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Freitag, 22. Mai 2020

So ist das halt....

In den letzten Tagen hatte s' Zwiebale großen Kommunikationsbedarf. Alles war wichtig und interessant und musste bis ins letzte Detail besprochen werden. Sehr wichtige Fragen, wie zum Beispiel, ob ich noch Dinosaurier gesehen hätte, ob 1000 mehr ist als 10000 und welche überhaupt die größte Zahl sei usw.
Sein Mündchen plapperte in einer Tour. Irgendwann gestand er mir dann, dass Emil gerade so eine lustige Geschichte erzählt habe, dass er sich fast angemacht hätte. "Das war so lustig Mimi (seine sehr zärtliche Form für Mama), ich musste so lachen, ich habe mich fast angepieselt", flüsterte er ganz leise und es war ihm sichtlich ein bisschen peinlich.
Super Pädagoge wie ich halt bin, meinte ich: "Ach, das ist doch nicht schlimm. Das passiert mir auch manchmal." Große Kinderaugen blickten mich an. "Wirklich?" Nachdem ich ja weiß, dass geteiltes Leid halbes Leid ist, schummelte ich munter weiter. "Ja, wirklich. Wenn ich ganz fest lachen muss, kommt auch ein Tropfen Piesel raus." "Aber nur ein kleiner, oder?", fragte der Jüngste. "Ja, nur ein ganz kleiner. Das ist egal", beruhigte ich s'Zwiebale.
"Bei mir auch, Mama. So ein kleiner!" Dabei zeigte er mit seinen Händen ungefähr 10 cm lang und machte sich auf ins Bad. "So ist das halt", stellte er mit einer trockenen Weisheit fest, wie sie einfach nur 5 Jährige haben können und wechselte die Unterhose.

Die Geschichte hat absolut nichts mit diesem "Törtchen" zu tun und Übergang fällt mir auch keiner ein, also genießt einfach den Schwank aus meinem Leben und diese herrliche Pavlova.

Das Rezept stammt aus meinem Buch "Kuchenparty. Süße Feste feiern", erschienen im Kral Verlag. Fotos sind von Bernd Tschakert und die Gestaltung von Kathi Zenger (Designkostprobe).


Pavlova mit Rhabarbercurd und Erdbeer-Rahm: Zart knusprig und cremig weich – eine Pavlova ist ein himmlisches Dessert und vereint viele Glücksmomente.

Für den Curd
25 g Butter
150 g Rhabarber
85 g Zucker + 2 EL
1 Ei
 

Rhabarber gründlich waschen, nicht schälen und in dünne Scheiben schneiden.
Diese Scheiben in einen Topf geben, mit 2 EL Zucker bestreuen und 30 Minuten ziehen lassen. Anschließend 1 EL Wasser hinzugeben und bei mittlerer Hitze weich kochen. 
Masse in einen hohen Rührbecher füllen und mit einem Stabmixer fein pürieren. 
50 g des Rhabarberpürees weiterverarbeiten, den Rest dieses Fruchtpürees in ein Glas füllen und im Kühlschrank bis zur späteren Verwendung aufbewahren.
Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. 
Wenn sie vollständig geschmolzen ist, 50 g Rhabarberpüree und Zucker hinzufügen und verrühren. 
Ei verquirlen und durch ein Sieb in den Topf streichen. 
Mit einem Schneebesen verrühren und warten, bis der Rhabarber Curd eindickt; ähnlich wie ein Pudding. Dabei immer wieder einmal umrühren.

Die Mischung darf nicht zu heiß werden, sonst beginnt das Eiweiß fest zu werden und man hat unschöne weiße Bröckchen im Curd. Sollte es trotzdem passieren, die gestockten Eiweißstücke mit einer Gabel herausfischen oder den fertigen Curd durch ein Sieb streichen.
Den Rhabarber Curd in ein sauberes Gefäß füllen und im Kühlschrank lagern. Er lässt sich auch sehr gut einfrieren.




