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Dienstag, 14. August 2018

Der ausgezogene Mann

Wie ihr wisst, schaut der süße Knopf ja ganz gerne Musikvideos auf YouTube. Und da er die Songtitel nicht kennt, gibt es Stichwörter zu den Videos und sofort ist klar, was er sehen will. Schifahren = Perfect von Ed Sheeran, Gitarre = Let her Go von Passengers, usw. S'Zwiebale schaut manchmal mit und zum allgemeinen Verständnis müsst ihr jetzt kurz mal hier rein schauen! Dann aber unbedingt wieder kommen und weiterlesen :-) Also klick HIER.

Vor ein paar Wochen am Heimweg vom Kindergarten ruft der Jüngste plötzlich ziemlich laut und ziemlich bestimmt: "Ich will den ausgezogenen Mann sehen." Es gibt kaum Peinlicheres, als einen vierjährigen Dreikäsehoch, der zornig und brüllend nach Hause stapft und dabei brüllt: "Doch. Ich will. Jetzt. Mama, den ausgezogenen Mann anschauen." Es wurde nur peinlicher, als ich total genervt versprach, dass sie beide Musikvideos schauen dürfen, solange ich koche. Denn da fing er laut jubelnd an: "Juchuu. Wir dürfen den ausgezogenen Mann anschauen." Ich bin immer noch auf der Suche nach einem unsichtbarmachenden Tarnumhang, den ich in solchen Momenten einfach um uns werfe. Eine gute Option wäre auch, wenn dieser Umhang schalldicht wäre.
Aber gut, irgendwie haben wir es nach Hause geschafft und es haben sich weder Jugendamt noch neugierige Voyeure gemeldet.

Zuhause schalte ich also Youtube ein und beide betrachten einträchtig James Blunt und immer an der gleichen Stelle brüllt der süße Knopf: "Mann springt. Wasser." Und s'Zwiebale kommentiert immer: "Er hat die Hose noch an. Das ist blöd. Jetzt wird die Hose nass." Ich meinte darauf hin recht trocken: "Dann musst Du ihm das halt mal erklären." Daraufhin griff sich s'Zwiebale sein Stofftelefon und sagte: "Du, ausgezogener Mann. Du musst Dir die Hose ausziehen. Die wird sonst nass." Ich: "Und was hat er gesagt?" S'Zwiebale: "Ja gut. Danke."

Wenig später wollten die beiden das Video nochmals sehen und der Jüngste war wirklich entrüstet, dass sich der ausgezogene Mann schon wieder nicht die Hose vorm Sprung ins Wasser auszog. Auch mehrmalige intensive Telefonate haben den ausgezogenen Mann nicht dazu bewegt, sich auch die Hose auszuziehen. Also, vielleicht kennt irgendjemand, der jemanden kennt, der James Blunt kennt und ihm doch bitte, bitte erklärt, dass das Video ein anderes Ende braucht. 
Oder es ist eine heilsame Erfahrung und s'Zwiebale erkennt, dass es ganz schön nervig sein kann, wenn man (=er) so einfach nicht und nicht folgen will.

Ich finde, der ausgezogene Mann hat sich auf jeden Fall einen Cocktail verdient und wir auch! Mein Pinacolada gibt sich die Ehre und kommt als Macaron daher. Und das ist wirklich fabulös!



Wie man Macarons bäckt, habe ich hier erklärt. In diesem Beitrag findet ihr auch das Grundrezept für weiße Ganache.  KLICK HIER

Für die Füllung der Pinacolada Macarons benötigt ihr
80 g weiße Ganache
40 g Kokoscreme (z.B. vom Spar, Luxuslinie)
getrocknete Ananaschips

Ganache und Kokoscreme mischen
in einen Spritzbeutel füllen
eine Hälfte mit einem ordentlichen Gupf befüllen
zweite Schale drauf geben, leicht andrücken
und kleinst zerbrochene Ananaschips vorsichtig am Rand der Creme andrücken.

Voilà! Cheers!







