Donnerstag, 16. April 2020

Vor Ostern ...

… ist nach Ostern. Aber da wir heuer so fleißig waren, gibt es noch allerlei Süßes Naschwerk im Hause Koko, Knopf und Zwiebale.

Und da die "Corona-Ferien" ja immer noch andauern, braucht man vielleicht
a) eine süße Stärkung
b) ein Freizeitprogramm für Zuhause
und c) definitiv gute Nerven.



Gebacken haben diese Kekse s'Zwiebale und ich, verziert haben auch wir beide es, wobei der süße Knopf glaube ich ein Häschen mit einem Zuckerei bestückte, dann war sein Finger schokoladig und er fand das "bäh". So hübsch für das Foto drapiert hat es Monsieur Koko höchstpersönlich und beim Essen waren wir alle beteiligt.

Und nein, bei uns geht es nicht wie im Hochglanzmagazin zu. S'Zwiebale hat beim Dekorieren die Schüssel mit dem Streudekor unabsichtlich vom Tisch gefegt, der süße Knopf war mit seinem schokoladigen Finger zu schnell entwischt und hat einen einwandfreien Fingerabdruck am Türrahmen hinterlassen, Koko hat sich furchtbar aufgeregt, weil sein jüngster Bruder beim Verzieren sicher naschen durfte und er nicht. Daraufhin hat s'Zwiebale aufgezählt, wie viele Zuckereier er bereits verspeist hatte. Wumms, die Tür knallte zu und der Koko rief mit tränenreicher Stimme: "Das ist unfair!" Der Knopf tadelte darauf hin: "Schrei nicht so" und drehte am Schlagzeug auf, woraufhin s'Zwiebale brüllte: "Das ist so laut. Ich habe schon Kopfweh davon." Mein Mann kam vom Homeoffice-Büro im ersten Stock herunter und meinte, dass seine Studenten bei seiner Online-Vorlesung Schlagzeug und Kindergeschrei hörten und das nicht sehr angebracht sei.
Ich genehmigte mir einen Gin-Tonic, bereits um 16 Uhr am Nachmittag, und stellte innerlich fest, dass wir wirklich unser bestes geben, damit nicht in 9 Monaten ein totaler Babyboom über uns hereinbricht. Zumindest die Studenten meines Mannes bekommen sicher keinen Nachwuchs.

Das sind die weltbesten glutenfreien Kekse und nächstes Mal backe ich sie ganz allein! Jawoll! (das tirolerische jawohl ;-) )



Für die dunklen Kekse habe ich das Rezept von meinen Linzer Tartelettes abgewandelt, die hellen sind auch eine adaptierte Version. Wer nicht glutenfrei backen will, verwendet einfach ganz normales Weizen oder Dinkelmehl. Wobei, gerade bei der dunklen Variante ein Teil Buchweizenmehl eine ziemlich gute Option ist. Das schmeckt fantastisch nussig. (nur so als kleiner Tipp)


Haselnussige Osterkekse
(für ziemlich viele)


150 g weiche Butter

200 g Zucker

300 g Mehl: 200 g Buchweizenmehl, 50 g Hirsemehl, 50 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahlene Flohsamenschalen

150 g geriebene Haselnüsse

1 ½ EL Backkakao

1 Ei + 1 Eiweiß (M)

1 TL Vanilleextrakt

Eventuell 2-4 EL Milch

Marmelade (z.B. Ribiselgelee, fein passiert oder etwas frühlingshafteres: Rhabarber-Erdbeer)







Die Butter schaumig mixen. 
Zucker, Mehl, Haselnüsse, Kakao, Ei und Eiweiß und Vanilleextrakt hinzufügen. 
Alles zu einem festen Teig verkneten. 
Sollte der Teig zu bröselig sein, portionsweise etwas Milch hinzufügen. Ist der Teig zu feucht, etwas Mehl hinzugeben.

