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Mittwoch, 10. Juni 2020

Mit Leichtigkeit

Es ist schön, wenn durch Kinder neue Begriffe ins Haus kommen. Okay, es gibt auch Wörter, auf die könnte man gerne verzichten, wie Kokos vorpubertäres "boah, eyyyy", Knopfs "gaga" und Zwiebales "Blödi". Manche Wörter werden schnell vergessen, manche verboten, manche toleriert und manche in den familiären Sprachgebrauch aufgenommen.

Ein ganz herrliches neues Wort brachte s'Zwiebale mit: "mit Leichtigkeit". 

Kannst du bitte von der Veranda die Kartoffeln holen? "Mit Leichtigkeit!"
Schaffst Du das, ist das nicht zu schwer? "Mit Leichtigkeit!"

Wenn der kleine Knirps mit seinem immer noch leicht schielenden Auge, der coolen Brille und den entzückenden Locken da steht und mit einer solchen Selbstverständlichkeit "mit Leichtigkeit" antwortet, dann schmilzt mein Herz vor Freude und Glück. Und da musste sogar Monsieur Koko lachen, der von mir gerade gefragt wurde, wie man hier überholt (Fahrradprüfung) und s'Zwiebale laut antwortete: "Mit Leichtigkeit!"


In diesem Sinne, mit mehr Leichtigkeit lässt es sich ziemlich gut leben und mit noch mehr Leichtigkeit so ein herrliches Stück Tarte genießen. (Dass das Abtrainieren der Kuchenkilos nicht mit solch einer Leichtigkeit passiert, ist ein anderes Kapitel 😉)



Erdbeer Tarte

Für den Mürbteig

150 g kalte Butter
75 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
300 g Mehl

glutenfrei: 120 g Reismehl, 120 g Hirsemehl, 60 g Kartoffelstärke, 1 1/2 TL gemahlene Flohsamenschalen

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Butter in kleine Stücke schneiden und zusammen mit Zucker, Ei, Salz und Mehl zügig mit dem Knethaken des Rührgeräts verkneten. (bzw. per Hand - das mache ich lieber)
Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben (bei der glutenfreien Version mit Reismehl) 
Teig etwas flach drücken.
Auf die Teigscheibe einen Bogen Backpapier legen und mit dem Nudelholz auf dem Backpapier rollen. 
Den Teig in die gewünschte Größe ausrollen, in die Tarteform heben und andrücken.
Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen.
Mit Backpapier belegen und mit Backlperlen (oder Reis) 10 Minuten blind backen.
Das Backpapier mit den Blindbackperlen entfernen und Tarteboden nochmals ca 10 Minuten backen.
Auskühlen lassen.

Je nach Größe der Tarteform bleibt etwas Teig übrig. Entweder kleine Tarteletteförmchen damit auskleiden und wie oben beschrieben backen oder einfrieren.



Für die Creme
1 + 3 Blatt Gelatine
250 g Erdbeeren
2 + 1 EL Erdbeersirup (alternativ Himbeer- oder Holundersirup)
2 Eigelb (M)
250 g Mascarpone
200 ml Schlagrahm (= Obers, = Sahne)
3 EL Zucker

1 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Erdbeeren waschen, putzen, in kleine Stücke schneiden und pürieren. 

2 EL Erdbeersirup in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Gelatine gut ausdrücken und im warmen Sirup auflösen. Diesen Sirup ins Erdbeerpüree gießen, vermischen und die Masse im Kühlschrank aufbewahren.

3 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 

Eigelbe und Staubzucker über einem heißen Wasserbad ca. 5 Minuten mit dem Mixer hellcremig aufschlagen. Die Schüssel darf dabei das kochende Wasser nicht berühren. Anschließend auf die Seite stellen.

Mascarpone in einer großen Rührschüssel kurz mit dem Mixer glatt rühren. 

1 EL Erdbeersirup in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Gelatine gut ausdrücken und im warmen Sirup auflösen.

Cremig geschlagene Eigelb-Zuckermischung zum Mascarpone geben und kurz vermischen. Gelatine-Sirup dazu gießen und ebenfalls mit dem Mixer kurz verrühren. Erdbeerpüree aus dem Kühlschrank holen und vorsichtig mit Hilfe einer Teigspatel unter die Mascarponecreme rühren.

Obers mit Zucker steif schlagen und unter die Mascarponemasse heben. Diese Masse in die Tarte gießen, fest werden lassen (am besten über Nacht) und dekorieren.

Wenn von der Creme etwas übrig bleibt, einfach in Dessertgläser füllen und genießen. Mit Leichtigkeit!




Mittwoch, 17. Oktober 2018

Gerade noch rechtzeitig...