Freitag, 6. Mai 2016

Muttertag

Monsieur Koko ist schon ziemlich aufgeregt. Die Geschenke, die er im Kindergarten gebastelt hat, sind blicksicher nach Hause transportiert worden und warten auf ihren Einsatz. Er hat einen Einkaufszettel geschrieben (= gemalt) und mit Papa das Rezept besprochen. Es gibt Pizza, einmal glutenfrei, einmal normal. Hat sich Koko ausgesucht. Wir steigern uns! Letztes Jahr hat er mich zum Mc Donalds eingeladen.

Ich bin etwas unrund. Das ist der erste Muttertag ohne meine Mama. An solchen Festtagen fällt die Lücke einfach noch mehr auf.
Es gibt so Vieles, was ich vermisse. Meine Mama mochte Feste und war eine begnadete Gastgeberin. Sie hatte jeden Festtag im Kopf und gratulierte aufmerksam, auch zu solchen Anlässen wie bestandene Matura vor xy Jahren, erfolgreich absolvierte Fahrprüfung, Kennenlern-, Jahrestag, Verlobungs-, Hochzeitstag,...
Ziemlich stark vermisse ich ihr Talent, Anerkennung zu vermitteln.
Ich hab mir aus der Schulzeit erstaunliche Sachen gemerkt. Zum Beispiel aus dem Psychologieunterricht über die russischen Heiratsvermittler. Da wählten vor ziemlich vielen Jahren die Eltern die Partner für ihre Kinder aus. Allerdings gestalteten sie das taktisch klug und schalteten einen Mittler ein. Und der sagte dann zur Tochter X: "Ich habe zufällig gehört, wie sich A mit seinem besten Freund unterhalten hat und A findet dich total süß." Dann marschierte er zu A und sagte: "Stell Dir vor, ich habe die Freundin von X zufällig gehört, wie sie Y erzählt, dass X A extrem nett findet."
Und plötzlich fanden sich X und A interessant.

Meine Mama konnte das auch. Wenn ich einer Freundin von ihr zum Geburtstag gratulierte, dann macht man das ja, um derjenigen Freude zu machen. Und das merkt man ja auch selbst am Telefon. Meine Mama hat aber immer noch ein Extra an Anerkennung vermittelt, indem sie ein paar Tage später anrief und meinte, ich habe den Mann von C getroffen und er hat erzählt, dass C sich so über deinen Anruf gefreut hat.
Ob das immer gestimmt hat, weiß ich nicht. Ist auch egal. Aber meine Mama konnte mir mit dieser "russischen Heiratsvermittlungs-Taktik" immense Anerkennung vermitteln.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mama wusste, wie sehr wie sie alle lieb hatten, auch wenn ich es in ihren letzten Stunden nicht ausgesprochen habe. Ich wollte es nicht wahrhaben und habe bis fast zum Schluss geglaubt, dass meine Mama diesen beschissenen Krebs besiegen würde.

Danke Mama für all Deine Liebe und Fürsorge und für das Gefühl, dass man etwas richtig gut gemacht hat. Diese Herzen sind für Dich!


Wie man Macarons macht, habe ich Euch hier beschrieben. Und da der Osterhase letztes Jahr sehr lieb war, kann ich jetzt perfekte Macarons machen. Gefüllt sind diese mit einer weißen Schokoganache.



Das hübsche Schälchen ist von Le Creuset und ich bin schwer verliebt in die Produkte dieser Firma. Wenn ihr jetzt noch einen Tipp für Eure Mamas braucht oder stellvertretend für eure Kinder etwas kaufen möchtet, in der Fußgängerzone in Berndorf bei der wunderbaren Sandra von Via Nova werdet ihr fündig. (gibt es auch in anderen Farben und eignet sich dann sicher auch für den Vatertag)




Sonntag, 29. März 2015

Lieber Osterhase...

Meine neue Leidenschaft sind Macarons. Kennt ihr dieses wundervolle kleine Gebäck aus Frankreich? Herrlich zart und fein gelten sie als Diven und echte Herausforderung der Backkunst. Ich habe mich lange nicht drüber getraut, weil Baiser mir nicht besonders liegt und ich einen heiden Respekt vor diesen luftigen Dinger hatte.