Für die Pavlovas 

Zutaten für 4 Stück mit einem Durchmesser von 10 cm

2 Eiweiß ( Größe M)

100 g Staubzucker, gesiebt

½ TL Zitronensaft und etwas mehr zum Reinigen der Rührschüssel



Spritzsack, Tülle, Lebensmitelfarbe (optional)



Backrohr auf 100 Grad Umluft vorheizen.

Etwas Zitronensaft auf ein Stück Küchenrolle geben und damit Rührschüssel und Quirler reinigen. Damit Baiser gelingt, müssen die Geräte fettfrei sein.

Eiweiß in einer Rührschüssel mit dem Mixer (oder in der Küchenmaschine) aufschlagen. 
Zitronensaft hinzufügen, Staubzucker langsam einrieseln lassen und weiter schlagen, bis die Masse dick und glänzend ist und feste Spitzen stehen bleiben. 
Das kann bis zu 10 Minuten dauern.

Eischnee bei Wunsch nun mit einer Lebensmittelfarbpaste färben. 

Baisermasse viermal in einer Kreisform (ca 10 cm Durchmesser) auf das mit Backpapier belegte Blech streichen, in der Mitte eine Mulde formen.

Das Backblech in die Mitte des Rohrs schieben und eine Stunde bei leicht geöffneter Tür (einen Holzkochlöffel in die Tür klemmen) trocknen lassen. 
Die Hitze ausschalten und die Baisers/Pavlova im Ofen auskühlen lassen – dabei den Kochlöffel in der Backrohrtür belassen.


Für die Fertigstellung

100 ml Schlagobers

1 EL Staubzucker

etwas gehackte Pistazienkerne
frische Erdbeeren
Rhabarber-Curd
Pavlovas

Obers mit Staubzucker steif schlagen. 
Etwas Rhabarber-Curd in die Mulde der Pavlova streichen, Obers darauf verteilen und mit frischen Erdbeeren in Stückchen geschnitten garnieren. Darauf etwas vom Rhabarberfruchtpüree träufeln und abschließend mit ein paar gehakten Pistazienkernen dekorieren.

Tipp: Die Pavlovas können auch ein paar Tage im Vorhinein gebacken und luftdicht verpackt an einem trockenen Ort gelagert werden.








Freitag, 8. Mai 2020

Jetzt aber wirklich....


Der Muttertag steht nun wirklich vor der Tür und bei uns hat doch glatt noch ein bisschen geheimnisvolles Treiben eingesetzt. Via Schoolfox bzw. der Schulpost (an bestimmten Tagen bekommen wir via Vorraum zur Garderobe der Volksschule die korrigierten Arbeiten oder neue Arbeitsblätter) sind Bastelarbeiten eingetroffen und während ich heute laufen war, muss irgendetwas aus Schokolade entstanden sein. :-)

Wem Kekse oder Torte zu aufwändig sind, schafft vielleicht dieses kleine Tiramisu? Ich lass mal ganz zufällig Seite 92 meines Buches aufgeschlagen. Die Zutaten kann man ja morgen noch besorgen... :-)

Foto: Bernd Tschakert


Erdbeer-Tiramisu: Tiramisu war die erste Nachspeise, die ich selbst zubereitet habe. Die Biskotten hatte ich grasgrün eingefärbt und die Mascarponemischung pink. Und niemand aß von dem herrlichen Dessert. Damals fand ich es lustig, mit Lebensmittelfarben zu experimentieren. Jetzt liebe ich es natürlicher und diese süßen kleinen Gläser waren sehr rasch ausgelöffelt.



Zutaten für 8 kleine Portionen (wirklich kleine Gläser)




100 g Butter, zimmerwarm

100 g Zucker, extrafeiner Kristallzucker

2 Eier (Größe M)

100 g Mehl

1 TL Backpulver

1 Prise Salz



Viereckiger Backrahmen



Glutenfreie Version: 40 g Hirsemehl, 40 g Reismehl, 20 g Kartoffelstärke,  1/2 TL Johannisbrotkernmehl



Backrohr auf 175 Grad vorheizen. 
Den Backrahmen auf ein mit Backpapier belegtes Blech stellen und zur Größe ca. 15 x 15 cm ausziehen. Die Seiten fetten und mit Mehl bestäuben.

Butter, Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben und kräftig mixen bis eine luftige, helle Creme entsteht.

Das Mehl mit dem Backpulver in einer Schüssel vermischen.

Ein Ei nach dem anderem unter die Butter-Zuckermischung schlagen. Wenn die Masse gerinnt, 2-3 EL Mehl untermischen, bis sie wieder homogen ist. Sind alle Eier gut eingearbeitet, das Mehl hinzufügen und gerade so lange rühren, bis sich die Masse zusammengefügt hat.

20 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

50 g Staubzucker

2 Eigelbe (M)

1 Eiweiß (M)

250 g Mascarpone

8 -10 sehr große Erdbeeren



8 kleine Gläser



Eigelbe, Staubzucker, Mascarpone cremig rühren. 
Eiweiß steif schlagen und unter die Mascarponemischung heben. 
Ausgekühlten Teig in so kleine Kreise ausstechen, dass diese in das Glas passen. 
Einen Kuchenkreis als Boden in das Glas geben.
Erdbeeren sehr dünn aufschneiden und am Glasrand platzieren. 
Mit etwas Mascarponecreme füllen, darauf Kuchenstückchen platzieren, eine Erdbeerescheibe darauf geben und mit Mascarponecreme auffüllen. (Dieser Vorgang kann natürlich wiederholt werden)

Bis zur Verwendung kühl lagern.


Foto: Bernd Tschakert



Tipp: statt des Kuchens kann man natürlich auch Biskotten (bei Bedarf glutenfreie) verwenden.
Die hübschen kleinen Erdbeeren auf den Holzlöffeln sind gestempelt und von Casa di Falcone.

Montag, 4. Mai 2020

Muttertag

Die akribischen Vorbereitungen lassen heuer zu wünschen übrig (im Gegensatz zu letztem Jahr). Kein geheimnisvolles Flüstern und aufgeregtes Geschenke-heimtragen vom Kindergarten, kein Geheimnisse nicht verraten und doch ein bisschen, kein Planen, Prahlen, nichts...
Ich kenne ein paar Mamas (mich eingeschlossen), die sich nach 7 Wochen rund um die Uhr Kinder Zuhause einfach nur einen Tag kinderfrei wünschen. Zum Muttertag. Genau! Und so sehr man seine Kinder auch liebt, das darf man sich wünschen! Und auch genießen! Egal wann, kommenden Sonntag wohl eher nicht, aber irgendwann ...

Eine Freundin von mir hat mit ihrem Sohn schon brav seine Karte zum Muttertag gebastelt und sie hat mir versprochen, sein Muttertagsgedicht mir in der Früh aufzusagen. Denn meine drei Herren ignorieren jeden Wink mit dem Zaunpfahl. Okay, Monsieur Koko studiert am Klavier mein Lieblingslied ein und das will etwas heißen! Eigentlich ist das 10 Karten und Gedichte wert!

Dafür backe ich dann gerne auch den Kuchen und erinnere mich noch lieber an letztes Jahr. Ein paar Wochen vorm Muttertag habe ich mein letztes Kapitel für mein Backbuch fertiggestellt. Es gab Unmengen an Kuchen, Cremes, Keksen und Co. Ich habe meine Freundinnen angerufen und ganz spontan kam ein Resteessen der besonderen Art zustande. Wir genossen Kaffee und später Prosecco, ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und die Kinder drehten fröhlich ihre Runden im Garten. Das vermisse ich gerade sehr. 