Es gibt sie noch zu kaufen: Zwetschken! Ein paar vereinzelte, süße, saftige Exemplare gibt es noch. Und ich spreche von den kleinen, dunkelblauen Dingern und nicht den riesigen lila Exemplaren. Wobei die kann man sicher auch sehr gut für diesen Kuchen verwenden, aber für mich als Tiroler-Mäderl kommen nur Zwetschken infrage, am besten die aus Stanz. (zumindest gibt es dort den besten Zwetschkenschnaps, aber das ist eine andere Geschichte)

Diese Galette passt perfekt zu den bunten Blättern, den schönen Herbsttagen, dem frühen Nebel und der warmen Nachmittagssonne. Ihr könnt sie ganz einfach so bei einer Tasse Tee genießen oder wie wir bei philosophischen Betrachtungen über das Leben.
S'Zwiebale macht sich nämlich derzeit ziemlich viele Gedanken über seine Zukunft und wie das so ist mit der Verwandtschaft. Es ist ja auch ganz schön schwer, zu verstehen, dass der Papa zum Opa Papa sagt und überhaupt... So hat mein liebster Ehemann unserem Jüngsten erklärt: "Wenn Du Papa wirst, dann bin ich ein Opa." Das leuchtete dem 4-jährigen ein.
Seitdem überlegt s'Zwiebale, was er denn so alles braucht, wenn er Papa ist. "Papa, wenn ich Papa bin, dann musst Du mich jeden Tag in die Arbeit mitnehmen. Dann brauch ich Geld." Papa: "Mache ich." sZ: "Wenn ich Papa bin, dann brauche ich viel Geld. Du musst mir das Geld geben, weil ich weiß ja nicht, wie viel Geld ich brauche." P: "Okay". sZ: "Du Papa, wenn ich Papa bin und Du Opa bist,..." So ging das eine ganze Weile während wir den Kuchen aßen. 
Dann wurde das Gespräch plötzlich unterbrochen, weil der junge Herr aufs Klo musste. Ziemlich freudestrahlend und stolz kam er mit mir zurück und vermeldete: "Du Papa, es kam Gaga und Piesel gleichzeitig. Das kann ich jetzt schon. Das ist toll!"
Liebes s'Zwiebale, mit diesen Fertigkeiten bist Du jetzt quasi fürs Leben gerüstet! ;-)

Zwetschken-Haselnuss-Galettes
Rezept aus frisch gekocht 9-18

Teigmenge reicht für 4 Galettes oder 3 Pieformen (Durchmesser 20 cm, Randhöhe 5 cm)


400 g Dinkelmehl
200 g gemahlene Haselnüsse
200 g Kristallzucker
250 g kalte Butter
1 Ei
100 g Marzipanrohrmasse
1 kg Zwetschken
1 EL Staubzucker

für die glutenfreie Version statt des Dinkelmehls: 180 g Buchweizenmehl, 100 g Hirsemehl, 100 g Reismehl, 20 g Kartoffelstärke, 2 TL Johannisbrotkernmehl)

Marzipan in den Gefrierschrank legen
Mehl (bzw. Mehle in der gf Version), 150 g Nüsse und 150 g Zucker in einer Rührschüssel vermischen.
Butter würfeln und dazu geben.
Ei trennen,
Dotter in die Schüssel geben.
Dann die Mischung in der Schüssel mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten
In Frischhaltefolie gewickelt 30 Min (gerne in der gf Version auch 1 Stunde) im Kühlschrank rasten lassen
Backrohr auf 180 Grad Umluft (!!!!) vorheizen.
Marzipan reiben (geht in leicht angefrorenem Zustand wesentlich einfacher)
mit Eiklar und 50 g Haselnüssen und 50 g Zucker mit dem Mixer gut vermischen.
Zwetschken vierteln und entkernen.
Teig in 4 Teile teilen
jeden Teil auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen 
Jeweils 2 Kreise auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
mehrmals mit einer Gabel einstechen
Marzipanmischung mittig darauf verteilen, dabei einen Rand von 5 cm frei lassen
Zwetschken auf der Füllung verteilen
Teigränder darüber klappen und leicht festdrücken
20 - 25 min backen, nach der Hälfte der Backzeit die Bleche tauschen.
Mit Staubzucker bestreuen und lauwarm oder kalt genießen. Dazu passt ganz wunderbar ein Vanilleeis oder noch besser eine Kugel Haselnusseis.




Mich hat der glutenfreie Teig diesmal so geärgert, dass ich nach 2 Galettes aufgegeben habe und den Teig in eine Pieform drückte. Würde ich für die glutenfreie Version empfehlen! Und im Gegensatz zu anderen glutenfreien Backwaren schmeckt diese Pie am 2. Tag wesentlich besser und saftiger!




Nachtrag: Ich hatte etwas Teig übrig und habe ihn eingefroren, im Kühlschrank Wochen später aufgetaut und er ließ sich in der glutenfreien Version herrlich ausrollen. Also bitte lasst den glutenfreien Teig mehrere Stunden im Kühlschrank, am besten über Nacht. 


Mittwoch, 25. Juli 2018

Daumen hoch: Freund! oder ein Halbtages-Projekt

Seit ein paar Tagen sind wir aus dem Westen zurück und die Ferien haben für mich jetzt begonnen: gemütlich in den Tag hineinleben, den Garten genießen, mit dem Knopf und dem Zwiebale im Pyjama bis mittags herumhängen und lesen, vorlesen, puzzlen, einkaufen gehen und den Nachmittag im Schwimmbad verbringen. Der Koko ist auf Forscherferien und kommt immer nur abends heim, restlos begeistert vom Programm der Fachhochschule und restlos k.o.

