Rolle formen
diese 10-15 min backen
auskühlen lassen
in Stücke schneiden
nochmals 8-10 min backen

Und wenn ihr jetzt den Backofen öffnet, dann strömt euch Südfrankreich und Italien um die Ohren. Das ist gigantisch! Da ist man per Kopfkino sofort im Urlaub, versprochen! Sofern man halt diese Destinationen als Urlaubsorte mag. Es gibt ja auch Leute, die den kühlen Norden und Zimtschnecken bevorzugen. Ich mag zum Glück beides und naschen sowieso.



Eine schöne Sommerzeit und teilt diese Cantuccini mit alten und neuen Freunden! Verschenkt habe ich sie so: