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Samstag, 30. Mai 2020

Lieb & Cool

Der süße Knopf ist unser Leseweltmeister, flotter Schulaufgaben-Erlediger, unser Rechenkönig, unser Kuschelmeister und Sonnenschein. Das und noch viel mehr ist er. Nur großartiger Plauderer ist er noch nicht. Seine Kommunikation beschränkt sich auf effiziente 2 Wortsätze, wie "Komm her", "komm mit"; "lauter"; "großen Hunger"; "danke", "warte mich".... Und ein paar Phrasen wie "danke, gut war's".
Heute in der Früh hat er sich noch einmal zu mir ins Bett gekuschelt, mich ganz tief angeschaut und gesagt "Mama lieb" (übersetzt: Mama ich habe dich lieb). Ui, ui, mein Herz ging fast über vor Glück. Und nach einer Weile sagte er: "Mama, du bist cool!"

Das ist ein Satz! Ein ganzer! Korrekter! Und vollständig!!!!! Und so wahr! ;-) (ha, ha) Ich war so baff und stolz und glücklich. Danke Knopf für diesen schönen Start ins Wochenende.


(PS: Für alle neuen LeserInnen: Der süße Knopf ist 8, hat das Down Syndrom und solche Erfolge sind einfach noch ein Stückchen intensiver als bei anderen Kindern.


Bei uns gibt es nicht nur süße Worte sondern zum Pfingstwochenende auch diese süßen Erdbeer-Holunder-Cupcakes.




Erdbeer-Holunder-Cupcakes
Zutaten für 6 Muffins (mittlere Größe, ca. 90 ml Fassungsvermögen)


116 g Butter, Raumtemperatur

80 g Zucker

1 EL Holunderblütensirup

2 Eier (M)

100 g Mehl

50 g blanchierte, gemahlene Mandeln (gibt es in Österreich beim Lidl; sonst einfach gemahlene mit Haut verwenden)

½ TL Backpulver



Glutenfreie Version: 40 g Hirsemehl, 40 g Reismehl, 20 g Kartoffelstärke, ½ TL Johannisbrotkernmehl





Backrohr auf 160 Grad vorheizen und Backformen vorbereiten.

Butter mit Zucker und Sirup in einer großen Rührschüssel schaumig schlagen.
Eier einzeln unter die Masse schlagen.
Mehl, Mandeln und Backpulver vermischen und in die Rührschüssel geben und solange mixen bis ein homogener Teig entstanden ist.

Förmchen bis ca. 1 cm unter den Rand füllen und 20 Minuten backen. 
Auskühlen lassen.



Topping

Erdbeerpudding (am Vortag zubereitet)

20 g Erdbeermarmelade

200 g Mascarpone, Raumtemperatur



Für den Erdbeerpudding

60 g Erdbeersirup 

10 g Zucker

35 g Obers

10 g Maisstärke





Erdbeersirup und Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. 
Obers mit Stärke klümpchenfrei verrühren. Eventuell durch ein feines Sieb streichen. 
Sobald die Sirup-Zucker-Mischung anfängt zu kochen, die Stärkemischung dazugeben und nun rühren bis der Pudding eindickt. 
In eine Schüssel gießen, eine Frischhaltefolie direkt auf den Pudding geben und im Kühlschrank bis zur Verwendung am nächsten Tag lagern.



Erdbeermarmelade und Mascarpone in einer großen Rührschüssel kurz mit dem Mixer glatt rühren. Pudding durch ein feines Sieb streichen und zur Mascarponemasse geben, kurz unterrühren. Die Masse in den Spritzsack füllen und auf die Cupcakes dressieren. Nach Belieben verzieren, mit ein paar Erdbeeren, einer Holunderblütendolde oder einem Topper aus Rollfondant.

Hier habe ich ein Stück bedrucktes Esspapier rund ausgeschnitten, darauf Erdbeerblüten und –blätter geklebt und dieses auf das Topping gesetzt.




Die Fotos sind von Bernd Tschakert und diese Muffins sind Bestandteil meines "Erdbeer Sweet Tables" in meinem Buch. Kuchenparty. Süße Feste feiern, erschienen im Kral Verlag, Gestaltung: Kathi Zenger

Dienstag, 26. Mai 2020

Mission: Steckbrief

Monsieur Koko ist nun schon die zweite halbe Woche in der Schule; die letzten Züge der 4. Klasse Volksschule. Ich frage mich gerade, wo die Zeit geblieben ist. Viel zu gut habe ich seinen ersten Schultag in Erinnerung und bald ist sein 1. Schultag am Gymnasium und s'Zwiebale kommt in die Volksschule. 
Er bringt jetzt schon viele Hefte und Bücher mit, die sie nicht mehr brauchen und da wir immer noch im Corona-Aufräum-und-Aussortier-Modus sind, blättere ich sie durch, bevor sie in die Erinnerungskiste wandern.
Die erste Schularbeit in Deutsch war eine Personenbeschreibung und Kokos Lehrerin hat ihnen wirklich viel Rüstzeug mitgegeben. Statt "ich bin sportlich" … "Ich trage gerne T-Shirts und Jeans und das unterstreicht meinen sportlichen Körperbau." … oder "Mein schlanker Körperbau zeigt wie sportlich ich bin"...
Eine der ersten Übungen war es, die Mama oder den Papa zu beschreiben. Koko wählte mich und so saß ich also habacht, um seinen Fragebogen zu beantworten. Aus diesem Steckbrief wurde dann eine Personenbeschreibung.

Also, ich sag's euch, bei Monsieur Koko werden reihenweise Herzen schmelzen. 

Nachdem er mich lange betrachtet hatte, schrieb er: "Ihr freundliches Lächeln, ihre weiche Haut und ihr rundlicher Körperbau machen sie zur besten Kuschelmama."

Ganz, ganz ehrlich? Ein schöneres Kompliment habe ich noch nie bekommen. Einfach wundervoll, mein Koko.