Knopf & s'Zwiebale verstehen sich zur Zeit wirklich gut und so sind es ganz harmonische Tage. Davor war es nicht ganz so harmonisch und ich gestehe, ich kaufe dann gerne ein. Meist Koch-oder Backbücher oder -Zubehör, hin und wieder auch Kleidung oder irgendein Schnickschnack. Das ist meine Belohnung, wenn die drei Herren mal wieder wie die Hottentotten durch die Gegend stürmten, schrien und stritten.

Meist kaufe ich im Ort, hin und wieder freue ich mich aber auch über ein Paket mit dem großen A. ;-) Und heute kamen gleich zwei solcher Pakete an. In einem ein neues Kochbuch, im anderen meine neue Pieform!

Und nachdem gerade die ersten reifen Äpfel am Boden lagen, marschierten wir drei in den Garten und holten uns ein paar. Der Koko bog zwar ab und schoss mit dem Fußball aufs Garagentor und kam erst wieder rein, als der Teig schon fertig war, aber wir lassen es trotzdem als Gemeinschaftsprojekt gelten. Und wir waren wirklich den halben Tag damit beschäftigt. Teig kneten, rasten lassen, ausrollen, blind backen, Äpfel schälen und schneiden (und bei den Miniäpfel dauert das ganz schön lange, bis man die gewünschte Menge zusammen hat), Füllung kochen, auskühlen lassen, 2. Teig ausrollen,.... und dann muss man die Pie noch auskühlen lassen. Puhhh,.... so gab es halt zum Abendessen Apfelkuchen, auch mal fein. :-)

Und der Knopf, der ja ziemlich wählerisch ist (bei Süßem) was ihm schmeckt und was nicht, hat noch während des Essens mir seinen Daumen hoch gestreckt und mit unzähligen Krümeln im Mund gesagt: Freund! Und das will echt was heißen. Denn so verbal drückt unser süßer Knopf seine Zuneigung selten aus. Er kommt wohl ziemlich oft zum Papa kuscheln, hin und wieder auch zu mir und man sieht natürlich, dass er sich wohlfühlt & es ihm gut geht, aber das verbale Ansprechen von Gefühlen klappt noch gar nicht. Deswegen, schmelze ich gerade vor Rührung hin und genieße ein zweites Stück.


Das Rezept ist nicht kompliziert, nur etwas zeitintensiver, aber man wird mit einer herrlichen Apple Pie belohnt, die man so auch grad in New York oder Boston oder... genießen könnte. Schmeckt aber Zuhause mindestens genau so gut! :-)
Das Rezept ist eine Kombination aus diversen Pierezepten, der Teig stammt aus dem Buch "New York. Capital of food" und wurde von mir adaptiert.



Für eine Pieform, mit hohem Rand, Durchmesser 23 cm
270 g Mehl
35 g Speisestärke
1/4 TL Backpulver
1 kräftige Prise Salz
170 g kalte Butter, gewürfelt
70 g Zucker
2 Eigelb (Größe L)
2 EL kaltes Wasser

Füllung:
ca 700 g geschälte, in kleine Scheiben geschnittene Äpfel
100 ml Apfelsaft
2 EL Speisestärke
3 EL Zimtzucker (3 EL Zucker und 1/4 TL Zimt vermischt)

glutenfreie Version: statt 270 Mehl und 35 g Speisestärke: 100 g Buchweizenmehl, 100 g Reismehl, 70 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahlene Flohsamenschalen

Anmerkung: Das Buchweizenmehl harmoniert so wunderbar mit den Äpfeln, dass ich ohne glutenfreies Backen auch die Hälfte des Weizenmehls durch Buchweizenmehl ersetzen würde.


Butter würfeln und in das Gefrierfach stellen
Plastikbecher mit kaltem Wasser füllen und ebenfalls ins Gefrierfach stellen
beides dort 10 min lassen
Pieform fetten und mit Mehl (Reismehl) ausstäuben
Mehl, Stärke, Salz und Backpulver mischen
Butter zufügen
Mit den Fingern krümelig reiben
Zucker dazu geben
Eigelbe mit den 2 EL sehr kaltem Wasser vermischen
zum Teig geben
kneten, bis ein glatter Teig entsteht (wenn nicht alle Butterstückchen komplett eingearbeitet sind, stört das gar nicht)
Ca 220 g von der Teigmenge in eine Klarsichthülle wickeln und in den Kühlschrank legen
Restlichen Teig ausrollen (ca 5 mm dick) und in die Pieform geben (Boden und Rand auskleiden)
(in der glutenfreien Version funktionierte das nur mäßig und wir drückten den Teig eher hinein - beim nächsten Mal würde ich auch diesen Teil im Kühlschrank rasten lassen, bevor ich ihn ausrolle)
Pieform für 30 min in den Kühlschrank stellen