Dieser "Sweet Table" ist aus meinem Buch Kuchenparty. Süße Feste feiern, erschienen im Kral Verlag. Und übrigens ein ideales Muttertagsgeschenk. ;-) 
Die Fotos sind von Bernd Tschakert und die wundervolle Gestaltung von Kathi Zenger. Und habe ich schon erwähnt, dass es zum besten Backbuch Österreichs gekürt wurde? Ja, natürlich, aber am Muttertag beschenke ich mich selber und blicke voller Stolz auf das, was ich mit, trotz, dank meiner 3 Buben geschafft habe.



Wer noch eine Inspiration für seine Muttertagstorte braucht: Ich empfehle diese Erdbeer-Lemoncurd-Torte. Eine meiner Lieblingstorten. Und keine Sorge, auch ohne aufwändige Verzierung aus Rollfondant ist sie ein Genuss!



Erdbeer-Lemoncurd-Torte

Zutaten für 1 Torte mit Durchmesser von 15 cm
220 g Mehl
1 ½ TL Backpulver
50 g blanchierte, gemahlene Mandeln
190 g Butter, Raumtemperatur
160 g Zucker
3 Eier (M)
4 EL Milch

Glutenfreie Version: 90 g Reismehl, 90 g Hirsemehl, 40 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl

2 Backformen mit Durchmesser von 15 cm

Backrohr auf 180 Grad vorheizen und Backformen vorbereiten.
Butter mit Zucker in einer großen Rührschüssel cremig mixen. Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Mandeln mischen und abwechselnd mit der Milch unter die Kuchenmasse mixen.
Teig auf beide Formen aufteilen und 25-30 Minuten backen.

Diese Masse reicht für eine Torte. Wenn man eine so hohe Torte wie auf den Fotos will, benötigt man die doppelte Masse.

Für die Creme
140 g Lemoncurd 
170 g Mascarpone
15 g Staubzucker
125 ml Schlagobers, kühlschrankkalt

Staubzucker sieben und mit Mascarpone in einer großen Rührschüssel kurz cremig mixen. Schlagobers steif schlagen und unter die Mascarponemasse heben. 140 g Lemoncurd unterrühren.



Fertigstellung der Torte (berechnet für eine Torte mit Durchmesser von 15 cm und einer Höhe von etwa 15 cm)
2 fache Tortenmenge
Füllcreme
125 g Erdbeeren, klein geschnitten
Buttercreme aus 250 g Butter und 250 g Staubzucker
800 g Rollfondant in Rosa
Dekoration: hier Blüten- und Blattmould, Rollfondant in Weiß, Hellgelb, Grasgrün

Tortenböden begradigen und horizontal halbieren. Einen Tortenboden auf ein Cakeboard setzen. Mit Füllcreme bestreichen und einige Erdbeeren darauf streuen. Dabei 1,5 cm des Randes freilassen. Den zweiten Tortenboden daraufsetzen und wiederum füllen. So fortfahren, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Den letzten Boden mit der Backseite nach oben auf die Torte setzen. Torte mit Buttercreme einstreichen und mit Rollfondant überziehen. Nach Wunsch dekorieren.

Man kan diese Torte aber auch sehr gut als "naked cake" servieren und verzichtet auf Buttercreme und Rollfondant!



Für den Lemoncurd:

50 g Butter

100 ml frisch gepresster Zitronensaft (ca 4 Zitronen)

170 g Zucker

2 Eier



Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Wenn sie vollständig geschmolzen ist, Zitronensaft und Zucker hinzufügen und verrühren. Ei verquirlen und durch ein Sieb in den Topf streichen. Mit einem Schneebesen verrühren und warten, bis der Lemon Curd eindickt; ähnlich wie ein Pudding. Dabei immer wieder einmal umrühren.

Die Mischung darf nicht zu heiß werden (nicht über 60 Grad), sonst beginnt das Eiweiß fest zu werden und man hat unschöne weiße Bröckchen im Curd. Sollte dies trotzdem passieren, die gestockten Eiweißstücke mit einer Gabel herausfischen oder den fertigen Curd durch ein Sieb streichen.

Den Lemon Curd in ein sauberes Gefäß füllen und im Kühlschrank lagern. Er lässt sich auch sehr gut einfrieren.



Freitag, 10. April 2020

Von Mitarbeitern, Ferien und Cheffehlern

Wir haben nun tatsächlich Ferien. Osterferien in den Corona-Ferien. Die 4. Woche daheim und irgendwie grüßt täglich das Murmeltier.
(für alle, die sich jetzt nicht auskennen: ihr seid zu jung ;-) Meine Generation kennt den Film "Täglich grüßt das Murmeltier" )

Zum Glück habe ich ambitionierte Mitarbeiter*, die ihr bestes tun, damit mir nicht langweilig wird. Vermutlich erwarten sie sich eine großartige Prämie und im Fall unseres jüngsten Mitarbeiters weiß ich auch schon, wie diese Gehaltsaufbesserung aussehen soll: süße Stangerln von Dagmars Greißlerei. Täglich zählt er sein Geld und fragt, wie viele Stangerln er sich kaufen kann. Bei 10 Euro sind es 100 Stangerln! Unvorstellbar viele; für s'Zwiebale, aber auch für uns. Nachdem er aber diese 100 Gummischlangen vermutlich an einem Tag essen würde und er sowieso schon aufgedreht genug ist, haben wir es nicht erlaubt.
10 sind ja auch ziemlich viel und das ist das herrliche, dass 5 Jährige zwar wissen, dass 100 mehr ist als 10. Aber 11 sind ja auch mehr als 10 und so war er halbwegs mit seinen 11 Süßigkeiten zufrieden.
Der Frieden währte nicht lange, denn (großer Elternfehler!) aus Corona-Ferien-Nachsicht haben wir diesé 11 Süßigkeiten nicht rationiert ausgegeben, sondern auf einmal. Derart gepusht von viel Zucker war der jüngste Mitarbeiter in Querulantenstimmung und ärgerte alle bis aufs Blut. Der süße Knopf, aka Mitarbeiter Nr 2 ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, knallte die Türe hinter sich zu und setzte sich zum Schlagzeug. Woraufhin Mitarbeiter 3, s'Zwiebale flüchtete, weil es ihm zu laut war, dabei brüllte er in einer solchen Lautstärke, dass er locker das Schlagzeug übertönte.

Meinen Rat, seine Energie doch bitte im Garten beim Radfahren umzusetzen, befolgte er tatsächlich und bog kurz darauf mit nacktem Oberkörper und Schihelm auf dem Laufrad ums Eck. (Den Radhelm hatte er nämlich nicht gefunden). Er erklärt mir, dass er jetzt in die Sandkiste zum Tauchen geht. Ich lache. Noch.
Wenig später steht er nämlich splitternackt vor mir und behauptet allen Ernstes, dass Mitarbeiter Nr 2 ihn ausgezogen hätte und seine Kleidung in die Regentonne geschmissen hätte. Jetzt muss man wissen, dass es unser Integratonskollege zwar schafft, sich an- und auszuziehen, allerdings nur, wenn die nötige Motivation da ist; sprich ins Fußballgewand oder in die Arbeitshose rein. Aber nie und nimmer könnte er gegen den Willen des Jüngsten diesen ausziehen.

Und ich behaupte nie wieder, dass diese Tage eintönig sind. Versprochen! Nebenher habe ich nämlich eine Runde Osterkuchen im Glas, die Böden für die heurige Ostertorte und Karottenküchlein für morgen nachmittags gebacken, Wäsche gewaschen, gekocht, Küchenkastln rausgewischt, gestaubsaugt, Wäsche aufgehängt, ….
Ich hätte jetzt gerne eine Runde echte Ferien! ;-) (psst: ich hatte eine sehr gemütliche Kaffeepause in der Sonne auf der Terrasse)

*warum Koko, Knopf und s'Zwiebale plötzlich Mitarbeiter 1 bis 3 heißen, könnt ihr hier nachlesen.

Nachdem die heurige Ostertorte noch nicht fertig ist, zeige ich Euch die vom letzten Jahr: ein sehr imposantes Stück, Highlight des Oster Sweet Tables und natürlich in meinem Buch!