Diese Erdbeerküchlein sind auch wundervoll, ursprünglich von Zucker, Zimt und Liebe als Blechkuchen gebacken, habe ich sie in einer Mini-Kastenformen (ich habe diese hier verwendet) gebacken und letzte Woche gleich 2 Mal nachproduziert, so gut haben sie uns geschmeckt.
Und es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man einen Kuchen nur für sich hat. ;-)

Hier meine Variante:

Erdbeer-Buttermilch-Küchlein

Zutaten für 8 Mini Kuchen 

200 g Mehl
1 TL Backpulver
eine Prise Salz
150 g blanchierte, gemahlene Mandeln (gibt es in Österreich beim Lidl)
200 g Zucker und etwas zum Bestreuen des Teiges
175 g Butter, zimmerwarm
150 ml Buttermilch
3 Eier
8 große Erdbeeren
    optional: 125 g Erdbeeren, kleingeschnitten
2 EL gehackte Pistazien

glutenfreie Version: Coronabedingter Einkaufskrise sind mir meine reinen Mehle ausgegangen und ich habe für diesen Kuchen eine fertige Mehlmischung von Spar verwendet. Im Normfall hätte ich
80 g Hirsemehl, 80 g Reismehl, 40 g Kartoffelstärke und 1 TL Johannisbrotkernmehl verwendet.

optionale Erdbeeren: Wir sind eine Familie, die Teig gerne mag. Natürlich aus der Teigschüsseln beim Zubereiten genascht, aber auch im Kuchen braucht es bei uns nicht viel Obst, damit wir glücklich sind. Wer es gerne fruchtiger hat, mischt bitte die kleingeschnittenen Früchte unter den Teig.



Backrohr auf 180 Grad vorheizen, Formen vorbereiten (fetten und mehlen)
Mehl, Backpulver, Salz, Mandeln und Zucker in einer großen Rührschüssel mischen.
Butter, Buttermilch und Eier dazugeben.
Alles mit dem Mixer zu einem glatten Teig rühren.
Optional die Früchte unterheben.
Teig gleichmäßig in die Formen (bis eine Fingerbreit unter den Rand) füllen
Die 8 Erdbeeren halbieren und jeweils 2 Stück mit der Schnittfläche nach oben in das Küchlein drücken. (nur ganz sanft; sie sollen gut sichtbar sein)
Mit Pistazien und etwas Zucker bestreuen und für ca. 25 Minuten (Stäbchenprobe) backen.

Auskühlen lassen, aus der Form holen und am besten ganz frisch genießen.






Dienstag, 27. August 2019

Strategische Vorbereitung: zu heiß für Eis

Das Leben mit Kindern ist bunt, laut (zumindest bei den Herren Koko, Knopf und Zwiebale), nie langweilig, anstrengend, ermüdend, einfach wunderbar und immer überraschend.

So staune ich gerade über die strategische Vorgehensweise des Jüngsten. S'Zwiebale, gerade 5 geworden, meinte in den letzten Tagen immer: "Es ist viel zu heiß, um Eis zu essen. Wenn es so heiß ist und ich Eis esse, dann bekomme ich Halsweh."
Auch beim 3. Kind wurde mir nicht sofort klar, worauf er hinaus wollte und so wunderte ich mich einfach nur still. Vermutlich braucht es mehr Kinder oder eine abgeschlossene Ausbildung in strategischer Kriegsführung, zumindest ein paar Lehrgänge an einer Diplomatischen Akademie, um sein listiges Ansinnen von Anfang an zu durchschauen.

Denn gleichzeitig mit den Aussagen über das Eis mehrten sich die Fragen, was denn so für eine Jahreszeit nach dem Sommer komme, wie das so mit dem Ende der Ferien sei und so weiter. Als wir letzte Woche wieder einmal ein hervorragendes Eis genossen und das Zwiebale wieder jammerte, dass es viel zu heiß für Eis sei, wurde mir schlagartig bewusst, worauf er aus war. ;-)



Er sicherte sich rhetorisch die Eisrationen für Herbst und Winter! Ganz schön gewieft dieses kleine Kerlchen. Zu Sommerbeginn bekam er nämlich die Jahreszeit erklärt, dass jetzt Zeit für Eis, Schwimmen, Urlaub sei, dann werden die Äpfel reif, es wird kühler, dann kommt der Schnee und der Nikolaus und das Christkind, dann wird es wieder grün, die Blumen kommen und dann kommt der nächste Sommer, es gibt Eis, Du wirst 6 Jahre und darfst endlich in die Schule.
Im Gegensatz zu Monsieur Koko, der es total ungerecht findet, dass 9 Wochen Sommerferien schon fast vorbei sind, hält es s'Zwiebale so gar nicht mehr aus und will endlich ein Schulkind sein. Er weiß natürlich noch nicht so genau, was es wirklich bedeutet, aber dass seine beiden Brüder in die Schule dürfen und er immer noch in den Kindergarten, findet er jedenfalls total ungerecht.

Und jetzt ist mir auch ganz klar, warum es plötzlich zu heiß für Eis ist: wenn es kühler wird, muss einfach auch noch Zeit für Eis sein! Und so haben wir uns in die Küche gestellt und mit einem kleinen Teil der eigenen Pfirsichernte ein cremiges Pfirsicheis fabriziert.
Und es schmeckte ganz vorzüglich, auch an diesem heißen Spätsommertag und es wird ganz wunderbar an einem nebligen Herbsttag schmecken und uns an die schönen Sonnentage erinnern!



Zutaten für ca 6 Eis (Popsicleformen)
2-3 Pfirsiche
250 g Mascarpone
100 g Joghurt
35 g Zucker

Pfirsche klein schneiden, pürieren
Mascarpone, Joghurt und Zucker mit dem Mixer vermischen
Fruchtpüree und Creme abwechselnd in die Form schlichten
ein Holzstiel bzw. Holzlöffel hineinstecken
Eismasse über Nacht gefrieren lassen



Mittwoch, 17. Oktober 2018

Gerade noch rechtzeitig...


Es gibt sie noch zu kaufen: Zwetschken! Ein paar vereinzelte, süße, saftige Exemplare gibt es noch. Und ich spreche von den kleinen, dunkelblauen Dingern und nicht den riesigen lila Exemplaren. Wobei die kann man sicher auch sehr gut für diesen Kuchen verwenden, aber für mich als Tiroler-Mäderl kommen nur Zwetschken infrage, am besten die aus Stanz. (zumindest gibt es dort den besten Zwetschkenschnaps, aber das ist eine andere Geschichte)

Diese Galette passt perfekt zu den bunten Blättern, den schönen Herbsttagen, dem frühen Nebel und der warmen Nachmittagssonne. Ihr könnt sie ganz einfach so bei einer Tasse Tee genießen oder wie wir bei philosophischen Betrachtungen über das Leben.
S'Zwiebale macht sich nämlich derzeit ziemlich viele Gedanken über seine Zukunft und wie das so ist mit der Verwandtschaft. Es ist ja auch ganz schön schwer, zu verstehen, dass der Papa zum Opa Papa sagt und überhaupt... So hat mein liebster Ehemann unserem Jüngsten erklärt: "Wenn Du Papa wirst, dann bin ich ein Opa." Das leuchtete dem 4-jährigen ein.
Seitdem überlegt s'Zwiebale, was er denn so alles braucht, wenn er Papa ist. "Papa, wenn ich Papa bin, dann musst Du mich jeden Tag in die Arbeit mitnehmen. Dann brauch ich Geld." Papa: "Mache ich." sZ: "Wenn ich Papa bin, dann brauche ich viel Geld. Du musst mir das Geld geben, weil ich weiß ja nicht, wie viel Geld ich brauche." P: "Okay". sZ: "Du Papa, wenn ich Papa bin und Du Opa bist,..." So ging das eine ganze Weile während wir den Kuchen aßen. 
Dann wurde das Gespräch plötzlich unterbrochen, weil der junge Herr aufs Klo musste. Ziemlich freudestrahlend und stolz kam er mit mir zurück und vermeldete: "Du Papa, es kam Gaga und Piesel gleichzeitig. Das kann ich jetzt schon. Das ist toll!"
Liebes s'Zwiebale, mit diesen Fertigkeiten bist Du jetzt quasi fürs Leben gerüstet! ;-)

Zwetschken-Haselnuss-Galettes
Rezept aus frisch gekocht 9-18

Teigmenge reicht für 4 Galettes oder 3 Pieformen (Durchmesser 20 cm, Randhöhe 5 cm)


400 g Dinkelmehl
200 g gemahlene Haselnüsse
200 g Kristallzucker
250 g kalte Butter
1 Ei
100 g Marzipanrohrmasse
1 kg Zwetschken
1 EL Staubzucker

für die glutenfreie Version statt des Dinkelmehls: 180 g Buchweizenmehl, 100 g Hirsemehl, 100 g Reismehl, 20 g Kartoffelstärke, 2 TL Johannisbrotkernmehl)

Marzipan in den Gefrierschrank legen
Mehl (bzw. Mehle in der gf Version), 150 g Nüsse und 150 g Zucker in einer Rührschüssel vermischen.
Butter würfeln und dazu geben.
Ei trennen,
Dotter in die Schüssel geben.
Dann die Mischung in der Schüssel mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten
In Frischhaltefolie gewickelt 30 Min (gerne in der gf Version auch 1 Stunde) im Kühlschrank rasten lassen
Backrohr auf 180 Grad Umluft (!!!!) vorheizen.
Marzipan reiben (geht in leicht angefrorenem Zustand wesentlich einfacher)
mit Eiklar und 50 g Haselnüssen und 50 g Zucker mit dem Mixer gut vermischen.
Zwetschken vierteln und entkernen.
Teig in 4 Teile teilen
jeden Teil auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen 
Jeweils 2 Kreise auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
mehrmals mit einer Gabel einstechen
Marzipanmischung mittig darauf verteilen, dabei einen Rand von 5 cm frei lassen
Zwetschken auf der Füllung verteilen
Teigränder darüber klappen und leicht festdrücken
20 - 25 min backen, nach der Hälfte der Backzeit die Bleche tauschen.
Mit Staubzucker bestreuen und lauwarm oder kalt genießen. Dazu passt ganz wunderbar ein Vanilleeis oder noch besser eine Kugel Haselnusseis.




Mich hat der glutenfreie Teig diesmal so geärgert, dass ich nach 2 Galettes aufgegeben habe und den Teig in eine Pieform drückte. Würde ich für die glutenfreie Version empfehlen! Und im Gegensatz zu anderen glutenfreien Backwaren schmeckt diese Pie am 2. Tag wesentlich besser und saftiger!




Nachtrag: Ich hatte etwas Teig übrig und habe ihn eingefroren, im Kühlschrank Wochen später aufgetaut und er ließ sich in der glutenfreien Version herrlich ausrollen. Also bitte lasst den glutenfreien Teig mehrere Stunden im Kühlschrank, am besten über Nacht. 


Mittwoch, 12. September 2018

Was ein Massageclub mit der heurigen Ernte zu tun hat...

… eigentlich recht wenig. Der einzige Zusammenhang besteht, dass Monsieur Koko täglich mit einem frisch vom Baum geernteten Apfel in die Schule startet und den letztes Semester gegründeten Massageclub wieder aufgenommen hat.
Heute in der Früh kommt der Herr Koko mit unzähligen kleinen Zettel ganz stolz zum Frühstückstisch: "Schau mal Mama, diese Eintrittskarten habe ich selbst gemacht." Warum er dafür für mich mitten in der Nacht (=6 Uhr früh) aufstehen musste, ist mir ein Rätsel, aber höflichkeitshalber frage ich gähnend, aber interessiert (hüstl, man reiche mir den Oscar) nach: "Für was brauchst Du die Eintrittskarten?"
"Die sind für unseren Massageclub in der Schule.* Die mit M sind für die Mitarbeiter. Die mit E für die anderen. Mitarbeiter sind der K und der A. Den N habe ich gekündigt, weil er mich so genervt hat und der S hat selber gekündigt."
Tja, Monsieur Koko willkommen im Wirtschaftsleben.

Als Stärkung für die anstrengende Arbeit gibt es Kuchen. Mit lauter gesunden Sachen (hüstl), Vitaminen, Kalzium und Nüssen als Nervennahrung. Das bisschen Zucker fällt da ja gar nicht ins Gewicht. Wobei, Kuchen soll Kuchen bleiben. Wenn ich etwas Gesundes will, pflück ich mir einen Apfel vom Baum, womit ich irgendwie eine Verbindung zum Anfang der Geschichte geschafft habe. ;-)




Ricotta-Mandel-Kuchen mit Apfel
(aus Lecker, Special Nr. 3, 2015)

Ich habe die Angaben halbiert, weil ich nur einen kleinen Kuchen wollte. Bei Bedarf bitte verdoppeln und in einer 26 cm Durchmesser Form backen)

1 großer Apfel
87 g Butter
3 Eier
125 g + 50 g Zucker
225 g Ricottakäse
200 g Mandeln (optimal ohne Haut)
25 g Mandelblättchen

Springform mit 20 cm Durchmesser fetten und mit etwas Reismehl (dann bleibt der Kuchen glutenfrei) stäuben
Butter und 125 g Zucker cremig rühren
Eier trennen
Eigelb nacheinander unter die Butter-Zuckermischung geben
Ricotta und gemahlene Mandeln unterrühren
Apfel schälen, vierteln, entkernen, in kleine Stücke schneiden
Eiweiß steif schlagen und dabei 50 g Zucker einrieseln lassen
ca 1/3 des Eischnees unter die Masse heben
kleingeschnittener Apfel unterheben
restlicher Eischnee ebenfalls unterheben
In die Form füllen
mit Mandelblättchen bestreuen
im Backrohr ca 70 min backen (ACHTUNG: Nach ca 45 Minute mit Alufolie abdecken)
Backrohr ausschalten, bei leicht geöffneter Tür ca 30 min abkühlen lassen(diesen Schritt habe ich wegen der Kleinen ausgelassen)
Kuchen auskühlen lassen, mit Staubzucker bezuckern und genießen.



* zur Erklärung des Massageclubs. Letztes Schuljahr hat sich ein Klassenkollege vom Koko den Hals "verrissen" und wurde auf einen Tisch gebettet, bis der Schmerz nachließ. Darauf hin haben einige einen Massageclub gegründet und nach einem ausgeklügelten Plan Massage angeboten. Der Koko war tagelang beschäftigt, Mitarbeiterausweise zu erstellen und Arbeitspläne einzuteilen.





Mittwoch, 25. Juli 2018

Daumen hoch: Freund! oder ein Halbtages-Projekt

Seit ein paar Tagen sind wir aus dem Westen zurück und die Ferien haben für mich jetzt begonnen: gemütlich in den Tag hineinleben, den Garten genießen, mit dem Knopf und dem Zwiebale im Pyjama bis mittags herumhängen und lesen, vorlesen, puzzlen, einkaufen gehen und den Nachmittag im Schwimmbad verbringen. Der Koko ist auf Forscherferien und kommt immer nur abends heim, restlos begeistert vom Programm der Fachhochschule und restlos k.o.

Knopf & s'Zwiebale verstehen sich zur Zeit wirklich gut und so sind es ganz harmonische Tage. Davor war es nicht ganz so harmonisch und ich gestehe, ich kaufe dann gerne ein. Meist Koch-oder Backbücher oder -Zubehör, hin und wieder auch Kleidung oder irgendein Schnickschnack. Das ist meine Belohnung, wenn die drei Herren mal wieder wie die Hottentotten durch die Gegend stürmten, schrien und stritten.

Meist kaufe ich im Ort, hin und wieder freue ich mich aber auch über ein Paket mit dem großen A. ;-) Und heute kamen gleich zwei solcher Pakete an. In einem ein neues Kochbuch, im anderen meine neue Pieform!

Und nachdem gerade die ersten reifen Äpfel am Boden lagen, marschierten wir drei in den Garten und holten uns ein paar. Der Koko bog zwar ab und schoss mit dem Fußball aufs Garagentor und kam erst wieder rein, als der Teig schon fertig war, aber wir lassen es trotzdem als Gemeinschaftsprojekt gelten. Und wir waren wirklich den halben Tag damit beschäftigt. Teig kneten, rasten lassen, ausrollen, blind backen, Äpfel schälen und schneiden (und bei den Miniäpfel dauert das ganz schön lange, bis man die gewünschte Menge zusammen hat), Füllung kochen, auskühlen lassen, 2. Teig ausrollen,.... und dann muss man die Pie noch auskühlen lassen. Puhhh,.... so gab es halt zum Abendessen Apfelkuchen, auch mal fein. :-)

Und der Knopf, der ja ziemlich wählerisch ist (bei Süßem) was ihm schmeckt und was nicht, hat noch während des Essens mir seinen Daumen hoch gestreckt und mit unzähligen Krümeln im Mund gesagt: Freund! Und das will echt was heißen. Denn so verbal drückt unser süßer Knopf seine Zuneigung selten aus. Er kommt wohl ziemlich oft zum Papa kuscheln, hin und wieder auch zu mir und man sieht natürlich, dass er sich wohlfühlt & es ihm gut geht, aber das verbale Ansprechen von Gefühlen klappt noch gar nicht. Deswegen, schmelze ich gerade vor Rührung hin und genieße ein zweites Stück.


Das Rezept ist nicht kompliziert, nur etwas zeitintensiver, aber man wird mit einer herrlichen Apple Pie belohnt, die man so auch grad in New York oder Boston oder... genießen könnte. Schmeckt aber Zuhause mindestens genau so gut! :-)
Das Rezept ist eine Kombination aus diversen Pierezepten, der Teig stammt aus dem Buch "New York. Capital of food" und wurde von mir adaptiert.



Für eine Pieform, mit hohem Rand, Durchmesser 23 cm
270 g Mehl
35 g Speisestärke
1/4 TL Backpulver
1 kräftige Prise Salz
170 g kalte Butter, gewürfelt
70 g Zucker
2 Eigelb (Größe L)
2 EL kaltes Wasser

Füllung:
ca 700 g geschälte, in kleine Scheiben geschnittene Äpfel
100 ml Apfelsaft
2 EL Speisestärke
3 EL Zimtzucker (3 EL Zucker und 1/4 TL Zimt vermischt)

glutenfreie Version: statt 270 Mehl und 35 g Speisestärke: 100 g Buchweizenmehl, 100 g Reismehl, 70 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahlene Flohsamenschalen

Anmerkung: Das Buchweizenmehl harmoniert so wunderbar mit den Äpfeln, dass ich ohne glutenfreies Backen auch die Hälfte des Weizenmehls durch Buchweizenmehl ersetzen würde.


Butter würfeln und in das Gefrierfach stellen
Plastikbecher mit kaltem Wasser füllen und ebenfalls ins Gefrierfach stellen
beides dort 10 min lassen
Pieform fetten und mit Mehl (Reismehl) ausstäuben
Mehl, Stärke, Salz und Backpulver mischen
Butter zufügen
Mit den Fingern krümelig reiben
Zucker dazu geben
Eigelbe mit den 2 EL sehr kaltem Wasser vermischen
zum Teig geben
kneten, bis ein glatter Teig entsteht (wenn nicht alle Butterstückchen komplett eingearbeitet sind, stört das gar nicht)
Ca 220 g von der Teigmenge in eine Klarsichthülle wickeln und in den Kühlschrank legen
Restlichen Teig ausrollen (ca 5 mm dick) und in die Pieform geben (Boden und Rand auskleiden)
(in der glutenfreien Version funktionierte das nur mäßig und wir drückten den Teig eher hinein - beim nächsten Mal würde ich auch diesen Teil im Kühlschrank rasten lassen, bevor ich ihn ausrolle)
Pieform für 30 min in den Kühlschrank stellen

Backrohr auf 175 Grad vorheizen
Äpfel schälen, in kleine, dünne Scheiben schneiden
mit Zimtzucker kochen (meine waren teilweise noch bissfest, das mag ich lieber)
von den 100 ml Apfelsaft 1 EL in ein Glas geben, den Rest zur Apfelmischung im Topf
Esslöffel Apfelsaft mit den 2 EL Stärke glatt rühren und in den Topf geben
Ein paar Minuten köcheln lassen (umrühren nicht vergessen), bis die Masse etwas eindickt
Pieform aus dem Kühlschrank holen, mit Alufolie auslegen (einfach ein großes Stück hineingeben), mit Blindbackgewichten (oder Reis, trockenen Bohnen,...) beschweren und 15 min blind backen
Alufolie mit den Gewichten entfernen und nochmals 15 min backen
Zweite Teigmenge aus dem Kühlschrank holen, aus der Frischhaltefolie wickeln (Achtung, diese aufheben) und kreisrund, ca 5 mm dick ausrollen. (Arbeitsfläche bemehlen)
Bei der glutenfreien Version war es hilfreich (der Teig ist nicht so elastisch wie bei glutenhaltigem Getreide), die Klarsichtfolie auf den Teig draufzulegen und dann klappte das Ausrollen wunderbar)
Löcher oder Muster (hier Äpfel) ausstechen
Fülle in die Pieform geben
Teigdeckel draufgeben (auch hier war bei der glutenfreien Version wiederum die Frischhaltefolie hilfreich - so konnte ich den Deckel gut auf die Pieform transferieren ;-)  )
den Rand etwas festdücken
Pie ca 45 min backen, nach 20 min mit einem Stück Alufolie abdecken
Auskühlen lassen
genießen
dazu passt wunderbar: Vanilleeis, Schlagrahm, Karamellsoße,...





Samstag, 19. August 2017

Ferientage und Kindheitserinnerungen





Ich schwelge gerade im ziemlichen Ferienglück und Sommergenuss. Abgesehen von der Woche Urlaub, wo wir weg waren und die Kinder sich wie die Hottentotten aufführten, haben wir grad echt eine feine Zeit. Tage im Schwimmbad mit Freunden, Spaziergänge, Nachtwanderungen, mittags einen Espresso (ich) und ziemlich oft ein Eis (die Buben), schnelle easy peasy Küche, das Haus voller Kinder, Wassermelone, Grillerei, Zeit bei den Großeltern und Verwandten ... genau so sollen Sommerferien sein! Und für meine deutschen Leserinnen: wir haben 9 (NEUN!!!!) Wochen Sommerferien.
Genau so waren meine Sommerferien als Kind auch. Ein bisschen später, so im späten Teenageralter wurde ich dann flügge und verbrachte die Ferien mit Reisen, zuerst zu Verwandten nach Paris und Neapel, quasi als Einstieg und dann ganz allein mit Conny nach London (2 Wochen lang, der pure Luxus) und mit Tanja Interrail nach Paris, London, Newcastle, Normandie und im Jahr drauf mit Conny nach Italien und Griechenland, mit Stefan mit dem Motorrad nach Florenz und Pisa. 

Und bevor wir die weite Welt erkundeten, war Zelten, ganz allein hoch angesagt! ;-) Der Schrebergarten meiner Eltern bot die perfekten Bedingungen: 1 km von der elterlichen Wohnung entfernt, aber doch mit Infrastruktur (Kloanlage, ein mini-Gartenhäuschen) und die Nachbarsburschen, die uns beim Zeltaufbau halfen und dann auch noch gemeinsam mit uns grillten. was sehnten wir den Zeitpunkt herbei bis wir endlich allein waren und es uns im Zelt gemütlich machen konnten. Da wurde noch Schokolade geknuspert und geplaudert und geträumt, in den buntesten Farben malten wir unser Leben in Metropolen wie New York oder Paris oder London aus (es wurde dann - immerhin eine City - Wels und eine kleinere City - Berndorf). Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf wieder aufzuwachen. Es regnete. Es schüttete. Unser Zelt war undicht. Triptropf nass machten wir uns irgendwann barfuß (die damals so angesagten Jogging High - alle Kinder der 70er und 80er erinnern sich - waren klitschnass) auf der Straße auf den Heimweg. Ernüchternd.

Im nächsten Jahr wählten wir den Garten von Tanja. Praktischerweise lag die Grünfläche direkt vor dem Wohnblock von Tanja. Wieder knusperten wir Schokolade, Kekse und planten Reisen, plaudeten und lachten. Weit, weit nach Mitternacht schliefen wir ein, ...
... um kurz darauf von Tanjas älterem Bruder mit einem lauten TAGWACHE geweckt zu werden. Der war gerade beim Bundesheer und fand das ziemlich witzig. Wir weniger und somit war mal unsere Zeltkarriere fürs erste beendet. Im nächsten Jahr durften wir nämlich auf Interrail fahren und ich denke, wir hatten das Zelt zwar mit, aber nie gebraucht. Ich weiß noch, dass mein Rucksack 27 Kilo wog und ja, ich war noch mobil. Also vom Bahnhof zur Jugendherberge schaffte ich es. Auch bei den Pfadis (Pfadfindern) wurden wir der Zeltpartie untreu und WiWö Führer und somit Hausschläfer. 
Aber mit Conny wagte ich es wieder - Interrail nach Italien und Griechenland und in Griechenland zelteten wir am Campingplatz. War das wunderschön!