Backrohr auf 175 Grad vorheizen
Äpfel schälen, in kleine, dünne Scheiben schneiden
mit Zimtzucker kochen (meine waren teilweise noch bissfest, das mag ich lieber)
von den 100 ml Apfelsaft 1 EL in ein Glas geben, den Rest zur Apfelmischung im Topf
Esslöffel Apfelsaft mit den 2 EL Stärke glatt rühren und in den Topf geben
Ein paar Minuten köcheln lassen (umrühren nicht vergessen), bis die Masse etwas eindickt
Pieform aus dem Kühlschrank holen, mit Alufolie auslegen (einfach ein großes Stück hineingeben), mit Blindbackgewichten (oder Reis, trockenen Bohnen,...) beschweren und 15 min blind backen
Alufolie mit den Gewichten entfernen und nochmals 15 min backen
Zweite Teigmenge aus dem Kühlschrank holen, aus der Frischhaltefolie wickeln (Achtung, diese aufheben) und kreisrund, ca 5 mm dick ausrollen. (Arbeitsfläche bemehlen)
Bei der glutenfreien Version war es hilfreich (der Teig ist nicht so elastisch wie bei glutenhaltigem Getreide), die Klarsichtfolie auf den Teig draufzulegen und dann klappte das Ausrollen wunderbar)
Löcher oder Muster (hier Äpfel) ausstechen
Fülle in die Pieform geben
Teigdeckel draufgeben (auch hier war bei der glutenfreien Version wiederum die Frischhaltefolie hilfreich - so konnte ich den Deckel gut auf die Pieform transferieren ;-)  )
den Rand etwas festdücken
Pie ca 45 min backen, nach 20 min mit einem Stück Alufolie abdecken
Auskühlen lassen
genießen
dazu passt wunderbar: Vanilleeis, Schlagrahm, Karamellsoße,...





Samstag, 19. August 2017

Ferientage und Kindheitserinnerungen





Ich schwelge gerade im ziemlichen Ferienglück und Sommergenuss. Abgesehen von der Woche Urlaub, wo wir weg waren und die Kinder sich wie die Hottentotten aufführten, haben wir grad echt eine feine Zeit. Tage im Schwimmbad mit Freunden, Spaziergänge, Nachtwanderungen, mittags einen Espresso (ich) und ziemlich oft ein Eis (die Buben), schnelle easy peasy Küche, das Haus voller Kinder, Wassermelone, Grillerei, Zeit bei den Großeltern und Verwandten ... genau so sollen Sommerferien sein! Und für meine deutschen Leserinnen: wir haben 9 (NEUN!!!!) Wochen Sommerferien.
Genau so waren meine Sommerferien als Kind auch. Ein bisschen später, so im späten Teenageralter wurde ich dann flügge und verbrachte die Ferien mit Reisen, zuerst zu Verwandten nach Paris und Neapel, quasi als Einstieg und dann ganz allein mit Conny nach London (2 Wochen lang, der pure Luxus) und mit Tanja Interrail nach Paris, London, Newcastle, Normandie und im Jahr drauf mit Conny nach Italien und Griechenland, mit Stefan mit dem Motorrad nach Florenz und Pisa. 

Und bevor wir die weite Welt erkundeten, war Zelten, ganz allein hoch angesagt! ;-) Der Schrebergarten meiner Eltern bot die perfekten Bedingungen: 1 km von der elterlichen Wohnung entfernt, aber doch mit Infrastruktur (Kloanlage, ein mini-Gartenhäuschen) und die Nachbarsburschen, die uns beim Zeltaufbau halfen und dann auch noch gemeinsam mit uns grillten. was sehnten wir den Zeitpunkt herbei bis wir endlich allein waren und es uns im Zelt gemütlich machen konnten. Da wurde noch Schokolade geknuspert und geplaudert und geträumt, in den buntesten Farben malten wir unser Leben in Metropolen wie New York oder Paris oder London aus (es wurde dann - immerhin eine City - Wels und eine kleinere City - Berndorf). Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf wieder aufzuwachen. Es regnete. Es schüttete. Unser Zelt war undicht. Triptropf nass machten wir uns irgendwann barfuß (die damals so angesagten Jogging High - alle Kinder der 70er und 80er erinnern sich - waren klitschnass) auf der Straße auf den Heimweg. Ernüchternd.

Im nächsten Jahr wählten wir den Garten von Tanja. Praktischerweise lag die Grünfläche direkt vor dem Wohnblock von Tanja. Wieder knusperten wir Schokolade, Kekse und planten Reisen, plaudeten und lachten. Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf von Tanjas älterem Bruder mit einem lauten TAGWACHE geweckt zu werden. Der war gerade beim Bundesheer und fand das ziemlich witzig. Wir weniger und somit war mal unsere Zeltkarriere fürs erste beendet. Im nächsten Jahr durften wir nämlich auf Interrail fahren und ich denke, wir hatten das Zelt zwar mit, aber nie gebraucht. Ich weiß noch, dass mein Rucksack 27 Kilo wog und ja, ich war noch mobil. Also vom Bahnhof zur Jugendherberge schaffte ich es. Auch bei den Pfadis (Pfadfindern) wurden wir der Zeltpartie untreu und WiWö Führer und somit Hausschläfer. 
Aber mit Conny wagte ich es wieder - Interrail nach Italien und Griechenland und in Griechenland zelteten wir am Campingplatz. War das wunderschön!