Keine Sorge, der Teig ist total einfach (es ist der gleiche wie bei den Kuchen im Glas), man kann eine fertig gekaufte Nuss-Nougat-Creme zum Füllen verwenden und den Schritt mit Rollfondant kann man gerne auslassen und hat trotzdem eine herrliche Torte für den Ostertisch!




Eierlikörtorte mit Nuss-Nougat-Füllung

Zutaten für eine Torte mit Durchmesser von 15 cm

2 Eier (M)

75 g Zucker

125 ml geschmacksneutrales Öl

130 ml Eierlikör (wer den Kuchen gerne mit seinen Kindern teilen möchte, verwendet 65 ml Obers und 65 ml Milch statt des Eierlikörs)

150 g Mehl

2 TL Backpulver



Glutenfreie Version: 60 g Hirsemehl, 60 g Reismehl, 30 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl



2 Backformen mit Durchmesser von 15 cm


Füllung:
250 ml Schlagobers
100 g geröstete, geriebene Haselnüsse
150 ml Milch
1 EL Honig
1 Prise Salz
100 g Zartbitterschokolade
50 g Vollmilchschokolade



Backrohr auf 180 Grad vorheizen und Backformen vorbereiten.

Eier mit Zucker in einer großen Rührschüssel hellcremig aufschlagen (ca. 3-4 Minuten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine). 
Anschließend Öl und Eierlikör dazu gießen und gut verrühren. 
Mehl mit Backpulver vermischen und mit Hilfe einer Teigspatel unter die Masse heben.

Auf beide Backformen gleichmäßig verteilen und 25 Minuten backen. Auskühlen lassen.



Anmerkung: Die Torte auf dem Foto ist ca. 15 cm hoch. Hierfür habe ich die dreifache Menge verwendet, 



Für die Füllung, Schokoladen schmelzen (in der Mikrowelle oder über einem Wasserbad). Geröstete, geriebene Haselnüsse in eine Rührschüssel füllen, geschmolzene Schokolade dazu geben und beides mit einer Teigspatel zu einer Creme verrühren.

Milch, Honig und Salz in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Einige Minuten abkühlen lassen und anschließend zur Schokoladen-Nuss-Masse geben. 
Mit der Teigspatel zu einer glatten Creme rühren.

Schlagobers steif schlagen und mit der Schokoladen-Nuss-Creme zu einer glatten Creme verrühren.



Tipp: Die Creme ohne Schlagobers eignet sich hervorragend als Brotaufstrich und ist eine wundervolle, selbstgemachte Alternative zu gekauften Nussnougatcremen.






Fertigstellung der Torte (berechnet für eine Torte mit einem Durchmesser von 15 cm und einer Höhe von 15 cm)

Dreifache Kuchenmenge

Füllcreme

Buttercreme aus 250 g Butter, 250 g Staubzucker 

800 g Rolfondant, weiß

Rollfondant in hellgelb

Dekoration



Alle Böden begradigen. Einen Boden auf ein Cakeboard platzieren, mit etwas Creme bestreichen, dabei den Rand etwa 1,5 cm fei lassen. Einen weiteren Boden darauf setzen und die Torte so hoch stapeln, wie man es möchte. Sollte ein Boden übrig bleiben, kann man ihn einfrieren oder für Cakepops verwenden. Mit eventuell übrig gebliebener Füllcreme hat man ein zusätzliches Dessert. Den letzten Tortenboden mit der Backseite nach oben platzieren. Mit Buttercreme einstreichen, mit Rollfondant überziehen und nach Wunsch dekorieren. 





Ich habe aus dem hellgelben Rollfondant Kreise ausgestochen und diese nach einer kurzen Trockenzeit mit Zuckerkleber an der Torte befestigt. Als Topper fungiert ein Keramikhäschen, das mit einigen Blümchen und Mäschchen aus Rollfondant verziert ist.