Meinen ersten richtigen Kuss habe ich beim Zelten am Berg bekommen. Das Zelten und ich ... sind also mit ganz vielen wundervollen Erinnerungen verbunden und heuer war es endlich soweit. Monsieur Koko und ich schlugen unser Zelt im Garten auf. Hui, hui, war das aufregend. Wobei mein liebster Ehemann ganz schön aufgeregt ware, uns mit Stirnlampe und guten Tipps ausstattete und der Koko immer nervöser wurde. Aber dann packte ich was zum Knuspern aus, wir kuschelten uns in die Schlafsäcke und plauderten und planten und der Koko war ziemlich bald im Reich der Träume und ich war munter. Ui, ui, so unbequem hatte ich es gar nicht in Erinnerung. Es war steinhart, meine super duper Isomatte irgendwie zu dünn, dabei hatte ich bei den Pfadis doch sogar noch eine dünnere... Na gut, also von rechts nach links gedreht. Ui, ui, am Rücken ging gar nicht. Es ist zu heiß, also Schlafsack auf, es ist zu stickig, also Zelt auf, es wird kühl, ich finde den Reißverschluss vom Schlafsack nicht, der Koko klebt an mir (wir stehen leicht abschüssig), das Zelt ist definitiv zu klein, auf jeden Fall zu kurz, ausstrecken geht nicht, ich finde meinen Kopfpolster nicht mehr - was für ein Luxus! Den gab es früher nicht! Ich finde die Straßenbeleuchtung extrem hell, ich sollte aufs Klo, mag mich aber nicht rausschälen, ich schlafe ein, wache auf, schlafe ein, wache auf.

ABER: der Herr Koko schlummert selig neben mir, kuschelt sich glücklich an micht, lächelt im Halbschlaf und ist am Morgen so, so stolz, dass er sich getraut hat, draußen zu schlafen. Und ich bin gerädert, mir tut jeder Knochen weh, ich bin hundemüde und so, so glücklich. Was für ein schönes Erlebnis, das ich mit dem Koko teilen durfte.

Und was gibt es Schöneres, als so ein Erlebnis mit etwas Süßem zu beschließen? Eine rustikale, unkomplizierte Galette. Wenn man es etwas besser planen würde, könnte man sie sogar ofenwarm vorm Zelt genießen, oder dann halt am Nachmittag. ;-)


Ich habe mir im Urlaub ein Kochbuch gekauft und es gelesen wie ein richtiges Buch. Es ist fantastisch und die Rezepte allein vom Lesen her ein Genuss. (Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York. berlin Verlag)
Galette wollte ich schon immer mal machen und habe zwei Rezepte von Deb Perelman kombiniert und natürlich in glutenfrei umgewandelt, damit auch der süße Knopf mit naschen konnte.

Rezept für eine große Beerengalette

für den Teig:
315 g Mehl ( und für die glutenfreie Variante: 100 g Hirsemehl, 200 g Buchweizenmehl, 15 g Kartoffelstärke, 2 TL Flohsamenschalen)
1/2 TL Salz
225 g Butter
120 g griechisches Joghurt (10 % Fett)
80 ml Eiswasser
(im Originalrezept war ein TL Weißweinessig drinnen, den habe ich vergessen, aber es hat auch gut funktioniert)

für die Füllung:
250 g Heidelbeeren
500 g Ribisel
(ergab bei mir 700 g geputzte Früchte)
120 g Zucker
40 g Maisstärke




Mehl (bzw. Mehle) und Salz in einer Schüssel vermischen.
Butter (sehr kalt)  in Stückchen dazugeben
zu einem krümeligen Teig vermischen (Teigmischer, Handmixer, Hände)
Joghurt, Eiswasser (und Essig, wenn man ihn nicht vergisst) dazugeben
kneten bis ein Teig (keine Krümel mehr) entstanden ist
Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen, auch über Nacht ist möglich und dann könnte man fast gleich nach dem Aufstehen den Kuchen genießen. 
Wenn man so wie ich knapp dran ist, tun es auch 30 min im Gefrierfach)

Alle Zutaten der Füllung vermischen.

Backrohr auf 200 Grad vorheizen.
Teig nach Rastzeit auf einer bemehlten zu einem großen Kreis (Durchmesser ca 40 cm) ausrollen.
Diesen Kreis auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen
Die Früchte auf der Galette verteilen, dabei einen Rand von ca 5 cm frei lassen
Diesen Rand übereinander klappen und falten, so dass diese typische Form der Galette entsteht. Keine Sorge, das muss nicht perfekt aussehen!
Ca 30 - 40 min backe  und dann ganz wichtig, etwa 10 min auskühlen lassen.
Mit Staubzucker bestreuen und servieren. Schmeckt lauwarm wundervoll!


Wie es andere schaffen, die Galette auf einer Servierteller zu bringen, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe sie am Blech in Stücke geschnitten und dann auf Tellern serviert. Und wie es andere Blogger schaffen, da noch tolle Fotos zu schießen, bleibt mir auch ein Rätsel. Ich hatte nach 3 Bildern schon die Finger vom kleinen Zwiebale drauf. Länger hätte ich das gute Stück nicht mehr zurückhalten können. ;-)


Tipp: Diese Galette kann auch mit anderen Früchten gebacken werden. Marillen stelle ich mir auch toll vor. Dabei müsst ihr vielleicht ein bisschen mit der Zuckermenge in der Füllung variieren. Ribisel sind ja eher sauer und vertragen diese Menge und der Kuchen ist trotzdem nicht zu süß) Man kann diese Galette auch pikant füllen - z.B. mit Kürbis und Speck oder...

Tanja und Conny und Robert, das ist für Euch in Erinnerung an unsere Zeltnächte. ;-)




Donnerstag, 2. Juni 2016

Ein Baum, ein Baum,... viele Bäume!

Vor gut einem Jahr bin ich mit dem süßen Knopf und dem Zwiebale vormittags viel spaziert. Also, ich bin spaziert, die Herren haben sich chauffieren lassen. Das Zwiebale hat meistens eine kurze Siesta gehalten, der Knopf war munter und ganz konzentriert. Sein verbaler Sprachschatz hat sich gerade langsam erweitert und die interessantesten Dinge konnten ihn begeistern.