Meinen ersten richtigen Kuss habe ich beim Zelten am Berg bekommen. Das Zelten und ich ... sind also mit ganz vielen wundervollen Erinnerungen verbunden und heuer war es endlich soweit. Monsieur Koko und ich schlugen unser Zelt im Garten auf. Hui, hui, war das aufregend. Wobei mein liebster Ehemann ganz schön aufgeregt ware, uns mit Stirnlampe und guten Tipps ausstattete und der Koko immer nervöser wurde. Aber dann packte ich was zum Knuspern aus, wir kuschelten uns in die Schlafsäcke und plauderten und planten und der Koko war ziemlich bald im Reich der Träume und ich war munter. Ui, ui, so unbequem hatte ich es gar nicht in Erinnerung. Es war steinhart, meine super duper Isomatte irgendwie zu dünn, dabei hatte ich bei den Pfadis doch sogar noch eine dünnere... Na gut, also von rechts nach links gedreht. Ui, ui, am Rücken ging gar nicht. Es ist zu heiß, also Schlafsack auf, es ist zu stickig, also Zelt auf, es wird kühl, ich finde den Reißverschluss vom Schlafsack nicht, der Koko klebt an mir (wir stehen leicht abschüssig), das Zelt ist definitiv zu klein, auf jeden Fall zu kurz, ausstrecken geht nicht, ich finde meinen Kopfpolster nicht mehr - was für ein Luxus! Den gab es früher nicht! Ich finde die Straßenbeleuchtung extrem hell, ich sollte aufs Klo, mag mich aber nicht rausschälen, ich schlafe ein, wache auf, schlafe ein, wache auf.

ABER: der Herr Koko schlummert selig neben mir, kuschelt sich glücklich an micht, lächelt im Halbschlaf und ist am Morgen so, so stolz, dass er sich getraut hat, draußen zu schlafen. Und ich bin gerädert, mir tut jeder Knochen weh, ich bin hundemüde und so, so glücklich. Was für ein schönes Erlebnis, das ich mit dem Koko teilen durfte.

Und was gibt es Schöneres, als so ein Erlebnis mit etwas Süßem zu beschließen? Eine rustikale, unkomplizierte Galette. Wenn man es etwas besser planen würde, könnte man sie sogar ofenwarm vorm Zelt genießen, oder dann halt am Nachmittag. ;-)


Ich habe mir im Urlaub ein Kochbuch gekauft und es gelesen wie ein richtiges Buch. Es ist fantastisch und die Rezepte allein vom Lesen her ein Genuss. (Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York. berlin Verlag)
Galette wollte ich schon immer mal machen und habe zwei Rezepte von Deb Perelman kombiniert und natürlich in glutenfrei umgewandelt, damit auch der süße Knopf mit naschen konnte.

Rezept für eine große Beerengalette

für den Teig:
315 g Mehl ( und für die glutenfreie Variante: 100 g Hirsemehl, 200 g Buchweizenmehl, 15 g Kartoffelstärke, 2 TL Flohsamenschalen)
1/2 TL Salz
225 g Butter
120 g griechisches Joghurt (10 % Fett)
80 ml Eiswasser
(im Originalrezept war ein TL Weißweinessig drinnen, den habe ich vergessen, aber es hat auch gut funktioniert)

für die Füllung:
250 g Heidelbeeren
500 g Ribisel
(ergab bei mir 700 g geputzte Früchte)
120 g Zucker
40 g Maisstärke




Mehl (bzw. Mehle) und Salz in einer Schüssel vermischen.
Butter (sehr kalt)  in Stückchen dazugeben
zu einem krümeligen Teig vermischen (Teigmischer, Handmixer, Hände)
Joghurt, Eiswasser (und Essig, wenn man ihn nicht vergisst) dazugeben
kneten bis ein Teig (keine Krümel mehr) entstanden ist
Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen, auch über Nacht ist möglich und dann könnte man fast gleich nach dem Aufstehen den Kuchen genießen. 
Wenn man so wie ich knapp dran ist, tun es auch 30 min im Gefrierfach)

Alle Zutaten der Füllung vermischen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Teig nach Rastzeit auf einer bemehlten zu einem großen Kreis (Durchmesser ca 40 cm) ausrollen.
Diesen Kreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
Die Früchte auf der Galette verteilen, dabei einen Rand von ca 5 cm frei lassen
Diesen Rand übereinander klappen und falten, so dass diese typische Form der Galette entsteht. Keine Sorge, das muss nicht perfekt aussehen!
Ca 30 - 40 min backe  und dann ganz wichtig, etwa 10 min auskühlen lassen.
Mit Staubzucker bestreuen und servieren. Schmeckt lauwarm wundervoll!


Wie es andere schaffen, die Galette auf einer Servierteller zu bringen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe sie am Blech in Stücke geschnitten und dann auf Tellern serviert. Und wie es andere Blogger schaffen, da noch tolle Fotos zu schießen, bleibt mir auch ein Rätsel. Ich hatte nach 3 Bildern schon die Finger vom kleinen Zwiebale drauf. Länger hätte ich das gute Stück nicht mehr zurückhalten können. ;-)


Tipp: Diese Galette kann auch mit anderen Früchten gebacken werden. Marillen stelle ich mir auch toll vor. Dabei müsst ihr vielleicht ein bisschen mit der Zuckermenge in der Füllung variieren. Ribisel sind ja eher sauer und vertragen diese Menge und der Kuchen ist trotzdem nicht zu süß) Man kann diese Galette auch pikant füllen - z.B. mit Kürbis und Speck oder...