Teig in eine Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank rasten lassen. (30 Minuten im Gefrierschrank tun es auch)

Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Arbeitsfläche mit Mehl (glutenfrei: Reismehl) bestäuben.
Eine kleine Teigmenge flachdrücken, ein Backpapier darauf legen und ausrollen.
Kekse ausstechen.
Je nach Größe 6-10 Minuten backen.
Vorsichtig mit Hilfe einer Kuchenspatel vom Blech nehmen und auskühlen lassen.
Nach Lust und Laune verzieren oder mit Marmelade füllen



Elegante, mandelige Osterkekse
150 g weiche Butter
200 g Zucker
300 g Mehl: 100 g Reismehl, 150 g Hirsemehl, 50 g Kartoffelstärke, 1 TL gemahlene Flohsamenschalen
150 g blanchierte,geriebene Mandeln (also ohne Haut)
1 Ei + 1 Eiweiß (M)
1 TL Vanilleextrakt
Eventuell 2-4 EL Milch
Marmelade (z.B. Ribiselgelee, fein passiert oder etwas frühlingshafteres: Rhabarber-Erdbeer oder Lemon Curd)

Anleitung wie bei den Nussigen Keksen. 




Freitag, 10. April 2020

Von Mitarbeitern, Ferien und Cheffehlern

Wir haben nun tatsächlich Ferien. Osterferien in den Corona-Ferien. Die 4. Woche daheim und irgendwie grüßt täglich das Murmeltier.
(für alle, die sich jetzt nicht auskennen: ihr seid zu jung ;-) Meine Generation kennt den Film "Täglich grüßt das Murmeltier" )

Zum Glück habe ich ambitionierte Mitarbeiter*, die ihr bestes tun, damit mir nicht langweilig wird. Vermutlich erwarten sie sich eine großartige Prämie und im Fall unseres jüngsten Mitarbeiters weiß ich auch schon, wie diese Gehaltsaufbesserung aussehen soll: süße Stangerln von Dagmars Greißlerei. Täglich zählt er sein Geld und fragt, wie viele Stangerln er sich kaufen kann. Bei 10 Euro sind es 100 Stangerln! Unvorstellbar viele; für s'Zwiebale, aber auch für uns. Nachdem er aber diese 100 Gummischlangen vermutlich an einem Tag essen würde und er sowieso schon aufgedreht genug ist, haben wir es nicht erlaubt.
10 sind ja auch ziemlich viel und das ist das herrliche, dass 5 Jährige zwar wissen, dass 100 mehr ist als 10. Aber 11 sind ja auch mehr als 10 und so war er halbwegs mit seinen 11 Süßigkeiten zufrieden.
Der Frieden währte nicht lange, denn (großer Elternfehler!) aus Corona-Ferien-Nachsicht haben wir diesé 11 Süßigkeiten nicht rationiert ausgegeben, sondern auf einmal. Derart gepusht von viel Zucker war der jüngste Mitarbeiter in Querulantenstimmung und ärgerte alle bis aufs Blut. Der süße Knopf, aka Mitarbeiter Nr 2 ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, knallte die Türe hinter sich zu und setzte sich zum Schlagzeug. Woraufhin Mitarbeiter 3, s'Zwiebale flüchtete, weil es ihm zu laut war, dabei brüllte er in einer solchen Lautstärke, dass er locker das Schlagzeug übertönte.

Meinen Rat, seine Energie doch bitte im Garten beim Radfahren umzusetzen, befolgte er tatsächlich und bog kurz darauf mit nacktem Oberkörper und Schihelm auf dem Laufrad ums Eck. (Den Radhelm hatte er nämlich nicht gefunden). Er erklärt mir, dass er jetzt in die Sandkiste zum Tauchen geht. Ich lache. Noch.
Wenig später steht er nämlich splitternackt vor mir und behauptet allen Ernstes, dass Mitarbeiter Nr 2 ihn ausgezogen hätte und seine Kleidung in die Regentonne geschmissen hätte. Jetzt muss man wissen, dass es unser Integratonskollege zwar schafft, sich an- und auszuziehen, allerdings nur, wenn die nötige Motivation da ist; sprich ins Fußballgewand oder in die Arbeitshose rein. Aber nie und nimmer könnte er gegen den Willen des Jüngsten diesen ausziehen.

Und ich behaupte nie wieder, dass diese Tage eintönig sind. Versprochen! Nebenher habe ich nämlich eine Runde Osterkuchen im Glas, die Böden für die heurige Ostertorte und Karottenküchlein für morgen nachmittags gebacken, Wäsche gewaschen, gekocht, Küchenkastln rausgewischt, gestaubsaugt, Wäsche aufgehängt, ….
Ich hätte jetzt gerne eine Runde echte Ferien! ;-) (psst: ich hatte eine sehr gemütliche Kaffeepause in der Sonne auf der Terrasse)

*warum Koko, Knopf und s'Zwiebale plötzlich Mitarbeiter 1 bis 3 heißen, könnt ihr hier nachlesen.

Nachdem die heurige Ostertorte noch nicht fertig ist, zeige ich Euch die vom letzten Jahr: ein sehr imposantes Stück, Highlight des Oster Sweet Tables und natürlich in meinem Buch!



Keine Sorge, der Teig ist total einfach (es ist der gleiche wie bei den Kuchen im Glas), man kann eine fertig gekaufte Nuss-Nougat-Creme zum Füllen verwenden und den Schritt mit Rollfondant kann man gerne auslassen und hat trotzdem eine herrliche Torte für den Ostertisch!




Eierlikörtorte mit Nuss-Nougat-Füllung

Zutaten für eine Torte mit Durchmesser von 15 cm

2 Eier (M)

75 g Zucker

125 ml geschmacksneutrales Öl

130 ml Eierlikör (wer den Kuchen gerne mit seinen Kindern teilen möchte, verwendet 65 ml Obers und 65 ml Milch statt des Eierlikörs)

150 g Mehl

2 TL Backpulver



Glutenfreie Version: 60 g Hirsemehl, 60 g Reismehl, 30 g Kartoffelstärke, 1 TL Johannisbrotkernmehl



2 Backformen mit Durchmesser von 15 cm


Füllung:
250 ml Schlagobers
100 g geröstete, geriebene Haselnüsse
150 ml Milch
1 EL Honig
1 Prise Salz
100 g Zartbitterschokolade
50 g Vollmilchschokolade



Backrohr auf 180 Grad vorheizen und Backformen vorbereiten.

Eier mit Zucker in einer großen Rührschüssel hellcremig aufschlagen (ca. 3-4 Minuten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine). 
Anschließend Öl und Eierlikör dazu gießen und gut verrühren. 
Mehl mit Backpulver vermischen und mit Hilfe einer Teigspatel unter die Masse heben.

Auf beide Backformen gleichmäßig verteilen und 25 Minuten backen. Auskühlen lassen.



Anmerkung: Die Torte auf dem Foto ist ca. 15 cm hoch. Hierfür habe ich die dreifache Menge verwendet, 



Für die Füllung, Schokoladen schmelzen (in der Mikrowelle oder über einem Wasserbad). Geröstete, geriebene Haselnüsse in eine Rührschüssel füllen, geschmolzene Schokolade dazu geben und beides mit einer Teigspatel zu einer Creme verrühren.

Milch, Honig und Salz in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Einige Minuten abkühlen lassen und anschließend zur Schokoladen-Nuss-Masse geben. 
Mit der Teigspatel zu einer glatten Creme rühren.

Schlagobers steif schlagen und mit der Schokoladen-Nuss-Creme zu einer glatten Creme verrühren.



Tipp: Die Creme ohne Schlagobers eignet sich hervorragend als Brotaufstrich und ist eine wundervolle, selbstgemachte Alternative zu gekauften Nussnougatcremen.






Fertigstellung der Torte (berechnet für eine Torte mit einem Durchmesser von 15 cm und einer Höhe von 15 cm)

Dreifache Kuchenmenge

Füllcreme

Buttercreme aus 250 g Butter, 250 g Staubzucker 

800 g Rolfondant, weiß

Rollfondant in hellgelb

Dekoration



Alle Böden begradigen. Einen Boden auf ein Cakeboard platzieren, mit etwas Creme bestreichen, dabei den Rand etwa 1,5 cm fei lassen. Einen weiteren Boden darauf setzen und die Torte so hoch stapeln, wie man es möchte. Sollte ein Boden übrig bleiben, kann man ihn einfrieren oder für Cakepops verwenden. Mit eventuell übrig gebliebener Füllcreme hat man ein zusätzliches Dessert. Den letzten Tortenboden mit der Backseite nach oben platzieren. Mit Buttercreme einstreichen, mit Rollfondant überziehen und nach Wunsch dekorieren. 





Ich habe aus dem hellgelben Rollfondant Kreise ausgestochen und diese nach einer kurzen Trockenzeit mit Zuckerkleber an der Torte befestigt. Als Topper fungiert ein Keramikhäschen, das mit einigen Blümchen und Mäschchen aus Rollfondant verziert ist.

Eine ganz genaue Anleitung gibt es in meinem Buch, erschienen im Kral Verlag. Die traumhaften Fotos hat Bernd Tschakert gemacht und die geniale Grafik Kathi Zenger!



Samstag, 4. April 2020

Ausgelöffelt

Start der Osterferien! Und ich kann es gar nicht glauben, dass wir nun schon seit 3 Wochen daheim sind. Monsieur Koko findet die Coronaferien inzwischen nicht mehr cool. Sein Verhalten lässt uns einen kleinen Einblick zu, was wir in seiner Pubertät erleben dürfen. ;-) Heute in der Früh musste der arme Koko duschen und war daraufhin so grantig, dass er sein Zimmer nur mehr zu den Mahlzeiten verließ und auch da blickte er sehr mürrisch.

Aber auch sonst war der heutige Tag eher so.... Denn der süße Knopf und s'Zwiebale haben im Garten die riesige Regentonne entleert, um die darin entdeckten Steine zu retten. Wovor? Keine Ahnung - vermutlich vorm Ertrinken. ;-) ;-)
Die beiden fanden es auf jeden Fall sehr lustig - ich weniger. Alles war nass, gatisch und dreckig und ich einfach nur genervt.

Zum Glück hatte ich meine Nervennahrung im Glas parat. Fix ausgelöffelt, einen Kaffee dazu und meine Welt war schon wieder rosiger. Und nachdem in dem Kuchen Eierlikör drinnen ist, gehörte er nur mir und dem Besten ganz alleine. :-)

Heuer gibt es den Kuchen im Glas als Ostergeschenk. Ziemlich praktisch - er wird im Glas gebacken, Deckel drauf und dann kann man ihn hübsch verpackt den Nachbarn vor die Tür stellen oder lieben Freunden schicken. Kontaktlos, virenfrei und lange haltbar: perfekt für die Coronazeit. ;-)





Für 2 Kuchen im Glas




1 Ei

37 g Zucker

63 ml geschmacksneutrales Öl

65 ml Eierlikör 

75 g Mehl

1 TL Backpulver



Glutenfreie Version: 30 g Hirsemehl, 30 g Reismehl, 15 g Kartoffelstärke, 1/2 TL Johannisbrotkernmehl



2 Marmeladegläser mit Schraubdeckel, ca. 250 ml Fassungsvermögen





Backrohr auf 180 Grad vorheizen.
Eier mit Zucker in einer großen Rührschüssel hellcremig aufschlagen (ca. 3-4 Minuten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine). 
Öl und Eierlikör dazu gießen und gut verrühren. 
Mehl mit Backpulver vermischen und mit Hilfe einer Teigspatel unter die Masse heben.

Auf beide Gläsergleichmäßig verteilen und ca. 20 Minuten backen. 
Aus dem Backrohr nehmen und sofort den Deckel hinauf schrauben. (Achtung: die Gläser sind heiß ;-) )





Und für die Kinder gibt es dieses Rezept in Gläsern gebacken.




Dienstag, 31. März 2020

Vorfreude

Heute war ein mieser Tag. Ich habe wieder schlecht geschlafen, weil ich mir Sorgen um meine "Leut" in Tirol machte, Monsieur Koko brach beim täglichen Turnunterricht in Tränen aus, weil er seine Freunde so vermisst, s'Zwiebale war wie immer ungestüm und voller Energie und bereit, diese überschüssige Energie in Form von Bruderärgern los zu werden und die Rechnung ging voll auf: denn Koko hoch sensibel x Zwiebale hoch garstig = Bruderzwist = grantige Mama. Da konnte nicht mal mehr der stets ausgeglichene Knopf diese Rechnung ausbalancieren. Der war nämlich heute selbst neben der Spur, denn während er motiviert rechnete, hörte der jüngere Bruder Drache Kokosnuss, Schwarzer Ritter. Und das geht gar nicht, denn der Knopf wollte Drache Kokosnuss im Weltraum hören. So schluchzte der süße Knopf herzerweichend, während er mit tränenerstickter Stimme versuchte, die Ergebnisse der Rechnungen zu sagen. 

Ich war also schon ziemlich genervt, als mich der Anruf einer sehr lieben Journalistin erreichte. Sie fragte an, ob sie ein Rezept aus meinem Backbuch "Kuchenparty. Süße Feste feiern" verwenden dürfte. Denn Ostern dürfe doch nicht ausfallen, oder?

Nein! Ganz sicher nicht! Wir plauderten ziemlich lange und waren uns einig, dass auch (oder gerade speziell) in Zeiten von Corona gefeiert werden müsse. Nicht nur Kindern tut dieses Stück Alltag gut, auch uns Erwachsenen.

Und so haben ich mich gleich nachmittags  mit dem Zwiebale hingestellt und Osterkekse gebacken. Die Ergebnisse gibt es zu einem späteren Zeitpunkt, denn die Kekse werden erst morgen verziert - freut euch auf Unmengen an Zuckerstreudekor! ;-) Und hier sind sie zu bewundern: Klick

Etwas klassischer die Kekse aus meinem Buch.

Foto: Bernd Tschakert


Die Zutaten dafür gibt es sicher noch in jedem Supermarkt. Auch Rollfondant ist in den meisten größeren Märkten erhältlich; optional kann man auch Marzipan verwenden.
Da der Teig zimmewerwarm verarbeitet wird, ist der Backspaß auch mit kleinen Kindern garantiert und hübsch verpackt eignen sich die Kekse hervorragend als kleines Ostergeschenk. (Unter Beachtung der Hygienerichtlinien kontaktlos vor die Tür gestellt)


Foto: Bernd Tschakert


Mürbteigkekse zu Ostern


230 g zimmerwarme Butter

160 g Staubzucker

1 Prise Salz

1 Ei (Größe M)

475 g Mehl

2 TL Backpulver
optional: Abrieb einer Bio-Zitrone für frühlingshafte Frische






Backrohr auf 190 Grad vorheizen, Backbleche mit Backpapier belegen.

Butter mit Zucker, Salz zu einer hellen cremigen Masse mixen. 
Ei unter rühren und zum Schluss das mit Backpulver vermischte Mehl hinzu fügen. 
Teig mit den Händen zu einer glatten Masse kneten, bis er geschmeidig und nicht mehr klebrig ist. Je nachdem, wie groß das verwendete Ei war, ist es möglich, dass noch etwas Mehl benötigt wird.

Teig 5 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ausrollen. 
Tipp: Ich drücke ihn immer mit der Hand etwas flach und lege ein Backpapier darauf. Mit dem Ausrollstab mit Abstandshalter (ca 5 mm dick) rolle ich jeweils von der Mitte auf dem Backpapier aus.

Mit den gewünschten Keksformen Kekse ausstechen. Mit Hilfe der mittleren Palette die Kekse auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Kekse 7-10 Minuten (das hängt von der Größe der Kekse ab) backen.

Vor der Weiterverarbeitung Kekse bitte vollständig auskühlen lassen.



Foto: Bernd Tschakert


Glutenfreie Kekse

100 g Reismehl

100 g Maismehl

50 g Kartoffelstärke

1 TL gemahlene Flohsamenschalen

125 g Staubzucker

1 Ei

150 g Butter, kühlschrankkalt


Mehlsorten, gemahlene Flohsamenschalen und Staubzucker in einer Schüssel mischen. Kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und diese zusammen mit dem Ei zur Mehl-Zuckermischung geben.

Masse rasch mit den Händen zu einem glatten Teig kneten diesen in einer Frischhaltefolie eingewickelt 2 Stunden im Kühlschrank rasten lassen.
Die weitere Verarbeitung ist gleich wie bei den herkömmlichen Keksen.



Die Ostereier sind „gefüllt“ mit einer dünnen Schicht aus gelben oder grauen Rollfondant, die Häschen sind „eingekleidet“ – einmal elegant mit bedrucktem Esspapier und einmal schlicht in gelb, weiß und grau. Die großen Hasen haben sich mit einer Masche ausgehfein gemacht.


Und so wurde es dann doch noch ein feiner Tag. Passt auf euch auf!





Freitag, 20. März 2020

18 Uhr

Seit ein paar Tagen stellen sich um 18 Uhr Menschen auf ihren Balkon und musizieren - weniger erfolgreich als in Italien, was vielleicht am eher kühleren Temperament der Österreicher liegt oder daran, dass unsere Anti-Corona-Maßnahmen noch recht frisch sind - oder applaudieren. Mit dem Applaus sagen wir Danke an alle MitarbeiterInnen im Handel, den Apotheken,... die für uns da sind und weiterhin arbeiten. Wir sagen Danke an das ganze medizinische Personal, im Krankenhaus, Einsatzwägen, Arztpraxen. Wir sagen danke an die LehrerInnen, die unseren Kindern ihre Lernunterlagen so gut aufbereitet haben.

Heute um 18 Uhr stelle ich mich am Balkon und klatsche für: MICH und all die anderen Mütter.

Neben Mama bin ich nämlich jetzt noch Volksschullehrerin, Sonderschullehrerin, Kindergärtnerin und Religionslehrerin. Durch unsere tägliche Turnstunde glatt auch Turnlehrerin. Ich bin oberste Proviant-und Verpflegungsmeisterin und versuche mit dem was im Haushalt ist, gut und abwechslungsreich zu kochen. Ich bin noch mehr Mediatorin als sonst und versuche, den Bruderzwist im Hause H. gering zu halten.

Mir ist es ein Rätsel, wie Mütter mit Kleinkindern es schaffen, neben Home-Office noch ihre Kinder gut zu betreuen, womöglich noch in einer Wohnung. Wir haben hier nämlich den Luxus, dass ich einfach wie immer für die Kinder da bin und unsere Nachmittage unterscheiden sich kaum von den "Vor-Corona-Zeiten". Wir haben den Luxus eines großen Hauses und großen Gartens mit Baumhaus, Flying Fox, Sandgrube, Bungee-Trampolin und Trampolin in der Garage, damit es auch bei Regenwetter genutzt werden kann. Unsere finanzielle Existenz ist nicht bedroht. Und trotzdem finde ich, habe ich mir jetzt ein Lob, eine Runde klatschen verdient.

Und damit der Beitrag noch etwas lustiger wird, darf ich die Idee aus einer Facebookgruppe aufgreifen. Dort wird der Alltag zu Hause geschildert, nur die Kinder werden Kollege oder Mitarbeiter genannt:
Voilà, viel Vergnügen:

Meine Mitarbeiter sind hoch motiviert um 5 Uhr in der Früh aufgestanden und da ohne chefliche Beaufsichtigung haben sie kollegiale Revierkämpfe aufgeführt. Chef P war zum Glück rasch munter, konnte das Schlagzeugspiel aber auch nicht verhindern. Chef M (=ich) stellte sich erfolgreich schlafend. Um 7 Uhr hat Chef M dann die Führung übernommen und Chef P ist für den Rest des Tages im Chefbüro verschwunden.
Mitarbeiter 1 war mit seiner Arbeit so fristgerecht fertig, dass sich Chef M fragt, warum das sonst immer Stunden dauert. Chef M überlegt, ob Corona nicht als Motivator für den Rest des Jahres angestellt werden kann, verwirft die Idee aber sofort. Mitarbeiter 2, unser Integrationskollege, arbeitet folgsam und motiviert, braucht aber permanente Beisitzertätigkeit von Chef M. Mitarbeiter 3 malt hingebungsvoll Bilder und plaudert in einer Tour, was Mitarbeiter2 massiv stört.
Das Firmenturnen wird von Mitarbeiter 1 nur aufgrund angedrohter Zusatzstunden murrend absolviert; Mitarbeiter 2 und 3 sind hochmotiviert und wesentlich fitter als der Teamkollege mit 10 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Dafür erklärt Mitarbeiter 1 den Wunsch, den Betrieb zu wechseln. Er möchte zukünftig als Koch arbeiten. Chef M findet die Idee gut und organisiert sofort eine Weiterbildung. Zum Glück ist Chef M auch auf diesem Gebiet geschult. ;-)

Wir haben Cakepops gemacht. Eine perfekte Beschäftigung für Kinder: sie dürfen Kuchen zerkrümeln, gatschen, Kugeln rollen,...





Cakepops sind kleine Kuchen am Stiel. Sie lassen sich toll verzieren und in allerlei Formen herstellen. Man braucht lediglich Kuchenkrümel und etwas Mascarpone. 



Zutaten für 7-8 Stück

145 g Kuchen (am besten geeignet sind die Reste eines Rührkuchens ohne Rand. Weniger Arbeit und auch ein hervorragendes Ergebnis liefern zum Beispiel gekaufte Madeleines oder Tortenböden)

30 g Mascarpone (es klappt auch mit Creme fraiche oder Frischkäse)

Kuchenglasur

oder Candymelts + Pflanzenfett (z.B.: Kokosfett)

Candysticks, alternativ Holzspieße

nach Wunsch Zuckerstreudekor, …



Kuchen fein zerbröseln und die Kuchenbröseln in den Kühlschrank stellen und gerne ein paar Tage dort stehen lassen. So gelingen die Cakepops perfekt, man kann diesen Schritt auch auslassen oder die Brösel für 30 Minuten in das Gefrierfach stellen.

20 g Mascarpone zu den Bröseln kneten und nach und nach die restlichen 10 g Mascarpone dazu geben, sodass eine feste Masse entsteht, die gut zusammenhält. Je nach "Saftigkeit" des Ausgangskuchens braucht es hierfür etwas mehr oder weniger Mascarpone. Masse zu Kugeln formen und in den Kühlschrank geben.

Kuvertüre erhitzen. Beim Erhitzen von Candymelts bedarf es immer etwas Pflanzenfett, sonst werden die Candymelts nicht flüssig genug.

Candysticks etwa 1 cm tief in die Kuvertüre tauchen und trocknen lassen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn sonst rutschen die Kuchenkugeln vom Stiel. Anschließend die Kugeln aus dem Kühlschrank nehmen. Eine Kugel nach der anderen auf einen Candystick stecken und in die Kuvertüre tauchen, drehen und die überschüssige Glasur abtropfen lassen.

Kurz bevor die Glasur trocknet, das Streudekor anbringen bzw. die Dekorelemente auf die getrocknete Glasur mittels Zuckerkleber fixieren.



Glutenfreie Version: glutenfreie Kuchenbrösel verwenden. In der Regel sind Kuchenglasur, Candy melts und Rollfondant glutenfrei. Bitte aber vor Verwendung immer die Zutatenliste der Packung lesen. Zuckerperlen sind meistens mit Weizenmehl gemacht, also nicht glutenfrei. 


Und hier noch ein paar frühere Oster-Cakepops als Inspiration







Donnerstag, 19. März 2020

Langeweile

Seit Freitag haben die Kinder unser Heim nicht mehr verlassen. Zuerst war beim Koko die Freude überwiegend. Ferien! Coronaferien! Cool! Doch spätestens am Samstag machte sich die Ernüchterung breit, weil ihm gerade so richtig bewusst wurde, dass er keine Freunde besuchen kann.

Inzwischen haben wir die erste Woche fast geschafft und nach der furchtbaren Langeweile am Wochenende ist Monsieur Koko nun nicht mehr fad. Er hat nach 4 vergebenen Jahren festgestellt, dass Lesen am e-book cool ist und hat sich freiwillig dazu aufgerafft. Allerdings nur am Tag 1. Ansonsten ist er mit seiner Aufgabe immer so rasch fertig, dass ich mich ernsthaft frage, warum das sonst Stunden dauert.
Der süße Knopf ist wie immer sehr anpassungsfähig und ruft: "Schule daheim. Juhuu!" Er hat massig zu tun und ich bin mir ziemlich sicher, dass das reguläre Programm nicht so tough ist.
S'Zwiebale produziert ein Ausmalbild nach dem anderen, findet die Coronaferien einfach genial, denn er geht gar nicht gerne in den Kindergarten. Doch heute kam ihm glatt einmal aus, dass er seine Freunde vom Kindergarten vermisst.

Wir schreiben morgens immer ein Tagesprogramm, die tägliche Turn"halb"stunde wird von den Herren Knopf und Zwiebale begeistert aufgenommen, dafür hat Monsieur Koko seine Liebe zum Kochen entdeckt und sich bitterlich beschwert, dass er so einfache Sachen nicht kochen mag, weil er dann nicht viel zu tun hat. Daraufhin gab es am nächsten Tag Kartoffel-Zucchinipuffer, eine Küchenreinigung danach und nachmittags eine sehr gepflegte Teejause mit Scones und stilecht Tee mit Milch im besten Porzellan serviert. (Rezept folgt, sobald wir sie nachgebacken haben, denn ich kam nicht zum Fotografieren, so schnell waren sie weg)

Heute haben wir Osterschokolade gemacht.


Ein sehr nettes Beschäftigungsprogramm, nicht allzu kompliziert und wer es noch einfacher mag, lässt die Füllung weg. Rollfondant gibt es derzeit beim Billa, Spar,... zu kaufen oder man nimmt Marzipan oder einfach Zuckerstreusel, Smarties,...