Eine ganz genaue Anleitung gibt es in meinem Buch, erschienen im Kral Verlag. Die traumhaften Fotos hat Bernd Tschakert gemacht und die geniale Grafik Kathi Zenger!



Freitag, 6. September 2019

Kuchenparty: just perfect

Es "herbschtelt". Meine Lieblingszeit bricht an, die Blätter verfärben sich bunt, die Sonne wird goldener, die glühende Hitze wird durch angenehme Wärme ersetzt, die ersten kühlen, regnerischen und nebeligen Momente laden zum gemütlichen Miteinander ein. Nach 9 Wochen Schulferien kehrt wieder wohltuender Alltag ein, das Backrohr wird endlich wieder eingeschaltet, … Ach, ich liebe den Herbst.
Der Herbst ist für mich Anfang vieler wunderbarer Momente, Auslandsaufenthalt & Studiumbeginn in jungen Jahren, Verlobung, Hochzeit, von 3 Kindern wurden 2 im Herbst geboren, …

Und heuer ist ein ganz besonderer Herbst. >> Trommelwirbel, Sektkorken knallen, noch mehr Trommelwirbel, hipp hipp hurraaaaa << Kuchenparty, mein Buch ist erschienen.


Und es ist einfach perfekt. So, so wunderschön, einfach unbeschreiblich, unfassbar und gigantisch!

Acht Sweet Tables voller süßer Köstlichkeiten zu Anlässen wie Weihnachten, Ostern, Babyparty, Kindergeburtstage & Hochzeit sind der Inhalt. Als Gesamtkunstwerk oder Einzelstück: immer ein Genuss!
Und eigentlich sind es gleich zwei Bücher, denn alle Rezepte gibt es zusätzlich in einer glutenfreien Version.


Es war ein ganz intensives Arbeiten in den letzten Monaten, ich habe viel übers Leben gelernt, viel gebacken, ziemlich viel genascht, spontane "Aufess-Partys" mit lieben FreundInnen gefeiert, das ein oder andere Gläschen getrunken, ich war müde, k.o., mutlos und enttäuscht, wahnsinnig stolz, glücklich und euphorisch und: Ich habe es geschafft!
Wir haben es geschafft! Stets an meiner Seite der beste aller Ehemänner: ohne Dich, mein lieber Markus gäbe es dieses Buch nicht. Danke!


Und Danke Papa! Du bist der Beste!

Und Danke an alle, die mich so wunderbar unterstützt haben, an mich und meine Idee glaubten, mich bestärkten und ermutigten und geholfen haben.

Mit den perfekten Partnern wird so ein Projekt einfach perfekt:
Danke Bernd, für die unglaublichen Fotos! Danke Kathi für dein Gespür, meine Worte & Rezepte in grafisches Bestlicht zu rücken und Danke an den Kral Verlag für eure Begeisterung!





Danke, Koko, Knopf und s'Zwiebale: Ihr seid das Allersüßeste in meinem Leben.



Kuchenparty. Süße Feste feiern ist im Kral Verlag www.kral-verlag.at erschienen.
Die Grafik stammt von Kathi Zenger www.designkostprobe.at.
Die wundervollen Fotos sind von Bernd Tschakert.
Es ist im lokalen Buchhandel erhältlich, aber natürlich auch online oder mit persönlicher Widmung bei mir. Es hat 192 Seiten und kostet 24,90 .-

Und das kommende Wochenende ist einfach perfekt, um das Buch zu kaufen, darin zu schmökern, die Geschichte der drei Herren zu lesen und vielleicht unkomplizierte Cookies oder Gugls zu backen und zu genießen.

Viele süße Feste, Birgit

Montag, 23. Oktober 2017

Der Knopf ist 6!