Tanja und Conny und Robert, das ist für Euch in Erinnerung an unsere Zeltnächte. ;-)




Dienstag, 23. Februar 2016

Ruck zuck noch schnell ein Winterrezept: Spekulatius-Clementinen-Tartelettes

Okay, gestern war zwar der heißeste Februartag (22 Grad!!!), aber morgen, spätestens übermorgen soll es wieder schneien!
Puh, das wird dann wieder ein Kampf mit dem Monsieur Koko. Umstellungen sind so gar nicht sein Ding und er rennt den halben Sommer in langen Hosen herum, weil er keine kurzen mag und im Herbst habe ich dann wieder Probleme, ihn in lange Sachen zu zwängen, weil er die jetzt nicht mag. So geht es auch mit Winterjacken. Im Herbst läut er noch ewig nur in einer Fleecejacke rum um sich dann monatelang nicht mehr aus der Daunenwinterjacke raus zu bewegen. Das kostet Nerven! ;-) Und da brauch ich dann unbedingt etwas Süßes.
Leider habe ich nicht immer so etwas hübsches, feines, elegantes Zuhause.


Dieses Spekulatius-Clementinen Tartelette habe ich als Nachspeise für die Weihnachtsfeier meines Mannes kreiert. Es schmeckt herrlich nach Weihnachten und Winter und ist zudem ein super Nervenberuhigerchen und Seelentrösterchen, ein rundum glücklichmachendes Törtchen. Da kann der Koko dann wieder stur und bockig sein. Selbst er kriegt bei diesem Nachtisch wieder gute Laune!


Spekulatius Tartelettes
150 g zimmerwarme Butter
200 g Zucker
300 g Mehl
150 g gemahlene Mandeln (am besten ohne Haut)
2 TL Spekulatiusgewürzmischung (alternativ: Lebkuchengewürzmischung)
1 Ei + 1 Eiweiß
2-4 EL Milch

Die Butter schaumig rühren
Zucker, Mehl, Mandeln, Ei und Eiweiß und Gewürz hinzufügen
Alles zu einem festen Teig verkneten
Sollte er zu bröselig sein, esslöffelweise die Milch dazu geben und kneten
Teig in Folie wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen

Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Teig ausrollen und Tartelettförmchen damit auskleiden
Jedes Förmchen mit einem Stück Backpapier belegen, mit Hülsenfrüchten beschweren und 20 min blind backen
Hülsenfrüchte inkl. Papier entfernen und 5 min fertig backen
auskühlen lassen


Clementinencurd (=die Füllung hier)
Ich liebe Lemoncurd und finde das Spiel von Säure und Süße einfach genial, aber mein Mann fand diesen Clementinencurd gigantisch gut 

75 g Butter
150 ml frisch gepresster Clementinensaft (oder Mandarinen)
250 g Zucker
3 Eier
Butter schmelzen 
Clementinensaft und Zucker in den Topf mit der geschmolzenen Butter geben
Eier verquirrlen und durch ein feines Sieb streichen und ebenfalls in den Topf geben
Herdplatte kurz auf höchste Stufe stellen; die Mischung soll sich schnell erwärmen, aber nicht kochen (!!!)
Auf kleiner Stufe mit dem Schneebesen rühren, bis der Curd eindickt
Heiß in ein sauberes Marmeladeglas füllen und auskühlen lassen.
Der Curd hält sich auch einige Tage gut im Kühlschrank



Tartelettes mit Curd füllen und mit italienischer Meringue (wie man die macht, habe ich Euch hier schon mal beschrieben) garnieren. Obendrauf noch ein paar Brösel von Spekulatius Keksen und fertig ist mein perfektes Winterdessert!


Mit dem übrig gebliebenen Baiser habe ich Christbaumschmuck hergestellt und über Nacht trocknen lassen und dann noch 2 Stunden bei 90 Grad im Backofen. Oder ihr drittelt einfach die Rezeptangaben, dann habt ihr nicht zuviel von der süßen weißen Schaummasse.

Schnee, du kannst kommen. Wir sind gewappnet!!! :-)

Montag, 25. Januar 2016

Verhandlungen mit Herrn Winter

So, lieber Herr Winter, wir müssen in ernste Verhandlungen treten. Da sinkt endlich die Temperatur und der Schnee rieselt so wunderbar vom Himmel und wir haben die wichtigsten Punkte unserer Winter To-Do- Liste abgearbeitet, da taut es auch schon. Heeee, Herr Winter, so nicht! Koko, Knopf und s'Zwiebale reichen offiziell Beschwerde ein.
Nur weil wir
1. Teppiche im Schnee geklopft haben
2. ein Iglo gebaut haben
3. das Gefrierfach abgetaut haben
heißt das noch lange nicht, dass wir jetzt schon Regen und frühlingshafte Temperaturen haben wollen. Nö, wollen wir nicht. Weil wir haben noch ganz schön viele Rezepte, die bei kalten Temperaturen so viel besser schmecken. Wir wollen noch Marshmallows selber machen und sie in heißer Schokolade versenken, die Zimtschnecken von Samstag warten auf Wiederholung und diese Bratapfeltaschen wollen nochmals im Iglo vernascht werden, weil dort schmecken sie noch dreimal so gut; noch lauwarm, frisch aus dem Ofen,... zum Dahinschmelzen! Und nein Herr Winter, wir meinen nicht den Schnee damit! :-)

Wir wollen noch einen Schneemann bauen und rodeln gehen, wir wollen Koko beim Schirennen anfeuern und schneeweiße Winterspaziergänge zu den Rehen machen.
Also lieber Herr Winter, komm zurück! Wir teilen auch! ;-)


Bratapfel-Pies! Passen perfekt in kleine Kinderhände, lauwarm aus dem Ofen genossen sind sie einfach herrlich und eignen sich auch als Jause für den Kindergarten. Gefüllt mit selbstgemachter Bratapfelmarmelade ist ihr Innerstes eine Wucht, aber auch das Aussehen lässt nicht zu wünschen übrig! Na Herr Winter, überzeugt? Kommst Du zurück?