Aber bewaffnet mit der richtigen Lektüre und dem passenden Equipment ging es los. Und ihr könnt Euch nicht vorstellen, was das für ein Gefühl war, als diese "Füsschen" bei den Macarons aufgingen und sie einfach perfekt waren. Ein Hochgefühl sondergleichen!! Perfekt, ... na ja, fast. Zum großen Glück fehlt mir noch ein kleiner feiner Zerkleinerer, der mir Mandeln und Staubzucker so fein mahlt, dass ich perfektes Mandelmehl erhalte. Und da kommt der liebe Osterhase ins Spiel. Vielleicht hüpft er ja durch unseren Garten und versteckt mir dann unterm Kirschbaum einen Zerhaxler für die Küche. ;-)

Und Monsieur Koko war vielleicht entzückend, als er zum ersten Mal meine Macarons aß. Ganz andächtig und still saß er da und ließ sich das Gebäck auf der Zunge zergehen. "Mama, darf ich noch so eine herrliche Köstlichkeit haben?" Sicher, mein Lieber!


Das Rezept für die Macarons habe ich von Aurélie Bastian, die den wunderbaren Blog "französisch kochen" betreibt und auch schon einige Bücher herausgebracht hat; unter anderem eines über Macarons.
Für ca 20 Stück (bei mir wurden es immer nur ca 16)

45 g gemahlene Mandeln (ohne Haut!!)
75 g Puderzucker (gibt es jetzt endlich auch in Österreich - rosa Verpackung und ist noch feiner als Staubzucker)
36 g Eiweiß, 5 Tage alt
10 g Zucker

gemahlene Mandeln und Puderzucker noch feiner mahlen
Mandel-Puderzucker-Mehl durch ein feines Sieb streichen
Das Resultat ist ein sehr feines Puder (mit neuem Zerkleinerer bei mir dann auch, lieber Osterhase)
Das Eiweiß mit dem Handmixer schlagen
Wenn es anfängt schaumig zu werden, den Zucker dazu geben und weiterschlagen
Wenn die Masse schön weiß ist, bei Bedarf Lebensmittelfarbe (unbedingt Pastenfarben verwenden!) einrühren und weiter schlagen, bis ein fester Eischnee entstanden ist
Das Mandel-Puderzucker-Mehl nun unter drei Portionen mit dem Eischnee verrühren (mit Teigschaber)
Die Masse in einen Spritzbeutel mit runder Tülle füllen
Auf ein Backblech kleine Kreise (ca 2,5 cm Durchmesser) spritzen und 3 cm Abstand lassen.
Ich verwende eine Backmatte für Macarons von Silikomart
Die Macaronschalen für 15 bis 30 min ruhen lassen

Das Backrohr auf 150 Grad Ober- Unterhitze vorheizen
Die  Schalen für 14-15 min bei 140 bis 145 Grad backen.

Ich habe die besten Resultate erzielt, wie ich mein Backrohr auf 140 Grad Umluft vorheizte und sie bei 145 Grad Ober-Unterhitze 15 min gebacken habe.

Die Schalen aus dem Rohr nehmen und abkühlen lassen. Vom Blech lösen. Und bestaunen. Und freuen!

Jetzt werden sie noch gefüllt und sollen mit Füllung 4 Stunden im Kühlschrank rasten.


Gefüllt habe ich die gelben mit Lemon Curd. Wie man den macht, habe ich hier beschrieben.
Die weißen sind mit weißer Ganache gefüllt.

weiße Ganache
100 g weiße Schokolade (keine Kuvertüre)
50 ml Schlagrahm (=Obers =Sahne)
Schokolade in Stückchen brechen
Schlagrahm erhitzen, nicht kochen
warmes Obers über die Schoko gießen und kräftig miteinander verrühren bis eine glatte Masse entstanden ist
diese ca 45 min im Kühlschrank rasten lassen
herausnehmen und mit einem kleinen Schneebesen kräftig umrühren
in einen Spritzbeutel mit gezackter Tülle füllen und jeweils auf eine Macaronschale einen Tuff spritzen. Zweite Schale drauf und voilà, so schmeckt das Glück!