Manchmal halte ich im Alltagstrubel inne und denke mir, wo ist denn nur die Zeit geblieben? Jetzt ist der süße Knopf schon 6! Über 1,10 Meter groß, mit Schuhgröße 30 und einem ebensolch großen Sturschädel.
Heute war so ein verregneter Tag und meine Sporteinheit ("hüstl, flottes Spazierengehen) eher kurz und dann habe ich mich endlich, ENDLICH, aufgerafft, den dicken Ordner mit Befunden, Diagnosen, Anträgen usw. vom Knopf zu sortieren. Ehrlich gesagt, ich habe es mir leicht gemacht: ich habe den Inhalt in "alt" und "neu" geordnet.

Jetzt stehen da 2 Ordner, der eine ("alt") ist prall gefüllt mit Erinnerungen. Da sind Fotos vom Knopf auf der Intensivstation, die Schulungsunterlagen zur Wiederbelebung & Beatmung, erste Kontakte und Infos rund um das Down Syndrom. Rund um den Geburtstag vom Knopf verdränge ich diese Bilder immer recht erfolgreich, aber heute sind sie präsent. Wie er da auf der Intensivstation lag und nicht einmal 24 Stunden nach seiner Geburt operiert werden musste. Wie ich ihn das erste Mal mit 3 Wochen im Arm halten konnte,... Es sind technokratisch wirkende Anträge zur mobilen Kinderkrankenpflege, Frühförderung, Anträge auf den Behindertenpass, etliche Gutachten und Diagnostiken im Ordner. Und in mir drin.

Es sind wunderbare Momente in mir drin und so anstrengende. Ich war noch nie ein Freund der Aussage, dass Kinder mit Down Syndrom ja so lieb und herzig sind. Gut gelaunt und fröhlich seien sie ja auch immer. Nöp, meine Lieben, so ist das nicht. Ganz ehrlich? Luis Behinderung führt mich oft an meine Grenzen und darüber hinaus und ich habe oft keine Ahnung, wie wir das alles schaffen sollen. Und dann gibt es diese Momente, da könnte ich vor Stolz und Freude platzen. Wie konzentriert und wissbegierig er lernt, wie begeistert er den Tisch deckt und die Speisen serviert (ich weiß, das ist nur eine Phase, aber ich genieß sie ;-) ), wie er sich langsam seine Umwelt erobert hat und jetzt schon mit seinen Brüdern das Baumhaus beklettert, in Löchern in der Erde gräbt, begeistert mit seiner Anna spielt, wie fürsorglich er seinen größeren Bruder tröstet, wenn ich mit ihm mal wieder zu fest schimpfe,...
Und wie begeistert er sich freuen kann! Über Kleinigkeiten! Eigentlich hätte die Sprühkerze auf der Torte gereicht. ;-) So, so toll war das!

Danke an Luis Freunde und deren Eltern, die mit Luis so ein wunderbares Fest gefeiert haben. Es ist nicht selbstverständlich, aber einfach fantastisch, wie offen Luis aufgenommen wird. DANKE!

Und lieber Luis, wenn Du das später mal liest, wir haben Dich lieb!
Wir finden es fantastisch, wenn Du als erster "ich auch" schreist und dann, wenn das geforderte am Teller liegt "bäh, nein" rufst.
Wir können gar nicht genug bekommen von Deinem Kichern, wenn du etwas Lustiges (und meistens ist es nur für dich lustig) spielst.
Wir bewundern Deine Wissbegierigkeit und Deinen Lernwillen!
Wir sind so stolz, wie toll Du liest, die Buchstaben kannst und dir jetzt langsam die Zahlenwelt eroberst.
Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Du irgendwann mal keine Windeln mehr brauchst. ;-)
Und wir freuen uns, dass Du jetzt so ein fleißiger Fußballer im ortsansässigen Fußballverein bist.
Süßer Knopf, genieße dein letztes Jahr im Kindergarten, liebe das Leben und feiere immer ganz tolle Feste!

Zum 6. Geburtstag gab es eine Feuerwehrfeier! Natürlich mit "Feuer Sam" (laut Luis). Die Figur hat eine Freundin von mir aus Fondant modelliert, der Rest stammt von mir.


Susanne fertigt diese Figuren auf Bestellung an. Interesse? Hier findest Du Ihren Kontakt.