Das Rezept der Osterschokolade stammt aus meinem Buch Kuchenparty. Süße Feste feiern.


Osterschokolade: Kleine Tafeln Schokolade sind ein nettes selbstgemachtes Ostergeschenk. Diese hier sind mit etwas Krokant gefüllt, aber man kann sie auch mit einer Schicht getrocknete Erdbeeren, Zuckerstreuseln,… füllen. Auch mit kleinen süßen Ostereiern bestreut, schauen diese Täfelchen hübsch aus. Meine drei Buben produzierten diese Osterschokolade in Serie, weil sie so viel Spaß daran hatten.



Zutaten für 6 Tafeln Schokolade

200 g Kuvertüre

Zitronen-Thymian Krokant

Rollfondant in weiß, hellgelb

Hasenausstecher mini

Schokoladentafel-Form (im Tortenfachhandel erhältlich. Alternativ kann man Silikonmuffinformen verwenden und runde Schokoladentaler produzieren, aber Achtung; nicht zu hoch befüllen, sonst kann der Osterhase vor lauter Bauch nicht mehr weiterhoppeln)



Zutaten für den Zitronen-Thymian Krokant

50 g gehackte Mandeln

40 g Zucker

2 EL Wasser

2 EL frischer Thymian , am besten eine Sorte mit Zitrusnote

1 EL Zitronenöl (Olivenöl mit ZItrusgeschmack), alternativ Olivenöl mit Abrieb einer halben Zitrone



Zucker in einer Pfanne mit dem Wasser verrühren und zum Schmelzen bringen. Die Mandeln hinzufügen, sobald die Masse leicht bräunlich geworden ist. Hitze reduzieren und gut verrühren, bis alle Mandeln mit einer Zuckerschicht überzogen und karamellisiert sind. Zitronenöl und Thymian hinzufügen und gut umrühren. Krokant auf ein mit Backpapier belegtes Backblech verteilen und trocknen lassen. Abschließend in einem Multizerkleinerer grob mahlen.



Kuvertüre schmelzen (in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad), eine dünne Schicht Schokolade in die Formen gießen, etwas abkühlen lassen. Jeweils 1 Teelöffel Krokant in die Form streuen. Kuvertüre eventuell erneut erwärmen und das Krokant mit einer weiteren Schicht Schokolade bedecken. Vollständig auskühlen lassen. Am besten über Nacht an einem trockenen Ort rasten lassen. Schokoladentafeln aus der Form lösen und hübsch verpacken. 

Foto: Bernd Tschakert


Tipp: Übrig gebliebenes Krokant in einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren. Über Vanilleeis gestreut und mit frischen Erdbeeren schmeckt es einfach himmlisch!


Mein Buch ist im Kral Verlag erschienen und kann hier online gekauft werden, selbstverständlich ebenso bei jedem anderen Buchhändler. Bitte unterstützt in diesen Zeiten lokale Buchhändler! Danke.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Gehirnstorys





Zutaten für ca. 28 Sweater
230 g zimmerwarme Butter
160 g Staubzucker
1 Ei (Größe M)
455 g Mehl
20 g Backkakao
2 TL Lebkuchengewürz (gerne auch mehr)
2 TL Backpulver

Backrohr auf 190 Grad vorheizen, Backbleche mit Backpapier belegen.
Butter mit Zucker zu einer hellen cremigen Masse mixen
Ei unterrühren
Mehl, Kakao, Lebkuchengewürz mischen und zur Masse geben
Mit dem Mixer kurz verrühren, dann mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. Bei Bedarf etwas Mehl hinzufügen.
Teig 5 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen
Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, Kekse ausstechen und je nach Größe
7-10 Minuten backen.
Komplett auskühlen lassen und nach Lust und Designlaune verzieren.



Mein "ugly Sweater" Ausstecher stammt von Tschibo, der kleine Elch ist ein Teil eines Ausstecher-Sets von Dr. Oetker (beide 2019 gekauft). Mini Herz, Mini-Lebkuchenmann, Mini Christbaum sind Teile aus meinem Ausstecher-Depot. Die Schablone stammen von thecookiecountess.com

Was denkt ihr? Christmas Sweater for all oder lieber nicht?