Zum Beispiel war er fasziniert vom Wort Baum. Erst kam ein zögerliches Ba, Wochen später ein Bam und dann plötzlich BAUM! Unsere Route führt uns immer in die Nachbarortschaft, am Waldesrand entlang, vorbei an den Rehen. Reh konnte er dann auch schon ziemlich bald sagen, nur gab es davon nicht so viele. Das war dann nicht ganz so nervig. Denn es ist ja oft so, dass man sich über ein neues Wort wahnsinnig freut, wenn es aber gefühlte tausendmal am Tag gesprochen wird und man immer, IMMER, darauf reagieren muss, dann kann das echt auch anstrengend werden. Echt, tschuldigung, ist so. ;-)

Am Weg zum Waldesrand begegneten uns natürlich auch einige Bäume, die wurden allerdings kommentarlos ignoriert. Aber sobald wir den Wald erreichten, fuchtelte der süße Knopf ganz aufgeregt mit den Händen, streckte einen Arm aus, der Zeigefinger ganz durchgestreckt und rief enthusiastisch: "BAUM". Und er wollte Anerkennung dafür, zumindest musste man das Wort wiederholen, sonst geriet sein enthusiastisches, aber zumindest halbwegs leises Rufen in wütendes Gebrüll. Was wiederum das Zwiebale geweckt hätte. Gut, bei Nummer 3 war ich was die Schlafenszeit betrifft, eh schon ziemlich relaxed, aber einen plärrenden Herrn Zwiebal schieb ich ungern im Wald umher. Da hätte ich gerne meine Ruhe. Aber nix da, da war schon wieder ein Baum! "BAUM"!
Das einzige, was den Herrn etwas besänftigen konnte, war ein Lied. Leider ist mein Repertoire an Kinderliedern immer noch ziemlich bescheiden und Lieder wo Bäume vorkommen, kannte ich nicht. Also habe ich eines erfunden.
Der Text ist ein ziemlicher Hit und ich rechne mir eigentlich Chancen am Musikmarkt aus. :-) Oder im pädagogischen Sektor, weil er so lehrreich ist!

"Ein Baum, ein Baum, ein so ein hoher Baum.
Ein Baum, ein Baum und noch ein Baum sind Bäume.
Viele Bäume sind der Wald, tralalalalalaa!"

Warum mir die Geschichte heute einfällt? Tja, ich war mit dem Zwiebale unterwegs, selbe Route, Bäume interessieren ihn gar nicht, schon eher ein entgegen kommender Hund und die Rehe fand er ziemlich uninteressant, als sie nicht nach seiner begeisterten Begrüßung "wawa" zu bellen anfingen. Leider kommt man beim Spazierweg am Rückweg - wenn man Lebensmittel einkaufen muss und das müssen wir eigentlich immer - an der Bundesstraße vorbei. Und da ist wirklich viel los. Und das Zwiebale richtet sich bei jedem Fahrzeug auf, wedelt hysterisch mit dem Arm herum und kommentiert: "Augo", "Traktor" (dazu zählen auch alle Lastwagen, Baufahrzeuge, Hauptsache groß) und "Augole". Zum "Augole" macht er brav die Gebärde Motorrad, also weiß ich, dass ein Augo ein Auto ist und ein Augole ein Motorrad.
Und wehe, man bestätigt seine Sichtung nicht!

Zu sich selbst sagt er übrgens auch Augo, nicht Anton oder Tonton, wie ihn der Knopf nennt.
Und für uns alle zur Erholung gibt es fantastischen Holunderkuchen mit Himbeeren. Eine Eigenkreation, auf die ich sehr stolz bin!


Holunderkuchen mit Himbeeren (oder Erdbeeren, dann ist er ganz saisonal)
für eine Springform mit Durchmesser 18 cm

125 g zimmerwarme Butter
100 g Zucker
2 Eier und 1 Eigelb
40 g Hirsemehl
50 g Reismehl
60 g Maismehl
(für eine nicht glutenfreie Variante müssten 200 g Weizenmehl passen)
1/2 TL Johannisbrotkernmehl (für die normale Version weglassen)
1 TL Backpulver
2 Dolden Holunder
ca 30 ml Milch
1 EL Holundersirup
125 g Himbeeren

Backrohr auf 200 Grad vorheizen
Backform einfetten und mit Mehl bestäuben
Holunderblüten von der Rispe lösen und in die Milch geben
Holundersirup ebenfalls dazu und auf die Seite stellen
Mehlsorten mit Backpulver vermischen
Zucker und Butter schaumig rühren
Eier einzeln unterrühren
Mehlmischung dazu
mit der Milch zu einem schönen Rührteig mixen
In die Form füllen und 10 min bei 200 Grad backen
Dann auf 160 Grad herunterschalten
Form aus dem Backrohr nehmen
Himbeeren im Kuchen verteilen, dabei den Teig aus der Mitte etwas zum Rand drücken, schieben. (Der Rand ist schon etwas fest, in der Mitte ist es noch total flüssig; wenn man den Teig nicht "umverteilt", geht der Kuchen sehr unschön unregelmäßig auf; ich berichte aus Erfahrung)
ca 40 min fertig backen.







Montag, 28. September 2015

Zwetschke mit Kuss

Ja, ihr habt richtig gelesen. Kuss, nicht Schuss! Koko, Knopf unds Zwiebale sind noch lang nicht im Alkohlfähigen Alter und daher gibt es keinen Kuchen mit Schuss, sondern mit Kuss, genauer gesagt mit einem Chai Küsschen.


Das Wochenende war ja ein perfektes Kuchenwochenende; so richtig herbstlich, kühl, ein bisschen Regen und Grau, ein bisschen Sonne und goldenes Laub und während der Koko mit dem Papa in der Messe war haben Knopf, Zwiebale und ich gebacken. Wobei die zwei kleinen Herren haben eher "gemaunzt", bis endlich, endlich Kuchenteig zu verkosten war. Zum Glück ist das ein ratz-fatz Rührteigkuchen und ich musste mir das Gejammere nicht lange anhören. Zum Schluss kam eine gute Portion Chai Küsschen (Gewürzmischung der Firma Sonnentor) drüber und ich bekam vom Koko einen Kuss für diesen wundervollen Sonntagskuchen.