Rezept für ziemlich viele, kleine Pies. Wenn ihr nicht so viele Leute zu verköstigen habt, dann teilt das Rezept einfach.
360 g Mehl
220 g Butter (kalt)
2 TL Zucker
1 Prise Salz
ca 4 EL Eiswasser
etwas Milch

Fülle:
Bratapfelmarmelade (Rezept folgt weiter unten)
oder irgendeine andere Marmelade oder Zwetschkenmus oder ... (ich denke, Nutella würde auch ganz gut funktionieren)


einen Becher mit kaltem Wasser ins Gefrierfach stellen
Butter in Stückchen schneiden
Mehl mit Butter, Zucker, Salz und dem Eiswasser zu einem glatten Teig kneten.
Teig zur Kugel formen, flach drücken und in Frischhaltefolie 1 stunde im Kühlschrank rasten lassen
Backrohr auf 190 Grad vorheizen
Teig vierteln; 3/4 bleiben im Kühlschrank mit einem Viertel arbeitet man
Teig ca 3 mm dünn ausrollen
Kreise (Durchmesser ca 10 cm) ausstechen
in einer Hälfte ein Muster ausstechen (oder mit einem Messer 2-3 Schlitze schneiden)
auf die andere Hälfte einen kleinen Teelöffel voll Bratapfelmarmelade streichen
Ränder frei lassen
Teigkreise zusammenklappen
Ränder mit einer Gabel zusammendrücken (der Koko war da sehr kreativ und hat tolle Muster mit einer Teigspachtel gemacht; leider haben es diese Teile nicht aufs Foto geschafft, weil sie sofort verschlungen worden sind)
Pies mit ein paar Tropfen Milch besprenkeln
im Rohr ca 20 min backen (schaut lieber mal nach 15 min durchs Glasfenster rein; je nachdem wie dünn der Teig ausgerollt war, können sie auch schon früher fertig sein)
fertig sind die Pies, wenn sie schön gebräunt sind.
etwas auskühlen lassen
in eine Schachtel, Dose,... verpacken und raus in die Kälte! (schmecken natürlich auch gut in der warmen Stube, aber das ist dann kein gutes Verhandlungsargument für Herrn Winter)


Bratapfelmarmelade
Wir hatten heuer wieder eine reichliche Ernte im Garten und einige Äpfel haben wir gleich zu dieser wundervollen Marmelade verarbeitet.
1 kg Äpfel
500 g Gelierzucker 2:1
1 TL gemahlener Zimt
1 Pkg Vanillezucker
3 EL Kristallzucker
Saft einer Zitrone

Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, klein würfelig schneiden
In einer großen Pfanne den Kristallzucker schmelzen und anbräunen lassen
Apfelwürfel dazugeben und bei niedriger Temperatur ca 8-10 min erhitzen, bis sich alle Karamellstückchen wieder aufgelöst haben
In einem großen Topf die karamellisierten Apfelwürfel mit dem Gelierzucker Vanillezucker, Zimt und Zitronensaft vermischen und zum Kochen bringen.
4 Minuten sprudelnd kochen lassen
Zur Gelierprobe einen Tropfen heiße Marmelade auf einen Teller geben. Wird es fest und verinnt nicht mehr, ist die Marmelade fertig.
Wer möchte, kann sie ganz fein pürrieren, wir mögen die kleinen Stückchen darin sehr gern.
Marmelade heiß in saubere Gläser füllen, Deckel drauf und fertig! 
·  


Mittwoch, 19. März 2014

Frühlingsbeginn mal anders: 1017 Gänseblümchen oder 3 Zitronen

Monsieur Koko kam heute ganz aufgeregt aus dem Kindergarten rausgelaufen: "Mama, ich hab heute 1017 Gänseblümchen gegessen. Mein Freund Benedikt hat mir gezeigt, dass man die essen kann!" 1017 ist ganz schön viel und ihr merkt schon, mit den Zahlen hat es der Herr noch nicht so. Aber viel ist viel! Ganz so viele Zitronen wurden auf unserem Baum nicht reif, aber endlich, endlich nach 7 Jahren hat unser Zitronenbaum reife Früchte produziert. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass die Zitronen nach 2 Jahren Pflege im Garten und Überwinterungsquartier bei meinen Schwiegereltern reif wurden.

Auf jeden Fall musste aus diesen 3 Zitronen etwas ganz besonders werden. Am Weg zum Kindergarten blüht es grad so traumhaft in allen Gärten. Da kommen Pflänzchen aus der Erde, da hab ich keine Ahnung wie sie heißen. (was kein Wunder ist, weil mein botanisches Wissen beschränkt sich noch auf Himmelschlüsselblume und Schneeglöckchen) In unserem eigenen Garten herrscht noch eher Steppe und nachdem Monsieur Koko auch noch die wenigen Farbtupfer = Gänseblümchen aufgegessen hatte, habe ich beschlossen, wenigstens Blümchen zu backen!