200 g Mehl
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL ZImt
50 g gemahlene Mandeln (ohne Haut)
190 g zimmerwarme Butter
160 g Zucker
2 Eier
ca 7 EL Milch
Zwetschkenmus
Zwetschken
etwas Zucker und etwas Chai Küsschen Gewürz


Springform mit Durchmesser 20 cm buttern und mit Mehl ausstäuben
Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Mehl, Backpulver, Zimt in einer Schüssel mischen
Butter mit Zucker cremig mixen
Eier einzeln dazugeben, gut mixen
Mehlmischung abwechselnd mit der Milch einrühren
Hälfte des Teigs in die Form geben
Zwetschkenmus (ca 4-5 EL) drauf geben
restlichen Teig drauf geben
Zwetschken entsteinen, in Spalten schneiden und auf den Teig geben
Zucker und Chai Küsschen (oder einfach nur Zimt) drüber streuen

20 min auf 180 backen, dann ca 45 min auf 160 backen
auskühlen lassen

Wer mag serviert dazu Schlagrahm (=Obers, =Sahne), halbfest geschlagen mit Zucker und Zimt verfeinert.

Küsschen!


PS: Das Zwetschkenmus habe ich selber gemacht, aber ihr könnt natürlich gerne gekaufte Marmelade oder Powidl verwenden.

Dienstag, 28. April 2015

Suchbild mit Fehlern

Sonntag, Sonnenschein, Siesta. Monsieur Koko ist mit seinem Papa im Kinderkonzert und die Herren Knopf und Zwiebel schlafen. Gleichzeitig!! Wann war das doch noch zum letzten Mal so? Ewig her und ich hab es eh hier erwähnt. Sorry, ich weiß, ich wiederhole mich, aber nur Eltern von mehrern Kindern wissen dieses rare Gut so richtig zu schätzen.
Ich sitze also hier gemütlich mit einer Tasse Tee, blinzle in die Sonne und nutze die Zeit für mein liebstes Hobby. Dem Backen und Schreiben. So ganz nebenbei schiebe ich mir noch den letzten Bissen vom gestrigen Rhabarber-Baiser-Kuchen in den Mund. Hmmmm....

Ich muss gestehen, dass ich abgesehen von einer intensiven Lesephase als das Zwiebale grad ein paar Tage und Wochen alt war, literaturtechnisch gesehen sehr nachgelassen habe. Die einzige Lektüre, die am Nachkasterl liegt, sind Koch- und Backzeitschriften. Jederzeit unterbrechbar, auch wenn ich Tage später erst wieder dazu komme, kenne ich mich noch aus, es bereitet mir Vergnügen und bereichert den Speiseplan. Ich habe inzwischen eine große Sammlung an Rezepten und erstaunlicherweise ein sehr gutes Bild- und Rezeptgedächtnis entwickelt.



Fällt Euch was auf? Jaaaaa! Das untere ist aus der Zeitschrift "Cooking", Nr 16/24.4.2015 (by the way ist das erstaunlicherweise echt eine gute Beilage der Zeitchrift Österreich). Das obere aus dem Magazin "Sweet Dreams", März, April, Mai 2012
Da hat sich wohl jemand der gleichen Bilddatenbank bedient. ;-)

Und ich möchte jetzt gerne ein "Wow" hören - 3 Jahre später weiß ich noch ganz genau wo ich das Bild gesehen habe und dank Schwangerschaftsbedingter Zwangsordnungsschafferei vor einem Jahr hatte ich die Zeitschrift auch mit einem Griff.

Ganz schön interessant wird es, wenn man sich die Rezepte anschaut. Gestartet wird mit 4 Eiern und 160 g Butter, bei Sweet Dreams dann 100 g Zucker und 200 g Mehl; bei Cooking 125 g Zucker, 200 g Mehl und 40 g Speisestärke. Oben 150 ml Milch, unten 160 ml Buttermilch. Oben 500 g Rhabarber, 200 Staubzucker und 50 g Mandeln. Unten 450 g Rhabarber, 180 Staubzucker und 60 g Mandeln.
Ach ja, bei Sweet Dreams wird alles in einer 26 er Form gebacken, bei Cooking in einer 24 er.

Ich hab mich an das Rezept von Sweet Dreams gehalten und es ist einfach himmlisch. Wir haben den Kuchen gestern ofenwarm genossen und sind alle vor Glückseligkeit dahin geschmolzen. Sogar unser Zwiebelchen hat an ein paar Kuchenkrümel geschleckt (Bei Kind Nr 3 ist man da nicht mehr so streng)


Mir ist es immer ein Rätsel, wie manche Blogger es schaffen, von ihren Kuchen so tolle Fotos zu machen. Entweder backen die 2 Exemplare oder es wartet keine hungrige Meute vor dem Kuchen... Da das Baiser obendrauf nur frisch schön knusprig ist, konnte ich grad noch vor dem Servieren schnell ein Foto machen. Aber die schönen Blider habt ihr eh von den Zeitschriften. :-)


Rezept Rhabarber-Baiserkuchen:
4 Eier
160 g zimmerwarme Butter
100 g Zucker
200 g Mehl
2 TL Backpulver
150 ml Milch
500 g Rhabarber
200 g Staubzucker
50 g gemahlene Mandeln (ich hatte noch welche ohne Haut hier)

Den Kuchenboden habe ich am Vortag gebacken.
Backrohr auf 180 Grad vorheizen
Springform (26er)  mit Backpapier auslegen und den Rand fetten und mit Mehl stäuben
Eier trennen, Eiweiß kühl stellen
Butter und Zucker cremig mixen
Eigelb einzeln dazugeben
Mehl mit Backpulver mischen, mixen
Milch nach und nach dazugeben, gut verrühren
in Form füllen und 20-25 min backen
Kuchen auskühlen lassen

Entweder jetzt den Backofen auf 160 Grad runter schalten oder wie ich ihn am nächsten Tag auf 160 vorheizen.
Rhabarber schälen und in kleine Stücke (ca 1 cm) schneiden
Eiweiß steif schlagen und langsam den Staubzucker einrieseln lassen.
Die Masse wird ganz weiß glänzend und fest
Dann vorsichtig den Rhabarber und die Mandeln drunterziehen und auf den Kuchenboden in der Springform verteilen.
Ca 40 Min backen, auskühlen lassen.

Dieser Kuchen schmeckt frisch am besten. Ich habe ihn 1 1/2 Stunden bevor die Gäste gekommen sind gebacken. Und heute ist nur noch ein winzig-kleines Stückchen übrig.
Okay. Jetzt ist nix mehr übrig.

Heute ist übrigens Dienstag, 22. Uhr abends, alle Männer schlafen endlich. Warum ich es seit Sonntag Mittag nicht geschafft habe, den "Veröffentlichen" Knopf zu drucken, ist eine andere Geschichte. ;-)