Nachdem es noch so stark windet, kommen die Blümchen noch unter eine schützende Glashaube. Drunter versteckt sich die weltbeste Tarte au citron!


Man braucht dazu Mürbteig, Lemon Curd und Baiser!

Lemon Curd (Rezept von Aurélie Bastian)
3 unbehandelte Zitronen
3 Eier
150 g Zucker
80 g Butter
1 EL Speisestärke

Zitronen pressen
Eier leicht verquirrlen
Zitronensaft mit Zucker uns Speisestärke aufkochen lassen
Die kalte Butter klein schneiden und Stück für Stück zur kochenden Masse dazugeben
Wenn die ganze Butter eingerührt ist, Hitze reduzieren und die Eier dazugeben.
Es darf nur mehr köcheln, sonst kocht das Eiweiß zu stark.
Die Masse dickt langsam ein und wenn das der Fall ist, kann sie in Gläser abgefüllt werden.

Mürbteig (ich war auf der Suche nach einem wenig süßen und fand den von Donna Hay perfekt)
270 g Mahl
3 EL feinster Zucker
150 g Butter
3 EL sehr kaltes Wasser (vorher in den Kühlschrank stellen)

Butter, Zucker und Mehl zusammenkneten
Wasser dazu und den Teig fertig kneten
In Frischhaltefolie gewickelt sollte er 30 min im Kühlschrank rasten

Ausrollen, in eine Tarteform oder mehrere Tarteletteförmchen geben und im ca 25 min (Tarte), 15 min (Tartelettes) im 200 Grad heißen Backrohr backen.

Baiser (ich hab mich für italienische Meringue entschieden, weil die so viel fester ist)
Das Rezept habe ich hier schon mal ausprobiert.
3 frische Bio-Eiweiß, Größe M
20 g Zucker

50 g Wasser
225 g Zucker

Eiweiß in der Küchenmaschine mixen
Sobald sie fest werden, den Zucker einrieseln lassen
Solange mixen, bis die Mischung "nice and fluffy" ist.

Wasser und Zucker aufkochen, bis diese Mischung exakt 117 Grad hat 
Diesen Sirup möglichst langsam, in einem dünnen Strahl in die mixende Küchenmaschine zur Eiweißmischung geben. Der Strahl sollte nicht den Schüsselrand hinunterrinnen, sondern schön in die Masse gleiten.
Solange mixen lassen, bis die Mischung glänzend und "fest" ist. Sie muss richtige "Spitzen" bilden.

Tartelettes mit Lemon Curd füllen und Baiser aufspritzen. Mit Zitronenzesten verzieren und den Frühlingsanfang feiern und genießen!








Sonntag, 25. August 2013

Der einfach nur so für uns Kuchen

Koko meinte vor ein paar Tagen, wir sollen einfach mal so einen Kuchen machen, nur für uns.
Gesagt getan.
Zuerst ging es ans Rezeptaussuchen. Koko wollte einen Kirschkuchen, ich hatte noch überreife Nekatarinen hier. Überreif isst die bei uns niemand mehr, außer... eh klar, im Kuchen.
Koko war auch rasch überzeugt und so wurde es die Nektarinen-Tarte mit Honigfrischkäse.

Lustigerweise kam an diesem Nachmittag eine Freundin mit ihrem Sohn vorbei und der einfach nur so für uns Kuchen eignet sich auch hervorragend für Gäste. Den Gästen und Koko schmeckte der Kuchen wunderbar und ich musste einfach zugeben, dass Frischkäse im Kuchen nicht mein Ding ist. Nächstes Mal nehme ich Mascarpone dafür.
Wer Frischkäse mag, dazu eine goldene, knusprige Tart und ein sehr unkompliziertes Rezept ist hier goldrichtig:
So sieht die Tarte vor dem Backen aus. Die "Verzierung" stammt vom Koko. Es gibt auch hübschere Formen. Inspirationen und das Rezept gibt es in der Lecker. Bakery, Vol 3, 2013

300 g Mehl
75 g Zucker
Salz
200 g kalte Butter
750 g Nektarinen
200 g Doppelrahmfrischkäse
3 TL flüssiger Honig

Mehl, Zucker, Prise Salz vermischen
Butter in Stückchen schneiden und mit
2-3 EL sehr kaltem Wasser in eine Schüssel geben
Zu einem Mürbteig verarbeiten
Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln un 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen
Backrohr auf 200 Grad vorheizen
Pieform (Durchmesser 22 cm; es funktioniert aber auch mit einer Kuchenform, da alle Pieformen schon in den Umzugskisten sind) fetten, mit Mehl ausstäuben
Nektarinen waschen, entkernen, in Spalten schneiden
Frischkäse mit Honig glatt rühren
Gut die Hälfte des Teiges ausrollen und die Form damit auslegen, Rand andrücken
Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen
Frischkäse darauf verstreichen
Nektarinenspalten drauf legen
restl. Teig ausrollen, muster ausstechen, - schneiden und die Tarte damit belegen
Auf der untersten Schiene 35 min backen

Wer möchte, kann in die Käsecreme gehackten Thymian geben. So schmeckt jeder Bissen nach Provence!